mein name ist mensch

GNADE FÜR SABRINA

2009/11/20 · 1 Kommentar

 

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BITTE UM MITHILFE

Der Revisionsantrag ist abgelehnt worden, das Urteil rechtskräftig und Sabrinas türkischer Rechtsanwalt Siginak hat einen Eilantrag auf Auslieferung nach Deutschland beim türkischen Justizministerium gestellt.
Dieser ist bereits in Bearbeitung.

Aber wir brauchen auch Unterstützung von deutscher Seite!

Mit vielen Briefen an unseren Außenminister Dr. Guido Westerwelle möchten wir erreichen, dass es so schnell wie möglich für Sabrina eine Lösung für eine unkomplizierte Auslieferung nach Deutschland gibt.

Bitte kopiert den Text, unterzeichnet und versendet ihn.

Einen ganz lieben Dank an alle für Eure hilfreiche Unterstützung!

Das Helfer-Team

Auswärtiges Amt
Außenminister Dr. Guido Westerwelle
Werderscher Markt 1

10117 Berlin

Bitte um Auslieferung von Sabrina Sandra Abazovski
Aktenzeichen 506-531.00/20709 TUR beim Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland

November 2009

Sehr geehrter Herr Außenminister Dr. Westerwelle,

mit diesem Schreiben möchten wir Sie um ihre Hilfe und Unterstützung bitten, damit Frau Sabrina Sandra Abazovski schnellstmöglich aus türkischer Haft nach Deutschland ausgeliefert werden kann.

Sabrina Sandra Abazovski wurde am 17.07.2007 in Antalya verhaftet und ist am 18.07.2008 wegen versuchtem Drogenschmuggel zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Vor dem Gericht in Izmir beteuerte Sabrina ihre Unschuld, sie wurde auch vom Hauptangeklagten sowie von anderen Zeugen entlastet. Der türkische Rechtsanwalt legte umgehend Widerspruch gegen das Urteil ein.
Das Yargitay (Revisionsgericht) in Ankara hat im September dieses Jahres den Revisionsantrag zurückgewiesen. Ihr türkischer Anwalt hat darauf hin einen Eilantrag auf Auslieferung nach Deutschland beim türkischen Justizministerium sowie beim türkischen Außenministerium eingereicht.

Sabrina brachte während der Untersuchungshaft am 17.02.2008 ihren Sohn Jason zur Welt. Da die Lebenssituation dort für das Kind immer schwieriger wurde, übergab sie Jason am 24.06.2009 an seine Großeltern, damit er in kindgerechten Lebensräumen aufwachsen kann. Seit der Trennung von ihrem Kind stellt ihr Gesundheitszustand eine äußerst kritische Situation dar. Derzeit ist Sabrina im Gefängnis in Bilecik untergebracht.

Wir sind ein kleiner Unterstützerkreis der Sabrina und ihren Angehörigen helfen möchte, dass sie schnellstmöglich in ihr Heimatland nach Deutschland überführt werden kann.
Tief traurig schrieb uns Sabrina von ihrer Sehnsucht und von dem Wunsch ihre Kinder zu Weihnachten wieder in den Arm nehmen zu können.

Wir bitten höflichst um Gnade für Sabrina, die völlig unschuldig in diese schwierige Situation geraten ist.
Bitte unterstützen und helfen Sie, damit für Frau Sabrina Sandra Abazovski eine rasche und
unkomplizierte Überstellung nach Deutschland befürwortet und veranlasst werden kann.

Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Unterstützung.

Mit hochachtungsvollen Grüßen

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BITTE HELFEN SIE SABRINA

2009/07/16 · Kommentar schreiben

RTEmagicC_sabrina_JPGFlugblatt im Anhang per E-Mail versenden

Bitte helft mit, es ist wirklich dringend! Vorab herzlichen Dank!

E-Mail Beispiel-Text:

Bitte helfen Sie Sabrina!

Sabrina leidet seit 2 Jahren im Gefängnis in der Türkei. Seit der Trennung von ihrem Kind stellt ihr Gesundheitszustand eine äußerst kritische und lebensbedrohliche Situation dar. Verzweifelt und seelisch am Ende ergibt sie sich hilflos und einsam ihrem Schicksal.

Sabrina braucht dringend Hilfe.

Bitte schauen Sie nicht weg und helfen Sie, damit Sabrina schnellstmöglichst nach Deutschland überstellt werden kann.

Herzlichen Dank!

 

Flugblatt: Sabrina benötigt dringend Hilfe !
http://www.bilder-hochladen.net/files/743i-7o.pdf

Bitte versendet dieses Flugblatt im Anhang per E-Mail an folgende Adressen:
E-Mail: info@tuerkischebotschaft.de

Türkische Botschaft in Berlin

Bundesaussenminister Steinmeier
E-Mail poststelle@auswaertiges-amt.de
E-Mail pressestelle@spd.de

Bundesjustizministerium
Brigitte Zypries, Bundesministerin der Justiz
E-Mail pressestelle@spd.de
E-MAIL: ministerin@bmj.bund.de

Justizministerium NRW
E-Mail Justizministerium: poststelle@jm.nrw.de

 

BITTE UNTERZEICHNEN SIE UNSERE PETITION FÜR SABRINA

http://www.ipetitions.com/petition/sabrina-jason/

schon jetzt bedanke ich mich für ihre unterschrift.

rita mantovan

 

EIN SONG FÜR SABRINA 

von nadeem

http://www.youtube.com/watch?v=NIHsclXxRso

 

 

 

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ONLINE-MAHNWACHE FÜR SABRINA

2009/09/05 · 2 Kommentare

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Herzenswunsch zu WeihnachtenLieber Weihnachtsmann,

Weihnachten steht vor der Tür, die Menschen treffen ihre Vorbereitungen und hoffen, dass ihre Wünsche am Weihnachtsabend in Erfüllung gehen.

 

Sabrina ist eine junge Mutter und hat einen ganz besonderen Weihnachtswunsch. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als ihre Kinder wieder zu sehen. Doch es ist nicht ganz einfach diesen Wunsch zu erfüllen.

Gnadenlos und ohne Rücksicht auf menschliches Leid muss Sabrina hilflos unter den erbärmlichen Bedingungen in einem türkischen Gefängnis sein. Die psychische Belastung kann man sich kaum vorstellen.

Obwohl mehrere tausend Flugblätter verteilt und unzählige E-Mails geschrieben wurden, reagiert niemand auf ihre verzweifelten Hilferufe. Dabei ist sie völlig unschuldig in diese schwierige Situation geraten. Ihre Lage verschlechtert sich weiterhin, sie ist krank und zudem arm und mittellos. Tief traurig hat Sabrina in ihrem letzten Brief geschrieben, dass sie schrecklich Sehnsucht hat, dass sie in ihre Heimat überstellt werden und ihre Kinder wieder in den Arm nehmen möchte.  

Sabrina darf nicht vergessen werden. Deshalb führen wir regelmäßig eine Online-Mahnwache durch, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. An diesem Tag sind wir dann auch alle ganz eng in Gedanken mit Sabrina verbunden.


Die nächste Online-Mahnwache findet Donnerstag den 17.12. 2009 von 19.00 – 21.00 Uhr statt.


Solidarität und Unterstützung

Wir hoffen, dass viele Gäste da sein werden.

Sabrina ist auf unser Mitgefühl, unseren Trost und unsere Hilfsbereitschaft angewiesen. Wir wünschen uns von ganzem Herzen, dass der ersehnte Wunsch von Sabrina endlich Wirklichkeit wird und sie zu Weihnachten in ihrer Heimat bei ihren Kindern ist.

Das Helfer-Team
http://magea.foren-city.de/

mit einer Online-Mahnwache möchten wir an das Schicksal von Sabrina A. erinnern und von hier aus zur Solidarität und Unterstützung aufrufen.

Sabrina ist eine junge Mutter aus Duisburg, der man in der Türkei vorwirft, eine professionelle Drogenschmugglerin zu sein. Sie leidet seit über 2 Jahren im Gefängnis in der Türkei und seit der Trennung von ihrem Kind, das sie in Haft geboren hat, stellt ihr Gesundheitszustand eine äußerst kritische und lebensbedrohliche Situation dar. Verzweifelt und seelisch am Ende hat sie sich hilflos ihrem Schicksal ergeben.

Wir möchten dieser jungen Frau helfen, damit sie schnellstmöglichst nach Deutschland überstellt werden kann.
Sabrina und auch ihre Angehörigen brauchen unseren Beistand in besonderem Maße, und wir wollen sie im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten so gut wir können unterstützen und ihnen zur Seite stehen.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen und es würde uns riesig freuen, wenn sehr viele an dieser Online-Mahnwache teilnehmen und ein kleines Zeichen ihrer Solidarität und Verbundenheit setzen würden.

Treffpunkt ist im Gästeraum.

 http://tescht-hp.de.tl/ 

 Die Online-Mahnwache für Sabrina ist am
 
Donnerstag den 17.12. 2009
von 19.00 – 21.00 Uhr

 Jeder, dem das Schicksal von Sabrina nicht egal ist, ist herzlich Willkommen an der Mahnwache teilzunehmen.

Bitte helft auch mit, diese Mahnwache bekannt zu machen.

http://www.uploadarea.de/upload/5n5qnwfxqq5lwo2e8ianz3c46.html

http://www.gratefulness.org/candles/candles.cfm?l=ger&gi=sab%2Ea

chronologie

12. Juli 2007
Die 19-Jährige Sabrina reist mit ihrem Freund Christian in die Türkei.
Am 2. Tag bekommt Sabrina einen Anruf. Wer am anderen Ende spricht, weiß sie nicht. Ihre leibliche Mutter sei schwer erkrankt und müsse am Herzen operiert werden – Es gehe um Leben oder Tod. Sabrina soll und will schnell zurück nach Deutschland und fragt besorgt und verzeifelt Nihat E. um Rat.
Der bietet sofort an, ihre Flugtickets umbuchen zu lassen.
Der Rückflug wurde von Nihat E. organisiert und er erbat dafür einen Freundschaftsdienst, „den Koffer seiner Ex-Freundin mitzunehmen“.
Sabrina hat in dieser Stresssituationen nicht gemerkt, dass sie reingelegt wurde.
15. Juli 2007
Auf der Straße am Flughafen werden sie gestoppt, Zivilpolizei, Gendarmerie, Uniformierte – eine Großaktion.
Das Taxi wird gestürmt, Sabrina und Nihat E. werden herausgezerrt und auf den Boden geworfen. Die Beamten nahmen neben Sabrina noch den Taxifahrer und Nihat E. fest.
Sabrina beteuert, nichts von den Rauschgiftpäckchen in dem Koffer gewusst zu haben.
17. Februar 2008
In der Untersuchungshaft brachte die inzwischen 20jährige Sabrina am 17.02.2008 ihr Baby Jason zur Welt.
Jason ist ein gesundes Baby, drei Kilogramm schwer und 50 Zentimeter groß.
Durch die Geburt ihres Sohnes erhielt Sabrina Hafterleichterung. Sie muss sich die Zelle nun nicht mehr mit acht weiteren Frauen teilen. In den nächsten Wochen soll sie ins Gefängnis nach Izmir verlegt werden.
Zur Entbindung ihres kleinen Sohnes wurde sie unter Bewachung in eine Klinik gebracht. Zwei Tage danach zurück nach Antalya.
Hier lebt sie mit neun ausländischen Frauen, sie ist die einzige Deutsche, in einem Trakt.
03. März 2008
Der Vater von Sabrina und Frau Mittendorf fliegen in die Türkei.
Ihr erstes Treffen mit Sabrina
25. März 2008
Die erste Gerichtsverhandlung gegen Sabrina in Izmir (Türkei).
Sabrina beteuert ihre Unschuld, sie habe nichts von dem Heroin in ihrem Gepäck gewusst.
Nach dem ersten Verhandlungstag steht ein großes Fragezeichen über den Hintergründen dieses versuchten Drogenschmuggels.
Den bevorstehenden Prozess hat die Aktuelle Türkei Rundschau (ATR) in den letzten Wochen zum Anlass genommen, intensiv im Fall der Sabrina A. zu recherchieren. Das Ergebnis der Recherchen: die von den türkischen Zeitungen kurz nach der Festnahme veröffentlichten Berichte sind in den wesentlichen Punkten fehlerhaft. Die in diesen Artikeln vorgenommenen Beschuldigungen sind durch keinerlei Fakten belegt und teilweise sogar eindeutig widerlegt.
Es ist bedauerlich, dass die Berichterstattungen im Fall Sabrina A. zu vielen Vorverurteilung geführt haben und dass die vielen falschen Behauptungen in der Öffentlichkeit nie richtig und klar genug aufgeklärt wurden.
16. April 2008
Jason wurde in einem staatlichen Krankenhaus in Izmir operiert.
Begleitet von einem Pfleger und Gefängnispersonal wurde er von dem knapp 100 Kilometer entfernten Gefängnis in Bergama nach Izmir gebracht. Sabrina musste derweil im Gefängnis bleiben und durfte ihren Sohn nicht ins Krankenhaus begleiten.
21. Mai 2008
Die zweite Gerichtsverhandlung in Izmir.
Sabrina beteuert ihre Unschuld. Sie habe nicht gewusst, was in dem Koffer war.
Christian, bestätigte als Zeuge vor Gericht die Aussage von Sabrina. Auch der Drogendealer Nihat E. hat Sabrina entlastet und beim Verhör beteuerte, dass Sabrina nichts von dem Heroin wusste. Nihat E. nahm alle Schuld auf sich.
Dieses Geständnis öffnete den Weg zur vorzeitigen Freilassung. Sabrina hätte gegen Kaution bis zur Fortsetzung des Prozesses am 18. Juli das Gefängnis verlassen können.
Ein Richter in der Stadt Izmir machte die Hinterlegung von 20 000 Türkischen Lira (etwa 10 250 Euro) und ein Ausreiseverbot zur Auflage für die vorläufige Freilassung.
07. Juni 2008
Sabrina A. und ihr Baby bleiben wegen der fehlenden Kaution weiter im Gefängnis.
18. Juli 2008
Dritte Gerichtsverhandlung in Izmir.
Es wurden den Eltern große Hoffnungen gemacht, dass alles gut ausgeht und mit Zuversicht haben sie ein Rückflugticket für Sabrina gekauft und sind in die Türkei zur Gerichtsverhandlung geflogen.
Das Gericht jedoch hat Sabrina, ohne konkrete Beweise, für schuldig befunden, an einem versuchten Schmuggel von Heroin aus Antalya nach Deutschland beteiligt gewesen zu sein.
Sabrina wurde zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt.
Sabrina beteuert ihre Unschuld und kann nicht verstehen, warum sie zu einer so übermäßig langen Haftstrafe verurteilt wurde. Ihr türkischer Anwalt kündigte umgehend Widerspruch gegen das Urteil an.
14. August 2008
Laut Bild-Zeitung hat Anwalt Hans Reinhardt vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gegen die Strafe, Klage eingereicht hat.
Seine Mandantin habe kein faires Strafverfahren bekommen, sagte Anwalt Reinhardt. Die Beweisaufnahme in dem Verfahren sei mangelhaft gewesen.

09. September 2008
Niemand weiß, wie es Sabrina inzwischen geht.
Seit der Verurteilung am 18. Juli, hat Familie Mittendorf von Sabrina nichts mehr gehört oder gelesen.
Von der Deutschen Botschaft hat nach der Verurteilung niemand mehr Sabrina konsularisch betreut.
Familie Mittendorf möchte dringend Sabrina besuchen um mit ihr zu besprechen, dass sie die Revision zurücknimmt und einen Auslieferungsantrag stellt, damit sie ihre Haftstrafe hier in Deutschland absitzen kann und die Untersuchungsbehörden in Deutschland weitere Ermittlungen durchführen.
Mit Hilfe einer Spendenaktion wurde es Familie Mittendorf ermöglicht, in die Türkei zu reisen.

10. September 2008
Besuch im Gefängnis.
Herr Mittendorf der Vater, hat eine Stunde Besuchszeit im Gefängnis.
Frau Mittendorf darf Sabrina nicht besuchen, weil der heutige Tag ein offener Besuchstag für die Familie ist. In der Türkei zählt die Stiefmutter nicht zur Familie.
Es wurde für Sabrina Geld auf das Gefängniskonto eingezahlt, damit Sabrina alles was sie braucht kaufen kann. Sabrina bekommt auch wieder Sozialhilfe.

Oktober 2008
Familie Mittendorf hat alles an Unterlangen dem Gefängnis zukommen lassen, damit Sabrina Freitags ihnen anrufen kann, sie warten jeden Tag auf Post. Warum meldet sich Sabrina nicht?

25. Oktober 2008
Es gibt keinen Briefkontakt zu Sabrina.
Lt. Botschaft ist es nicht möglich, Sabrina Faxe zu schicken. Die Faxe würden nicht weitergeleitet werden, auch dann nicht, wenn die türkische Übersetzung gleich mit auf dem Fax stehen würde. Wir können Sabrina nur Briefe schreiben.

29 Oktober 2008
Die Dolmetscherin teilt uns mit, dass es Sabrina und dem Baby gut geht. Zu der Frage: Warum sie keine Brief schreibt, meinte Sabrina, dieses würde sie nachholen. Zu der Dolmetscherin und dem türkischen Anwalt hat Sabrina gesagt, dass sie die Revision nicht zurück nehmen wolle.

30 Oktober 2008
Die Sendung Brisant zeigte heute 17:15 Uhr in ARD ein Bericht über Drogenhandel in der Türkei
Unter anderem eine Warnung, dass die Drogenhändler häufig Touristen als Kuriere mißbrauchten.
In diesem Zusammhang wurden auch ein paar Bilder von Sabrina gezeigt und auf ihren Fall wurde hingewiesen.

02 November 2008
Um die Kommunikation mit Sabrina zu verbessern, schreiben wir an Sabrina viele Briefe. In jedem Brief bitten wir Sabrina, sie soll sich bei ihrem Vater telefonisch melden.
Wir wollen erreichen, dass Sabrina regelmäßig Freitags anruft. Prisante Themen, wie die Revision kann man nur persönlich, oder telefonisch besprechen, da jeder Brief zensiert wird. Schade, dass wir noch keine Vertrauensperson in der Türkei haben. Seit Wochen versuchen wir einen deutschen Pfarrer in der Türkei für Sabrina zu finden.
Sabrina braucht jemand in der Türkei dem sie sich anvertrauen kann. Die Dolmetscherin, oder Mitarbeiter der Botschaft sind alles keine Vertrauenspersonen mit denen sie sprechen kann.

05 November 2008
Christian hat Post von Sabrina bekommen. Sie schreibt, dass sie wegen Lähmungserscheinungen im Krankenhaus in Izmir von einem Arzt untersucht wurde. Sabrina hat starke Verspannungen im Bereich Rücken-Nacken-Schulter die in den Arm ausstrahlen.

12. November 2008
Die Botschaft hat Besuchserlaubnis bei Sabrina.

13 November 2008
Eine Unterstützerin hat Post von Sabrina bekommen. Sabrina hat ein Foto beigelegt, auf dem man erkennt, dass Sabrina krank ist.

27 November 2008
Christian und seine Mutter nehmen ihre geplante Türkeireise aus finanziellen Problemen nicht wahr.

28 November 2008
Es würde mehr bringen, wenn Rechtsanwalt Reinhardt in die Türkei fliegen würde. Der Anwalt bewegt aber nichts, wenn er kein ausreichendes Honorar bekommt.
Frau Mittendorf konnte noch immer noch keinen deutschen Pfarrer in der Tükei errreichen.

30 November 2008
Der Anwalt muss in die Türkei und Sabrina besuchen! Die Revision muss rückgängig gemacht werden und ein Auslieferungsantrag muss gestellt werden! Zudem sollte ein Eilantrag an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geschickt werden.

12 Dezember 2008
Das Konsulat hat sich endlich gemeldet.
Sie schreiben, dass es Sabrina besser geht. Sie hätten Sabrina auch nach der Revision gefragt. Sabrina hätte darauf gemeint, dass sie den Antrag noch nicht zurück genommen hat, weil eine Zellenkollegin ihr das geraten hätte. Sabrina wolle sich nun mit dem Anwalt Herrn Reinhardt in Verbindung setzten und sich seinen Rat einholen.
Sabrina hat eine Verlegung in ein anderes Gefängnis beantragt. Dieses andere Gefängnis wäre das Ausländergefängis in der Nähe bei Istanbul. Es ist nochweiter von der Stadt weg, wie Izmir zu Bergama. Sie hat die Verlegung beantragt, weil sie hofft, dort mit deutschen Gefangenen in einer Zelle zu kommen.

15. Dezember 2008
Sabrina hat auf unsere Briefe geantwortet.

19 Dezember 2008
Christian hat Post von Sabrina bekommen.
Sabrina und Jason geht es soweit gut, sie lässt alle Grüßen.

02 Januar 2009
Endlich, Sabrina hat bei ihrem Vater und Ulla angerufen.
Jason würde oft weinen, aber ansonsten ginge es ihnen soweit gut.
Sie hätte bis jetzt nicht anrufen können, da die Beamten im September beim Einrichten eine falsche Nummer eingegeben hatten. Sabrina konnte sich an die Telefonnummer erinnern und ein Beamter hat diese Nummer für sie dann gewählt.

06 Januar 2009
Nachdem wir Herrn Reinhardt versichert haben, er bekommt sein Geld, ist der Anwalt bereit zu Sabrina zu fliegen. Wir bereiten Spendenaktionen vor.

09 Januar 2009
Sabrina hat sich telefonisch gemeldet.
Sie hatte in Izmir im Krankenhaus eine Nachuntersuchung wegen ihrer Krankkeit.

16. Januar 2009
Sabrina hat angerufen und mit ihrem Vater telefoniert.
Ihr und dem Kleinen geht es gut. Jason weint immer noch sehr viel.

Jemand vom Gefängnis habe ihr gesagt, dass sie vier Jahre in der Türkei absitzen müsste.
Alle amtlichen Schreiben, darunter auch das Schreiben, dass Sabrina 4 Jahre in der Türkei absitzen muss, sind in der Akte im Gefängnis Büro. Sabrina wurden die Schreiben zwar alle gezeigt, doch sie kann sie nicht lesen.
Sabrina hat angeblich nochmal versucht einen Antrag auf Überführung nach Deutschland zu stellen, der aber gleich abgelehnt wurde. Sabrina muss im Gefängnis die Anträge alle selbst von Hand geschrieben haben.

Noch am selben Tag wurde Sabrina in das Ausländergefängnis Bilecik verlegt. Dort ist jetzt die Botschaft in Istanbul zuständig. Es muss geregelt werden, dass die Sozialhilfe nicht mehr nach Izmir überweisen wird, sondern auf das Gefängniskonto in Bilecik. Es muss für Herr Reinhardt so schnell wie möglich ein neuer Besuchstermin festgelegt werden und wir brauchen die neue Postanschrift.
Die Post die nach Bergama geschickt wurde, wird Sabrina nicht nachgeschickt.

26 Jan 2009
Sabrina hat ihren Lebensgefährten Christian angerufen. Er war total überrascht, vom Gefängnis in Izmir – Bergama durfte sie ihren Freund nicht anrufen.
Sabrian ist zusammen mit 13 ausländischen Frauen in einer Zelle, hat aber Kontakt zu deutschen Frauen. Sabrina die erste Gefangene mit einem Baby in diesem Gefängnis.

11 Feb 2009
Frau Mittenorf hat mit einer deutsch sprechenden türischen Anwältin in Istanbul Kontakt aufgenommen. Sie ist bereit RA Reinhardt zu helfen.

17 Feb 2009
Jason wird 1 Jahr alt

04 März 2009
Sabrina ruft jeden Montag an.
Den Beiden geht es soweit gut. Sabrina gefällt es in diesem Gefängnis besser. Es sei ruhiger, die Wärter wären netter und sie kann dort sogar Kleidung kaufen.

24. März 2009
RA Reinhardt hat aufgrund des fehlenden Honorars nicht die nötigen Vorbereitungen getroffen und auch den Besuchstermin bei Sabrina in der Türkei, nicht wahrgenommen.

07. April 2009
Nachdem auf mehrere Faxe und E-Mails von der deutsch sprechenden türkischen Anwältin keine Reaktion mehr kam, hat der deutsch sprechende türkische Rechtsanwalt Haydar Siginak aus Istanbul sich bereit erklärt, den Fall Sabrina A. zu übernehmen.
Für die Anwaltskosten wurde das gesamte Guthaben auf dem Spendenkonto aufgebraucht.

14. April 2009
Rechtsanwalt Haydar Siginak hat Sabrina besucht.
Er konnte sich von Sabrina keine Vollmacht erteilen lassen, da das türkische Gesetz dafür das Hinzuziehen eines Dolmetschers verlangt.
Erst wenn der Rechtsanwalt die Vollmacht von Sabrina hat, kann er in Erfahrung bringen, wie der Stand des Revisionsverfahrens ist. RA Siginak wird so bald wie möglich einen zweiten Termin vereinbaren.

29. April 2009
Herr Siginak war erneut erfolglos in Bilecik bei Sabrina, weil der Notar die Zulassung der Dolmetscherin nicht anerkannte.
Für den kommenden Montag wurde ein neuer Termin vereinbart.

4. Mai 2009
RA Siginak bekommt die Vollmacht im Laufe der Woche per Post zugestellt. Am Freitag fliegt er nach Ankara, um die Akte kopieren zu lassen.

11.Mai 2009
Sabrina hat angerufen und berichtete, dass Jason hingefallen sei und zur Untersuchung in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.

14. Mai 2009
Ein Mitarbeiter des Generalkonsulats Istanbul hat Sabrina besucht.
Sabrina hat sich entschieden, Jason in die Obhut ihrer Familie zu geben.

20. Mai 2009
RA Siginak hat sich, nach Durchsicht der Akte dafür entschieden, einen neuen Revisionsantrag zu stellen, da der ursprüngliche Antrag nach seiner fachlichen Einschätzung zu schwach sei.
(Ein Zurückziehen der Revision ist aufgrund eines internationalen Rechtsabkommens nicht mehr möglich.)

04.Juni 2009
Der Sender RTL plant in einer Reportage einen Bericht über Sabrina zu bringen.
Heute fand ein erstes Gespräch zwischen Sabrinas Angehörigen und der TV-Produktionsgesellschaft statt. Noch in diesem Monat ist eine gemeinsame Türkeireise mit den Angehörigen geplant. Beim Generalkonsulat Istanbul wurde ein Antrag auf einen Besuchstermin für den 24./25. Juni gestellt.

23. Juni 2009
In Begleitung eines Fernsehteams von RTL, das auch die Kosten für die Familie übernehmen wird, reisen Herr und Frau Mittendorf in die Türkei.
Am Tag der Ankunft war ein Termin beim Konsulat und ein Treffen mit dem türkischen Anwalt.

24. Juni 2009
Besuchstermin in Bilecik bei Sabrina.
Das Fernsehteam von RTL und der türkische Anwalt haben die Angehörigen nach Bilecik begleitet.
Sabrina hat Jason ihren Eltern übergeben.

25. Juni 2009
Der kleine Jason ist nach achtzehn Monaten nach Deutschland gekommen – ohne seine Mutter.
Sabrina musste Abschied nehmen von ihrem Kind und muss weiter im Gefängnis bleiben. Sie hofft, dass über die eingelegte Revision bald eine Entscheidung getroffen wird.

Punkt 12 (RTL) am Montag, den 06. Juli 09
Im Rahmen der Sendung wird der Besuch vom 23.-25.06.09 in der Türkei – bei Sabrina im Gefängnis Bilecik – und die Übergabe von Jason an die Famile gesendet.

13. August 2009
Das Generalkonsulat Istanbul hat sich bei der Gefängnisleitung nach dem Gesundheitszustand von Sabrina erkundigt. Dort war niemand bekannt, dass Sabrina sich selbst Verletzungen zufügt. Da Sabrina über starke Bauchschmerzen klagte, wurden bei einem zweitägigen Krankenhausaufenthalt bei ihr Ultraschall- und andere Untersuchungen vorgenommen. Die Ergebnisse wird Sabrina bei einem erneuten Termin in der Klinik am 18. August erhalten.

18. August 2009
Die letzte Untersuchung Sabrinas im Krankenhaus hat laut Auskunft des türkischen Anwalts, der mit der Krankenstation des Gefängnisses in Verbindung steht, keine Hinweise auf eine gravierende Erkrankung erbracht. Der Anwalt wurde darüber informiert, dass Sabrina noch einmal in die Klinik gebracht und einer erneuten Ultraschalluntersuchung unterzogen werden soll.

24. August 2009
Alle bisherigen Untersuchungsergebnisse sind ohne Befund. Sie können die Bauchschmerzen von Sabrina keiner organischen Ursache zuordnen und gehen davon aus, dass sie psychisch bedingt sind.
Sabrina hat ihren Eltern am Telefon heute erklärt: Ich kann nicht mehr essen. Ich bring einfach nichts mehr runter.

31. August 2009
Sabrina musste erneut für zwei Tage ins Krankenhaus eingeliefert werden und wegen Lähmungserscheinungen stationär mit Infusionen behandelt werden.

12. September 2009
Das Yargitay (Revisionsgericht) in Ankara hat diese Woche den Revisionsantrag zurückgewiesen! Sabrina hat ihre Gerichtsakte zugestellt bekommen. Durch die Abweisung der Revision durch das Gericht in Ankara ist das Urteil in der Türkei endgültig rechtskräftig und somit wäre der Weg frei für die Überstellung nach Deutschland.

28. September 2009
Der türkischer Anwalt Siginak hat ein Eilantrag auf Auslieferung nach Deutschland beim türkischen Justizministerium sowie beim türkischen Außenministerium eingereicht.

 

 

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EIN KALENDER DER BESONDEREN ART

2009/12/01 · Kommentar schreiben


Nun ist es wieder soweit, dass Jahr neigt sich dem
Ende, die Adventszeit hat begonnen. Draußen wird es
kalt und dunkel, in den Häusern hell und warm.
Jetzt ist die Zeit gekommen, sich zu besinnen, wie in
jedem Jahr.

Doch nicht nur die Weihnachtszeit, darf die Zeit der
Besinnung und Herzlichkeit, ja der Menschlichkeit sein.
Wir sind auf dieser Erde, um mit allen Wesen in
Harmonie zu leben, zu jeder Zeit ein jeden Tag.

Legt ab den Stress, den Zorn, den Neid, den Sachgier-
und Statuswahn und lasst uns einfach Menschen sein. Es
wird Zeit zu verstehen, dass man sich nicht immer
ändern kann. Ja Probleme sie sind da, wir Menschen
haben sie erschaffen. Auch jetzt sind sie nicht weg,
nur für kurze Zeit vergessen.

Ja der Advent, es ist eine besondere Zeit. In den
Herzen wird die Sehnsucht wach. Etwas wird gefühlt, was
sonst nicht da. Was kann das nur sein, was für eine
Macht?

Die Seelen blind vom Alltagswahn. Kritik die dauernd
und schmerzend aus vielen kam. Verletzt sich
gegenseitig, getreten wenn wer am Boden lag, ja darin
sah man denn Sinn, auch in diesem Jahr. Welch Ironie
das gerade der Mensch immer braucht einen Schwächeren
und nicht erkennt, dass man Hass nicht lieben kann.

Seid Ihr so blind? Wollt Ihr es nicht sehen? Legt ab
die Masken, lernt zu verstehen. Gefühle, Licht und
Wärme, das Miteinander, ja wir alle, können ändern und
bewegen, genau das was wir nicht sehen.

Nehmt euch nicht die Luft zum atmen, erkennt was euch,
uns allen, von Geburt an gegeben. Erkennt den Fluss der
Träume, nicht nur in euch zu leben. Legt ab die harte
Sachlichkeit, wo der Weg der Hoffnung euch zeigt. Ja
Hoffnung sie wird real, wir werden es erleben.

Soziale Kälte ja sie herrscht schon ein langes Leben,
lasst sie uns verjagen, denn sie ist nicht unsere
Seele. Niemals darf sie werden zu unserem Grab, die
Erde würde es nicht überleben.

Denn denket dran, die Zeit auf Erden ist uns nur
geliehen. Haltet in Ehren was euch am leben hält, legt
ab was euch zerstören will.

Licht und Freiheit – Wärme, Kraft und Seele
verfasst von joachim

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HARTZ VIER FORDERT TODESOPFER

2009/11/26 · 5 Kommentare

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Hartz IV fordert erneut Todesopfer

24.11.09 | von Reimund Acker |

Aichach – Wie am vorgestrigen Totensonntag bekannt wurde, hat sich der 30-jährige Fabian Rappel aus Aichach am 31. Oktober das Leben genommen. Der als sensibel geltende junge Mann war nach einem Maschinenbaustudium arbeitslos geworden und zunehmend an dieser Situation verzweifelt. Er übte kurz vor seinem Tod heftige Kritik an der Sanktionspraxis bei Hartz IV, unterzeichnete eine Petition zu ihrer Abschaffung und sprach sich statt dessen für ein Grundeinkommen aus, dessen Einführung er aber aufgrund mangelnder Einsicht der Menschen in weiter Ferne sah.

Fabian Rappel
Fabian Rappel (* 12.4.1979, † 31.10.2009)

Es gibt deutliche Hinweise dafür, dass Rappel ohne die von ihm als demütigend empfundene Behandlung durch die Sozialbürokratie noch am Leben sein könnte. In einem Beitrag im Forum der Sterbehilfeorganisation Dignitas schrieb er: „Ich kann euch nur sagen, dass ich meinen Lebensinhalt schon immer in sinnvoller Beschäftigung gesehen habe, weder bin ich Alkoholiker, noch anderweitig drogenabhängig, weder körperlich in der geringsten Form beeinträchtigt, noch zu dumm für die Gesellschaft. Jetzt bin ich ausgestoßen, traue mich seit einer Ewigkeit nicht mehr unter Menschen, meide jeden vermeidbaren Kontakt und bin hier gelandet.“ Und in einem anderen Beitrag des Forums richtet er harte Vorwürfe an die Arbeitsagentur: „Ich wurde zu keinem Zeitpunkt beraten, ich wurde belogen, ich wurde gegängelt, mir wurde bei Anfrage Beratung verweigert, ich wurde abgewimmelt, ich wurde zu keinem Zeitpunkt ernst genommen, ich wurde bedroht, mir wurden Anträge vorenthalten, ich wurde bevormundet … Ich werde das nicht noch einmal durchmachen.“

Am 31. Oktober starb Fabian Rappel in seiner Wohnung an einer Vergiftung durch Kohlenmonoxid, das er mithilfe einer selbstgebauten Vorrichtung erzeugt hatte. Nach Auskunft seiner Eltern haben sie seine Aufzeichnungen und Vorwürfe an die zuständige Arbeitsagentur weitergeleitet, aber bislang keine Reaktion darauf erhalten.

Kommentar

  • schrieb am 25.11.09 um 14:17 Uhr ( Permalink ):

  • Es tut mir für den jungen Mann sehr leid, ich hoffe, es geht ihm jetzt besser. Seinen Eltern wohl kaum, aber ich hoffe, es war sein Wunsch, gegen diese Gängelei anzugehen und öffentlich ein Zeichen zu setzen mit seiner Verzweiflungstat.

    Mahnt alle (Eure) Ämter damit!

    Wir brauchen keine weiteren Märtyrer, wir brauchen Menschen, die für die neue Zeit leben. Daher ist die Hartz-IV-Imagekampagne so wichtig. Menschen wie Fabian brauchen sich NICHT zu schämen, „vom Markt“ nicht gebraucht zu werden, JEDER kann in ALG-II rutschen und er ist nicht „schuld“ daran.

    Lieber Fabian, ich hoffe, dass Dir keiner so folgen wird! Ich bin auch Hartz IV und ich schäme mich nicht, ich arbeite viel und habe Spaß dabei, es ist Zeit, sich von den Ansprüchen ans Gebrauchtwerden zu trennen! Menschen wie Dich: Fabians potenzielle Nachfolger, brauchen wir anderen, aber bitte lebendig, damit wir mit und für Euch neu und besser leben können!
    Überwindet Eure Angst, glaubt nicht, dass Ihr nichts wert seid bloß weil Ihr „versagt“!

    Wer hat denn hier versagt? Die kalte Arroganz und der „Vermarktungsdarwinismus“! Also: beteiligt Euch: macht Euch und allen anderen Mut: bekennt Euch öffentlich: ICH BIN HARTZ IV (und noch so vieles sonst, sagt eure Berufe dazu, eure Wünsche und Träume, eure Visionen und solidarisiert euch). Wir haben alle Würde, auch schon (Jahre) vor einem gerechten Grundeinkommen für alle!

    Besucht ab und an diese Seite: www.wirsindhartziv.de – Die ist neu und bald wird sich da mehr tun.

    Bei der Kampagne könnt Ihr Euren Frust ausdrücken, aber nebenbei der Welt zeigen: auch der engagierte Diplomingenieur, die Medizinstudentin in Babypause, die beherzte Werbefachfrau und der 45 Stunden schuftende Friseur gehören dazu: HARTZ IV, das wir uns nicht ausgedacht und wogegen wir im Vorfeld gekämpft haben. Hartz IV gehört zu unserem Leben, egal ob wir es mögen oder nicht. Wir sind darauf nicht reduziert, aber wir „erleiden“ es oder „haben Spaß trotzdem“ oder solidarisieren uns mit allen, die in diese Lage kommen könnten.

    Macht mit, verschweigt es nicht! Fabian hätte keinen Grund gehabt, sich zu schämen: alle, die ihm nicht geholfen haben OBWOHL ER DARUM BAT, sollten sich schämen. Hört auf, eure Energie auf „Bittgesuchsbewerbungen“ zu beschränken: nehmt euch eure Hartzi-Freizeit um für’s Grundeinkommen aktiv zu werden oder um andere Betroffene zu begleiten und ihnen beizustehen!

    Kennt Ihr traurige, unzufriedene Menschen? Es ist besser, wenn sie leben, mit oder ohne Erfolg und ohne Ruhm, lieber als Aussteiger und rotzfrech als tot.
    WEiterhin lieben Dank an Fabian, dass er sich nicht zu einem Anschlag auf Unschuldige hat hinreißen lassen.

    Er hätte sich aber lieber vor den Augen der entsprechenden Sachbearbeiter etwas antun sollen, um ihnen die Kälte des Systems einprägsam darzulegen. Vielleicht hätte dann doch noch der Notarzt helfen können und das Amt wäre für einen Tag lahmgelegt.

    Aber sicher wollte Fabian nicht in eine Psychiatrie eingewiesen werden und lieber sichergehen. Das zeigt, dass er selbst nicht „psychisch krank“ war, sondern keine Kraft und keine Lust hatte, sich einem (psychisch) kranken System länger auszuliefern.

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  • schrieb am 25.11.09 um 14:34 Uhr ( Permalink ):

  • Alle Worte der Anteilnahme können hier sicherlich im Moment nicht über den schweren Verlust hinweghelfen.I n tiefer Betroffenheit

    Madame – Cherie

    Wieder ein schwarzer Tag für die Menschenwürde und die Menschenrechte in Deutschland. Der Tod des jungen Mannes ist so sinnlos.

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  • schrieb am 25.11.09 um 20:29 Uhr ( Permalink ):

  • Es macht mich sehr traurig, wiederum von einem Menschen zu lesen, der wohl an der menschenverachtenden und rein finanzorientierten Verwaltungspraxis erwerbloser Menschen regelrecht zugrunde gegangen ist. Sehr, sehr traurig und zornig. Den Hinterbliebenen wünsche ich viel Kraft und wenn es ihnen etwas bedeutet, Gottes Hilfe für die kommende Zeit. Wie bisher auch, wird sein Tod kaum Beachtung in den Medien finden und viele werden eher noch über ihn schimpfen, als dass sie Mitgefühl zeigen. So kalt ist es in unserer Gesellschaft geworden; oder war es niemals warm?

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  • Gerd

    schrieb am 26.11.09 um 14:22 Uhr ( Permalink ): Das ist tragisch, keine Frage.
    Ich frage mich nur, ob Fabian den Druck auf einer regulären Arbeitsstelle ausgehalten hätte…

  • Hartz IV – Wenn die Seele stirbt      
    Beiträge - Hintergrund
    Dienstag, 10. November 2009 um 15:09 Uhr
    Hat die Erwerbslosigkeit und das Leben unter Hartz IV Auswirkungen auf das physische und psychische Wohlbefinden der Betroffenen ?
    Vermutlich gibt es darüber verschiedene Auffassungen, bei den Betroffenen aber ist die Meinung einhellig ja.Nach dem Arbeitsplatzverlust kam für die meisten sicher erst einmal der Fall ins Ungewisse. Bekomme ich wieder eine Arbeit? Wie lange werde ich arbeitslos sein? Werde ich meine Lebensstandart halten können? Werde ich jetzt arm werden? Wie wird es weitergehen? Die Angst vor der Arbeitslosigkeit treibt die meisten schon vor dem Eintritt der Arbeitslosigkeit herum. Angst ist der Indikator unserer Zeit. Bei den Meisten, beginnt die Angst mit dem täglichen Gang zum Briefkasten. Wieder ein Brief von Job-Center oder Rechnungen die man gar nicht mehr bezahlen kann? Aus dieser Angst heraus hat es besonders zu Beginn der Hartz-Gesetze eine Vielzahl von Suizidhandlungen gegeben, die die Öffentlichkeit bestürzten. Dass man im Laufe der letzten fünf Jahre, in denen nun Hartz IV seine Wirkung entfaltet hat, kaum noch etwas von Suizidhandlungen hört, mag einerseits daran liegen, dass sich viele an dies Lebensform gewöhnt haben, der große Schreck vor der Veränderung verloren ging. Zufriedenheit findet heute auf einem wesentlich niedrigen, unnötig heruntergewirtschafteten Niveau satt. Andererseits heißt es aber nicht, nur weil nichts mehr davon zu hören ist, es diese Suizidalhandlungen nicht mehr geben muss. Mit Sicherheit passen sie nicht in das so pfleglich behandelte Bild, dass die Zusammenlegung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe der ganz große Wurf in der Sozialgesetzgebung der letzen Jahre gewesen sei. Zudem würden solche Meldungen in der Gesellschaft den einen oder anderen doch zum Nachdenken veranlassen, und der wäre dann ja nicht so leicht zu manipulieren.Mit dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit verbinden die meisten erst einmal noch die Hoffnung, baldmöglichst wieder eine Arbeit zu bekommen. Die älteren Arbeitnehmer sind, wenn sie realistisch sind, da schon vernünftiger und machen sich keine großen Illusionen mehr. Spätestens aber nach einem Jahr in der Erwerbslosigkeit erkennen die Betroffenen, dass für sie der Zug der Erwerbstätigkeit abgefahren ist. Sie sind an der Endstation angekommen. Am Abstellgleis. Sie erleben die täglichen Enttäuschungen dauernder Absagen, die oftmals schikanösen Behandlungen in den Job-Centern, den Ärger dauernd falscher Bescheide und erkennen, meist unbewusst, dass sie überhaupt nicht arbeitslos sind, sondern erwerbslos. Arbeit mit Behörden und Bescheiden haben sie meist mehr als vor ihrer Erwerbslosigkeit. Nur bezahlt werden sie dafür nicht. Was ihnen fehlt, ist die bezahlte Erwerbsarbeit, die ihnen auch das Überleben sichert.Aber was macht es mit ihnen? Zeit im Überfluss, mit der sie aber wegen der wirtschaftlichen starken Einschränkungen nichts anfangen können. Für die meisten ging das Gerüst Struktur verloren. Während der Erwerbsarbeit war der Tagesablauf durchstrukturiert. Morgens aufstehen, Frühstücken, zur Arbeit gehen, Mittagspause, Feierabend…, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr mit Ausnahme der Wochenenden und des Urlaubs dasselbe Ritual. Man hatte sich daran gewöhnt. Alles hatte seinen festen Gang, hatte seine Ordnung. Was erkennen wir daran? Dass eine gewisse Ordnung, eine Struktur im Leben sehr wichtig ist. Aber wie können wir lernen, uns diese Struktur im Erwerbslosenleben selbst zu geben? Uns selbst ein Gerüst zu geben, ist auch mit einem Höchstmaß an Disziplin verbunden. Diese müssen wir aber ganz neu erlernen. Ein Leben in der Erwerbslosigkeit und speziell in Hartz IV erfordert schon ein hohes Maß an Charakterstärke, um nicht unter zu gehen und sich nicht selbst gehen zu lassen. Diese Charakterstärke besitzen anfänglich nur die wenigsten und muss häufig ganz neu erlernt werden.Erwerbsarbeit heißt zu der Gesellschaft zu gehören, anerkannt werden, sich etwas leisten können, Teilhabe an der Gesellschaft. Ihr durch die Erwerbslosigkeit und ein Jahr später durch Hartz IV nicht mehr anzugehören, empfinden viele als Schmach.

    „Denn nichts lähmt und schwächt derart wie die Schmach. Sie gräbt an der Wurzel an und untergräbt jede Tatkraft. Sie degradiert Menschen zu beliebig beeinflussbaren Objekten und reduziert alle, die unter ihr leiden, zu wehrlosen Beute. Daher der Reitz der Mächtigen, sich ihrer zu bedienen und sie zu verbreiten. Die Schmach erlaubt es, Gesetze aufzustellen, ohne auf Gegner zu stoßen, und sie dann zu übertreten, ohne Protest befürchten zu müssen. Die Schmach führt in eine ausweglose Situation, sie verhindert jeglichen Widerstand. Die Scham sollte an der Börse gehandelt werden, sie ist ein wichtiger Grundstoff des Profits“.

    Dieses Zitat stammt aus dem preisgekrönten Werk „Terror der Ökonomie“ von Viviane Forrester, das sie bereits 1996, also zu einer Zeit als es noch kein Harzt IV gab, geschrieben hat. Heute ist es aktueller denn je.

    Bei Vielen, die als Langzeitarbeitslose gelten, hat diese lange Zeit der Erwerbslosigkeit deutliche Spuren hinterlassen. Enstruckturierter Tagesablauf, Lustlosigkeit, latente bis sichtbare Depressionen, Hoffnungslosigkeit, Kraftlosigkeit, der schleichende Verlust von Lebensfreude und die eben beschriebene Schmach, oder Scham hat die Verhaltensweisen der Betroffenen nachhaltig negativ verändert. In wieweit psychosomatische Auswirkungen der Betroffenen auf das alltägliche Leben einwirken, scheint bis dato noch nicht erfasst. Überhaupt ist es die Langzeitwirkung der Erwerbslosigkeit, mit der bewusst jeder Stolz, jedes Selbstbewusstsein, jedes Selbstwertgefühl, jede Handlungsaktivität zerstört wird. Die Schikanen der Job-Center als Instrument der Unterstützung, die Wünsche und Machtinstinkte der Industrie und Wirtschaft in praktischer Weise umzusetzen, fördern diese Entwicklung zum gebrochenen Menschen geradezu. Medienhetze und Politikerschelte, ganz gezielt und zeitlich punktuiert immer wieder eingesetzt, fördern ein Feindbild in der Gesellschaft, gegen das sich die Betroffenen durch ihre geschwächte Position und erniedrigte psychische Situation kaum noch wehren können. Langzeitarbeitslose werden als die Sozialschmarotzer unserer Gesellschaft geächtet.
    Menschen die jahrelang, oft Jahrzehnte lang gearbeitet haben, ihre Beiträge zur Sozialversicherung bezahlt haben, wurden durch den Prozess der skrupellosen, entsolidarisierten Profitgier Ihrer Arbeitgeber, der Industrie und Wirtschaft ihrer Arbeit und ihres Lebensinhaltes beraubt. Sie müssen sich für den Erhalt staatlicher Transferleistungen, die sie unter normalen Umständen überhaupt nicht nötig hätten, öffentlich verunglimpfen, beschimpfen und vorführen lassen. Das Mittel der gesellschaftlichen Entsolidarisierung, betrieben durch z.B. Deutschlands größte Tageszeitung, die überall, derzeit für 0,60€, zu erwerben ist, als Teil eines Medienkonglomerats des Axel Springer-Verlags und der Bertelsmanngruppe im Verbund mit SAT1, PRO7 und RTL und immer wiederkehrenden Äußerungen von Selbstdarsteller unserer Republik, welche größtenteils Mitglieder der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (gemeint ist natürlich weniger soziale Marktwirtschaft) sind, klappt in Deutschland auffallend gut. Egal ob Medienhetze, Politikerschelte, Sarrazins Ernährungstipps für ausgewogene Mahlzeiten, oder die Studien zweier Chemnitzer Professoren, es wird keine Möglichkeit ausgelassen, Erwerbslose und Hartz IV-Emfpänger öffentlich zu denunzieren wo es nur geht. Deutschland hat aus seiner Geschichte überhaupt nichts gelernt. Nur heute geschieht das alles wesentlich subtiler.

    Bei den meisten Hartz IV-Empfängern hat die Langzeitarbeitslosigkeit die gravierendsten Spuren hinterlassen. Von der anfänglich erwähnten Strukturlosigkeit, beklagen die meisten auch den schleichenden Verlust der Lebensfreude, Energie, Begeisterungsfähigkeit und Interessen an Dingen, die ihnen früher Freude machten. Dies resultiert vorwiegend aus dem Druck andauernder materieller Zwangsenthaltsamkeit, der systematischen Auszehrung, sich ganz normale Dinge nicht mehr leisten zu können. Hobbys die vor der Erwerbslosigkeit gepflegt werden konnten, mussten danach aufgegeben werden. Also Dinge die einem Freude bereitet haben, an denen man Interesse hatte, die einen Ausgleich zum beruflichen Alltag schafften und die neue Kontakte zu Menschen mit selben Interessen schaffte, ging verloren. Austritte aus Vereinen, Sport, Kultur und anderen Interessengebieten waren und sind die Folge. Die soziale Isolation, die Tatsache nicht über die Dinge sprechen zu können, die einen bedrücken, die langanhaltende Zwangsverzicht, die emotionelle und materielle Armut, die Schmach Scham und Angst sich öffentlich zu der eigenen, oftmals unverschuldeten Situation öffentlich zu bekennen, macht das Leben für Viele zur Qual. Die Beschwerden und Entwicklungen sind bei den verschiedenen Bedarfsgemeinschaftstypen oftmals ähnlich und doch auch wieder verschieden. Hauptsächlich unterscheidet man zwischen Familien, Mehrpersonenbedarfsgemeinschaften, Singlehaushalten, Jugendlichen und Kindern. Am gravierendsten sind die Entwicklungen jedoch bei Familien, Singlehaushalten und Jugendlichen. Aber auch zwischen Männer und Frauen gibt es deutliche Unterschiede, wie ihnen ihr Hartz IV-Dasein zu schaffen macht. Ebenfalls gib es Erhebungen zwischen Erwerbstätigen und Erwerbslosen über die Häufigkeit und Art der Beeinträchtigungen. Besonders oft wird berichtet, dass der Bewerbungsdruck, die Abhängigkeit von Arbeitsamt und Job-Center, die Fülle von Sanktionen, die Laune der Fallmanager, der durch Hartz IV ausgeübte Zwang zur Arbeit, welcher in der Regel jedoch nie eine Festanstellung bringt, die andauernde Gängelung, die Entmündigung, die Zwangserziehung, die Entdemokratisierung, also der reine Gehorsam, am meisten auf die Seele und das Gemüt schlagen. Von vielen ehemaligen Hartz IV-Empfängern hört man, wenn sie aus den Mühlen dieses Systems gefallen sind, sei es durch Arbeitsaufnahme, oder Frühverrentung, dass eine unheimliche Last von ihnen gefallen wäre, sie eine unglaubliche Erleichterung spüren würden.

    Diese Aussage alleine verdeutlicht wohl am besten, wie sehr Hartz IV die Menschen demütigt und bedrückt, ihnen jede Lebensfreude, Hoffnung, und Würde nimmt.

    Die hauptsächlichen Unterschiede zwischen Familien, Singles und Kinder/ Jugendlichen liegen in folgenden Punkten :

    Probleme in Familien:

    Familiärer Zusammenhalt zerbricht, Zwischenmenschliche Beziehungen leiden unter der Situation, Man redet nicht mehr miteinander, Überforderung der täglichen Dinge, Ungeduld, Gereiztheit, emotionale Verwahrlosung, finanzielle Sorgen nehmen überhand, Sorgen um das tägliche warme Essen, reicht es für alle, reicht es bis zum Monatsende ? Eltern mit eigenen Problemen überfordert, jeder lebt für sich, Kinder werden zu Last, keine Erholung, Urlaub mehr, keine Privatsphäre mehr, Aggressionen gegen Familienmitglieder untereinander, Geld für Schulsachen, Essensgeld, Ausflüge, usw. fehlt. Das soziale Gerüst innerhalb der Familie zerfällt.
    Ausnahmen gibt es, aber wenige halten dem Dauerdruck stand

    Probleme bei Singles – Frauen und Männern:

    Verstärkte Existenzängste, Tendenz zur Vereinsamung, Sozialer Rückzug, Trauer, Tendenz zu depressiven Verstimmungen, Sucht nach Geborgenheit, Wärme, menschliche Nähe, Verstärkter Wunsch nach kommunikativem Austausch, Geselligkeit, Partnersuche sehr erschwert, besonders für Männer außerhalb Hartz-IV Bereich fast unmöglich, anfälliger für psychische Erkrankungen durch Isolationsempfinden, Oftmals Tendenzen zu psychischen Erkrankungen wie Derealisation, Depersonalisation, schizoidem Verhalten, Herabsetzung der Psychognomie,(Erlebnisqualität) Herabsetzung der Viliganz,(Grad der sinnlichen und geistigen Reitzbarkeit) , Veränderung der Verhaltensweisen hin zu latent infantilem Benehmen als Ausdruck der Sucht nach gewollt werden, Geborgenheit, in den Arm genommen werden, Anerkennung, Aufmerksamkeit, beschützt werden wollen, Liebe erfahren,

    Probleme bei Jugendlichen:

    Verstärkte Abkehr von den Eltern, innerer Rückzug, emotionale Verwahrlosung durch sich selbstüberlassen sein, niedrigere Frustrationstoleranz, verstärkter Hang zur Gewalt und Kriminalität, Verstärkte Tendenz zum Jugendalkoholismus, Abzocken, klauen, erpressen, saufen gelten als „übel geil“. Suche nach Anerkennung bei Gleichaltrigen, immer mehr verstärkte Kinder- und Jugendarmut, Ausgegrenztheit, Schulangst, nicht mehr erreichen eines Schulabschlusses als Zeichen der Hoffnungslosigkeit, daraus folgt keine Ausbildung oder Studium, In Schulen wird das Ausfüllen von Hartz V-Anträgen geübt, was für eine pädagogisch wertvolle Arbeit ? Perspektivlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeitsgefühle, Leistungs-verweigerung, Depressionen, Psychische Probleme in der Adoleszenz, auffallende Häufung von Empfehlungen für Einweisung in die Jugendpsychiatrie,

    Bei den Mehrpersonenbedarfsgemeinschaften (also z.B. Wohngemeinschaften) sind die Probleme durch die Ausgewogenheiten und Vielfalt der Mitbewohner aufgeteilt in Geschlecht, Nationalität und Alter oftmals am besten zu meistern, da hier keine direkte persönliche Verpflichtung besteht, dem andern zu helfen. Die Möglichkeit, es ohne moralischen Druck trotzdem tun zu können, erleichtert die Lösung von Konflikten und Problemen enorm und die Freiwilligkeit der Hilfe bringt oft erträgliche Lösungen für die Hilfesuchenden. Das Gefühl, da ist jemand, mit dem ich reden kann, nicht alleine zu sein, Geborgenheit in einer Gemeinschaft zu erleben macht stark und solidarisiert. Hiervon können Singles in ihrem täglichen einsamen Leben zu Hause nur träumen, wenn sie nicht gelernt haben mit dieser Situation umzugehen und sich nicht zu organisieren.

    Beschwerden Erwerbstätige:

    * Umfrage: von 226 Erwerbstätigen 19% demoralisiert
    * Keine entstrukturierte Zeitgestaltung
    * 9% trinken regelmäßig Alkohol
    * In 1000 Versicherungsjahren:
    * 116 Krankheitstage wegen psychiatrischen Erkrankungen
    * 12% stationäre Leistungstage im Kalenderjahr
    * Risiko früher zu versterben: 09%

    Beschwerden Erwerbslose

    * Umfrage: von 226 Erwerbslosen 43% demoralisiert
    * 48% Zeitgestaltung entstrukturiert
    * 46,8% trinken täglich Alkohol
    * In 1000 Versicherungsjahren: 876 Krankheitstage wegen psychiatrischer Erkrankungen
    * 36% stationäre Leistungstage im Kalenderjahr
    * Risiko früher zu versterben: 47%

    Beschwerden Frauen, erwerbslos

    * Psychiatrische Erkrankungen: 12%
    * am häufigsten wegen Entbindungen, 57% deutlich mehr als bei erwerbstätigen Frauen: 14%
    * Alkoholabhängigkeit bei erwerbslosen Frauen: 14%
    * Bei erwerbstätigen Frauen: 03%,
    * 36% stationäre Leistungstage im Kalenderjahr

    Beschwerden Männer, erwerbslos

    * Psychiatrische Erkrankungen: 41%
    * Erkrankung wegen Alkohol, Medikamenten- und Drogenkonsum, Alkoholpsychosen, Leberschäden, Psychosen, Neurosen,
    * 17% stationäre Leistungstage im Kalenderjahr

    Zusammenfassend kann man sagen:

    Hartz IV ist Tötung durch Armut. Das mag sich zunächst brutal anhören, ist aber eine Tatsache. Alleine dass die wahrscheinliche Sterberate bei Erwerbslosen und Armen um ein vielfaches höher ist, als bei Arbeitenden und Normalverdienern, belegt diese Aussage.

    Es ist oftmals ein langsames, leises Sterben. Es beginnt mit dem Verlust jeglicher Lebensfreude, Begeisterungsfähigkeit, Empfindungen, Interesse an Dingen, die eigentlich reizvoll wären, Es mündet oft in Desinteresse, Teilnahmslosigkeit, Lustlosigkeit, Trägheit, Depression, Kraft- und Energielosigkeit und steigert sich ,oft selbst unbemerkt, in unregelmäßiger Nahrungsaufnahme mit einem Essen, dem es an jeglichen gesunden Nährstoffen fehlt. Gesunde Ernähung ( Obst, Gemüse, Fisch u. v. m.) ist auf Grund mangelnder ökonomischer Verhältnisse gar nicht möglich. Erkrankungen kommen oft auch durch mangelnde ärztliche Vorsorge, weil oftmals nicht mal mehr die 10.-€ Praxisgebühr aufgebracht werden können. So wird Vieles schleifen gelassen, bis es oftmals zu ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt. Zahnersatz kann schon gar nicht mehr garantiert werden. Mit mangelhaftem und von Zahnlücken übersätem Gebiss kann keine dauerhafte gesunde Ernährung mehr erfolgen. Wenn nicht der Freitod gewählt wird, so sorgen schon der Verzehr von billigem Fraß für ein verfrühtes Ableben. Kummer, Sorgen, Gram und Angst sorgen für das Übrige.

    Durch den Bezug der Hartz IV-Leistung fühlen sich die meisten ausgegliedert aus einem System, das ihnen Sicherheit, Geborgenheit und auch ein Stück Heimat gab. Durch die gesellschaftliche Ausgrenzung, durch öffentlich propagandierte Ächtung, durch Armut bis zum Lebensende, durch die Abschiebung in eine Parallelgesellschaft hat für die meisten der Begriff der Geborgenheit und Heimat seine Bedeutung verloren. Sie sind Heimatlose im eigenen Land, in dem sie durch ein Armutsgesetz gefangengehalten werden. Welcher Hartz IV-Empfänger wird sich einmal wieder einen Urlaub leisten können, wird er jemals noch einmal in seinem Leben das Meer sehen, die Alpen besteigen können, wann wird er wieder einmal Paris, London oder San Fransisco sehen ? Und wie ist das eigentlich mit Weihnachten ? Die Sorgen der Familien mit den Eltern, die ihren Kindern aber auch jeden Wunsch abschlagen müssen, gar nicht zu vergessen. Der immer gleiche Trott, nie eine Abwechslung, nie einmal etwas schönes erleben, kein Ausflug, kein Biergarten, kein Kino, kein Theater oder Musical, kein Auto, keine uneingeschränkte Beweglichkeit , womit haben Hartz IV-Bezieher das alles eigentlich verdient?

    Neue zwischenmenschliche Kontakte sind für Hartz IV-Empfänger außerhalb ihres Kreises kaum noch möglich. Sie können finanziell nirgends mithalten, ein Hartz IV-Mann kann eine Frau, falls sie sich überhaupt mit ihm abgibt, kaum zum abendlichen Essen in ein schönes Lokal einladen. Von anderen Dingen ganz zu schweigen. In einer von Konsum orientierten Welt, kann ein Hartz IV-Empfänger überhaupt nicht mehr bestehen. Er muss mit den selben Regeln leben, muss den selben Wettkampf bestreiten und wird doch an seinem Fortkommen so brutal gehindert. Vermittlungen durch Job-Center finden überhaupt nicht statt, und findet mal ein Hartz IV-Empfänger eine der seltenen Chancen eine feste Arbeit ohne Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen zu bekommen, werden ihm mit allen Mittel vom Job-Center Steine in den Weg gelegt. Job-Center sind in Deutschland nichts anderes als Job-Verhinderungscenter und Handlanger der Industrie – und Wirtschaft. Das einhalten von Gesetzen und Regeln ist nicht ihr Ding. Und da fragt sich noch einer, was das mit den Betroffenen macht?

    Sind die Hartz IV-Emfpänger nicht die wirklichen Leistungsträger dieser Gesellschaft? Sie ermöglichen durch ihren Zwangsverzicht einer Gesellschaft, die sie verstößt und an ihnen verdient, doch erst, dass sie diese Leistungen und Gewinne erbringen können. Hartz IV-Emfänger sind nicht die Wunschkinder dieser Gesellschaft, und so werden sie auch behandelt, wie ungewollte, ungeliebte Kinder.

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    GRUNDEINKOMMEN FÜR ALLE

    2009/11/15 · 3 Kommentare

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    Fünf Gründe für ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle

    Nicht nur der Neoliberalismus, im Prinzip alle klassische Volkswirtschaft begreift Ökonomie als Verwaltung des Mangels. Dem setzt Attac einen prinzipiellen Widerspruch entgegen, eine völlig konträre Position: Es ist genug für alle da! Jeder Mensch hat, nur einfach so, weil es ihn gibt, ein Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und am gesellschaftlichen Reichtum. Das muss sich niemand verdienen, nicht durch Arbeit, nicht durch Wohlverhalten, durch gar nichts. Das ist Menschenrecht. Dem steht nicht entgegen, dass die Menschheit mit begrenzten Gütern haushalten muss. Aber das heißt für uns solidarisches Teilen und nicht Konkurrenz um das möglichst größte Stück für mich.

    Teilhabe ist in den modernen Gesellschaften nur möglich, wenn man über ein Einkommen verfügt. Bisher war das in den industrialisierten Ländern weitestgehend an eine Erwerbsarbeit gebunden. Aus den skizzierten menschenrechtlichen und auch aus ökonomisch-pragmatischen Erwägungen ergibt sich der Vorschlag zukünftig jedem Menschen unabhängig von Erwerbsarbeit ein Grundeinkommen zu gewähren. Dafür gibt es (mindestens) fünf gute Gründe:

    1. Wir können es: Der gesellschaftliche Reichtum ist vorhanden

    Wir leben in einer Gesellschaft, die über einen nie gekannten Reichtum verfügt. Ich rede hier nicht von Geld. Geld ist, wenn’s ernst wird, ja nichts als bunt bedrucktes Papier oder Zahlen in einer Bilanz. Das kann man nicht essen oder zu irgendetwas Konkretem gebrauchen. Ich rede vom materiellen Produkt, vom unmittelbaren stofflichen Reichtum. Weltweit gibt es genügend Nahrung, Ressourcen zum Wohnungsbau, Gegenstände des täglichen und des langfristigen Bedarfs um allen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen. Es gibt auf der Ebene des vorhandenen Produkts keinen Mangel und damit keinen ökonomischen Grund für Elend und Hunger. Eine ausreichende Versorgung aller ist eine Frage der Verteilung und des politischen Willens.

    2. Wir können es dauerhaft: Die Reproduktion des Reichtums ist mit wenig Arbeit möglich

    Wir leben erstmals historisch in einer Gesellschaft, die mehr produzieren kann, als alle für ein gutes Leben brauchen. In früheren Zeiten führten Produktivitätsfortschritte lediglich dazu, dass mehr Menschen satt werden konnten oder dass für eine zunehmende Zahl das Elend abnahm. Heute kann der immense gesellschaftliche Reichtum offenbar mit weniger unmittelbarer menschlicher Arbeit hergestellt werden, als uns zur Verfügung steht. Ich will hier dem Gedanken nicht nachgehen, dass sich dies gerechterweise darin niederschlagen sollte, dass alle weniger arbeiten müssten und nicht darin, dass einige mehr und andere gar nicht mehr arbeiten, obwohl auch das ein wichtiger Aspekt dieser Sache ist.

    Hier geht es mir darum, dass wir offenbar über die Technologie, das Wissen, die Erfahrung verfügen, die es uns ermöglichen, den gesellschaftlichen Reichtum zu reproduzieren, ohne die Einzelnen dauernd und kompromisslos zur Arbeit zu zwingen. Ich bin überzeugt, dass so gut wie alle Menschen Lust haben, tätig zu sein, sich mit Natur und Umwelt auseinander zu setzen, kreativ und produktiv etwas zu machen. Aber selbst wenn einige das erst mal verweigern würden, könnte diese Gesellschaft das verkraften ohne zu verarmen. Bei vielen geht es ohnehin weniger darum, gar nicht zu arbeiten als darum, die konkreten Arbeiten abzulehnen, die gefährlich, schädlich, uninteressant sind. Wäre erst mal niemand gezwungen, jede Arbeit um jeden Preis anzunehmen, weil jedeR über ein Einkommen verfügte, würde sich der Charakter der Arbeit ändern. Die Angebote würden interessanter, berücksichtigten mehr eigene Bedürfnisse oder müssten zumindest besser bezahlt werden. Langeweile und Neugier würden mit der Zeit das Ihre tun.

    3. Wir können es bezahlen: Ein Grundeinkommen ist finanzierbar

    Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle eines Grundeinkommens. Es gibt Überlegungen, einen bestimmten Betrag an jede Person auszuzahlen, es gibt die Idee, das vorab mit der Steuer zu verrechnen, es gibt die Vorstellung, das Vorhandensein von Arbeitseinkommen zu prüfen und dann auf eine Mindesthöhe aufzustocken. Es gibt unterschiedliche Vorstellungen über die notwendige Höhe eines Mindesteinkommens. All das ist offen und muss diskutiert werden. Aber gemeinsam ist all diesen Überlegungen, dass sie vielfältig durchgerechnet wurden und dass feststeht, dass sie bezahlbar sind. Bisherige Sozialversicherungsbeiträge, die Beträge sozialer Umverteilung, die Abschaffung heutiger bürokratischer Kontroll- und Verwaltungsapparate und eine gerechtere Heranziehung hoher Einkommen und Vermögen reichen allemal zur Finanzierung.

    4. Wir müssen es: Die Vollbeschäftigung kommt nicht wieder

    Bisher sind in der BRD und in vielen anderen Ländern soziale Ansprüche und Leistungen an Erwerbsarbeit gekoppelt. Das kann nur dann zu einer umfassenden Versorgung und Vorsorge führen, wenn weitestgehend jedeR eine solche Arbeit hat. Dieser Zustand der Vollbeschäftigung war aber offensichtlich historische Ausnahme. Es spricht nichts dafür, dass er wieder herstellbar wäre. Die Zunahme der Produktivität lässt sogar eher erwarten, dass wir uns noch weiter davon entfernen als schon jetzt. Aber selbst wo diese Einschätzung der Produktivitätsentwicklung nicht geteilt oder nicht gewünscht wird, behauptet kaum jemand ernsthaft, dass auf absehbare Zukunft Vollbeschäftigung wieder möglich sein werde. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als Einkommen und Erwerbsarbeit zunehmend zu entkoppeln. Soziale Teilhabe oder Ausgrenzung hängen in Zukunft wesentlich davon ab, dass ganz real jedeR über ein Einkommen verfügt, auch wenn sie oder er keine Erwerbsarbeit hat. Eine Arbeitsstelle mag ein Recht sein, ein Einkommen ist eine Notwendigkeit.

    5. Wir müssen es wollen: Der alte Sozialstaat war ohnehin keine emanzipatorische Einrichtung

    Ich finde diese Perspektive auf  ein Ende der Vollbeschäftigung, auf eine Trennung von Arbeit und Einkommen höchst erfreulich. Es ist gut, dass es all die Produktivitätsforschritte gibt, die es uns ermöglichen, immer weniger Zeit mit Erwerbsarbeit zu verbringen. Es gibt so viele Tätigkeiten, die der Erwerbsarbeit vorzuziehen sind! Rationalisierung ist etwas Gutes, wenn sie zu mehr Zeit führt, über die wir selbst bestimmen können. Es fallen mir noch eine ganze Reihe von Arbeiten ein, die schwer, schädlich, schmutzig, stumpfsinnig sind und die doch bitte von Maschinen erledigt werden sollten.

    Und es geht nicht nur um den Inhalt der konkreten Arbeit, es geht auch um den herkömmlichen Sozialstaat als gesellschaftliches Regulationsmodell: Ich will nicht zurück zu einem Staat, der über Arbeit reguliert, sortiert, Rangordnungen des Ansehens festlegt. Ich will nicht zurück zu einem (Fabrik)Arbeitssystem, das anpasst und zurichtet, damit die Beteiligten sich problemlos beherrschen lassen. Ich will nicht zurück zu einem Sozialstaat, der Anspruch auf soziale Teilhabe an die Unterwerfung unter diese Arbeitsreglementierung bindet, der Frauen, Kranke, Unangepasste ausgrenzt oder an einen männlichen Hauptverdiener und „Ernährer“ bindet.

    Nicht zufällig haben im Zuge des Aufbruchs Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts (nicht nur aber) vor allem Jugendliche massenweise freiwillig die Prekarität aufgesucht um dieser Reglementierung zu entkommen. Die alte emanzipatorische Sozialstaatskritik ist immer noch richtig, auch wenn sie im Zuge der neoliberalen Offensive zum Teil verschüttet wurde. Um nicht missverstanden zu werden: Was es an sozialen Errungenschaften und Reglungen gibt, muss verteidigt werden. Niemals dürfen wir unvollkommenes Vorhandenes aufgeben ehe wir etwas besseres Neues wirklich haben. Aber kämpfen sollten wir für ein solches Neues, nicht für das verlorene Alte.

    Und da wäre ein Grundeinkommen ein wichtiger erster Schritt. Es würde uns durch die Prekarität aller heutigen Lebensverhältnisse hindurch den Blick auf eine emanzipatorische Gesellschaft öffnen, in der Menschen nicht mehr vernutzt würden, sondern in Kenntnis ihrer eigenen Bedürfnisse und unter Nutzung ihrer eigenen Fähigkeiten ihre Lebenswelt selbstbewusst gestalten. Zu dieser Gestaltung würde dann selbstverständlich auch die Reproduktion es gesellschaftlichen Reichtums gehören.

    Werner Rätz

    (im Feb. 2005)

    lesenswerte und sehenswerte links.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen

    http://www.grundeinkommen.de/die-idee

    http://www.dailymotion.com/video/x6ycy9_grundeinkommen-ein-filmessay_news“>Grundeinkommen

    http://www.initiative-grundeinkommen.ch/content/wie/

    http://www.grundeinkommen.tv/blog/

    http://www.unternimm-die-zukunft.de/

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    SUIZID – EIN TABUTHEMA

    2009/11/13 · Kommentar schreiben

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    Selbstmord-Statistik für Deutschland 1980-2005

    Im Jahr 2005 starben in Deutschland 10.260 Menschen durch Suizid (7.523 Männer und 2.737 Frauen). Die Suizidrate (d.h. der Anteil der Suizide auf 100.000 Einwohner) beträgt 12,4 (18,6 bei den Männern und 6,5 bei den Frauen; Quelle: Statistisches Bundesamt). Das Verhältnis der Suizidrate von Frauen zu Männern liegt bei 1:2,9.

    Die Dimension wird durch einige Vergleichszahlen der letzten Jahre deutlich:

    • Verkehrsunfälle: 5.361
    • HIV-Infektionen: 720
    • Illegale Drogen: 1.326
    • Mord und Totschlag: 869

    Die offiziellen Angaben über Suizide unterschätzen die tatsächliche Zahl. Es kann von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Unter den Todesarten Verkehrsunfälle, Drogen und den unklaren Todesursachen dürfte sich noch ein erheblicher Anteil nicht erkannter Suizide verbergen.

    Die statistischen Angaben über Suizide unterliegen noch weiteren Fehlerquellen wie Fehler bei der Datenübermittlung und unterschiedliche Dokumentationsmethoden. Die Daten des Statistischen Bundesamtes können deshalb als eine sehr konservative Schätzung der tatsächlichen Anzahl der Suizide gewertet werden, die um mindestens 25% höher angenommen wird.

    Schmidtke (1996) berechnete die Wahrscheinlichkeit eines Suizids über die gesamte mittlere Lebensspanne einer individuellen Person. Demnach stirbt in den alten Bundesländern jeder 71. Mann (bei einer mittleren Lebenserwartung von 72,9 Jahren) und jede 149. Frau (bei einer Lebenserwartung von 79,3 Jahren) durch Suizid. Im Gebiet der ehemaligen DDR sind es jeder 51. Mann und jede 117. Frau.

    Suizide in Deutschland 1980 – 2005


    Für diese Grafik wurden die Daten von Bundesrepublik Deutschland und DDR zusammengefasst.
    Quelle: Statistisches Bundesamt


    Suizidraten in Deutschland 1980 – 2005


    Für diese Grafik wurden die Daten von Bundesrepublik Deutschland und DDR zusammengefasst.
    Quelle: Statistisches Bundesamt

    Die Anzahl der Suizide schwankt zwischen 18.825 (1981) und 11.065 (2000) im Jahr. Aussagekräftiger ist allerdings die Suizidrate. Sie ist seit ihrem Höhepunkt von 32,9 im Jahre 1982, und besonders deutlich ab Mitte der achtziger Jahre, am Sinken und hat sich in den letzten vier Jahren tendenziell stabilisiert. Diese Tendenz der sinkenden Suizidraten gab es sowohl in den neuen als auch in den alten Bundesländern. Eine eindeutige Ursache für diese Entwicklung kann nicht angegeben werden. Vermutlich kann sie auf mehrere Ursachen zurückgeführt werden:

    • Die demographische Entwicklung in Deutschland. Da die Anzahl der vollendeten Suizide im höheren Lebensalter ansteigt, hat die Veränderung der Altersstruktur der Gesellschaft Einfluss auf die Suizidrate. Einige Epidemiologen (Schmidtke 2000) halten wegen des steigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung demnächst wieder einen Anstieg der Suizidrate für möglich.
    • Die Verbesserung und Fortschritte in der Notfall- und intensivmedizinischen Versorgung.
    • Die Verbesserung der Versorgungsleistungen im Gesundheitswesen für bestimmte Risikogruppen (z.B. Drogenabhängige).
    • Eine Verschiebung von Suiziden in der Erhebung zu anderen Todesursachen, besonders Drogen und den unklaren Todesursachen.

    Die Suizidraten variieren sowohl zwischen den alten und neuen Bundesländern als auch zwischen allen Bundesländern erheblich.

    Da eine getrennte Statistik für die alten und neuen Bundesländer nur von 1980 bis 1997 erhoben wurde, können Vergleiche nur für diesen Zeitraum vorgenommen werden.
    Die Suizidrate ist in den neuen Bundesländern bedeutsam höher als in den alten Bundesländern. Es ist allerdings davon abzuraten, aus dieser Tatsache voreilige Schlüsse zu ziehen (z.B. der Unterschied ist ein Ausdruck der „Wende“, der Arbeitslosigkeit oder von Sinnkrisen). Zu berücksichtigen ist das Faktum, daß es auf dem Gebiet der ehemaligen DDR in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auch schon vor 1938 eine höhere Suizidrate gegeben hat. Das gleiche gilt auch für die Stadtstaaten Hamburg und Bremen in den alten Bundesländern. Das Verhältnis Frauen zu Männern lag 1997 bei 1:2,6 in den alten und bei 1:3 in den neuen Bundesländern. Die höchste Suizidrate in den alten Bundesländern hatte im Jahre 1999 Hamburg, die niedrigste das Saarland. In den neuen Bundesländern hatte Sachsen die höchste Suizidrate und Mecklenburg-Vorpommern die niedrigste.
    Innerhalb der Bundesländer gibt es beträchtliche Unterschiede. So hat Nordrhein-Westfalen die niedrigste (9,4) und Sachsen die höchste Suizidrate (16,2). Bei den Männern liegt die höchste Suizidrate ebenfalls in Sachsen (24,2) und die niedrigste in Nordrhein-Westfalen (14,1). Mit 8,6 haben Sachsen und Hamburg die höchsten Suizidraten für Frauen und Mecklenburg-Vorpommern die niedrigste (3,8). Auch das Verhältnis der Suizidrate von Frauen zu der von Männern variiert erheblich. Die Suizidraten variieren nach Geschlecht und Alter.

    Die Suizidrate steigt mit dem Lebensalter. Während die Suizidrate bei jungen Menschen vergleichsweise niedrig ist, steigt sie besonders bei Männern ab dem 60. Lebensjahr erheblich an. Durch die relativ geringe Suizidrate bei jungen Frauen gewinnt die Anzahl der Suizide älterer Frauen an Gewicht: jede zweite Frau, die einen Suizid begeht, ist älter als 60 Jahre (1.409 von 2.737 Frauen im Jahre 2005).

    Dagegen ist der Suizid bei Menschen unter 40 Jahren nach den Unfällen die zweithäufigste Todesursache. Jeder vierte Tod eines Menschen unter 30 Jahren ist ein Suizid. Bei den Suizidmethoden überwiegt sowohl bei Männern als auch bei Frauen das Erhängen (ca. jeder zweite Suizid in 1999, 4.480 Männer und 1.187 Frauen). An zweiter Stelle stehen Vergiftungen und an dritter Stelle Feuerwaffen bei den Männern und „Sturz aus der Höhe“ bei Frauen. Das Risiko eines Suizids ist bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung generell erhöht. Als Gruppen mit im Vergleich zur Gesamtbevölkerung erhöhtem Suizidrisiko gelten besonders Depressive, Alkoholiker, Medikamenten- und Drogenabhängige und Alte und Vereinsamte. Suizidalität hat ein hohes Mortalitätsrisiko: Nachuntersuchungen ergaben, daß ungefähr jeder 5. bis 10. Mensch, der einen Suizidversuch unternommen hat, später durch Suizid stirbt.

    Suizidversuche

    Im Gegensatz zu Suiziden werden Suizidversuche aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mehr erfaßt. Angaben über die Häufigkeit sind daher Schätzungen aus wissenschaftlichen Studien. Im Vergleich zu den Suiziden gibt es erhebliche Unterschiede:

    1. Suizidversuche werden häufiger von Frauen als von Männern durchgeführt. Die Schätzungen betragen für 1996: 122/100.000 für Männer und 147/100.000 für Frauen (Schmidtke 1998). Anders gesagt bedeutet dies, daß auf jeden Suizid eines Mannes 5,5 Suizidversuche entfallen und auf jeden Suizid einer Frau 18 Suizidversuche. Für 1996 würde dies ca. 48.600 Suizidversuche von Männern, ca. 61.600 Suizidversuche von Frauen oder 110.200 Suizidversuche insgesamt bedeuten. Vermutlich liegt die tatsächliche Zahl deutlich höher.
    2. Suizidversuche werden häufiger von jungen als von alten Menschen unternommen.
    3. Bei den Methoden des Suizidversuchs standen 1996 bei Männern und Frauen an erster Stelle Vergiftungen, gefolgt von Schnittverletzungen, Sturz und Erhängen (Schmidtke 1998).

    Die Anzahl schwerer (Mehrfach-) Verletzungen nach einem Suizidversuch, die eine aufwendige chirurgische, intensivmedizinische, neurologische u.ä. Behandlung mit anschliessender beruflicher Rehabilitation oder Frühberentung zur Folge haben können, wurde auf 11.000 im Jahr geschätzt (Schweiberer, Ruchhotz, Pajonk 1995). Bislang wurde nach unserer Kenntnis die Häufigkeit von Suizidalität in Form von suizidalen Gedanken und Erlebensweisen, die sich noch nicht in einem Suizidversuch ausgedrückt haben, nicht untersucht.

    Quelle:
    © Therapie-Zentrum für Suizidgefährdete (TZS) Hamburg, Germany


    Anschrift des Verfassers

    Georg Fiedler, Dipl.-Psych.
    Therapie-Zentrum für Suizidgefährdete
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
    Martinistrasse 52
    20246 Hamburg
    email: tzs@uke.uni-hamburg.de

     

     

     
     

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