Im Neoliberalismus „habe ich die Freiheit, überall hin zu reisen. Die Freiheit, nicht das Geld“

 

Liebe Frau Merkel,

mein Name ist Heidi Langer, ich bin 45 Jahre alt und stamme aus der ehemaligen DDR.
Als Kind, Jugendliche und junge Frau habe ich die Bundesbürger glühend um das beneidet, das man Freiheit nennt. 1989 bin ich – gemeinsam mit vielen anderen – auf die Straße gegangen, weil ich diese Freiheit auch für mich und meine Kinder wollte. Wir haben damals etwas bewirkt. Etwas Großartiges. Für unser Land, für uns alle.
Dachten wir.

Heute bin ich selbst Bundesbürgerin. Ich habe die Freiheit, überall hin zu reisen. Die Freiheit, nicht das Geld. Da geht es mir wie Millionen anderen in diesem Land. Darüber beklage ich mich nicht, denn es war meine eigene Entscheidung, drei Kinder zu bekommen, sie großzuziehen und dafür meine berufliche Laufbahn zurückzustellen. Im Jahre 2002 habe ich mich selbstständig gemacht, musste meine Firma aber 2006 nach dem Tod meines Mannes wieder schließen, um für meine traumatisierten Kinder da sein zu können. Seither habe ich in mehreren Firmen Teilzeit- oder Minijobs gemacht, um mir zu meiner Witwenrente etwas dazuzuverdienen; auch der Bezug von Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB II ist mir nicht fremd.
Ich habe also all das schon mal selbst erlebt, und meine Meinung beruht auf meinen eigenen Erfahrungen.

Was außer der Reisefreiheit habe ich 1989 noch für mich erreicht?

Ich habe die Freiheit, nicht zur Wahl zu gehen, ohne anderntags unfreundlichen Besuch zu bekommen. Aber diese Freiheit verliert viel an Gewicht, wenn man erstmal erkannt hat, dass ohnehin keine Partei zur Wahl steht, die wirklich die Interessen der Bevölkerung vertritt.

Ich habe die Freiheit, mit meinen Steuergeldern andere Länder, Banken oder Großkonzerne zu unterstützen, in mittelbarer Täterschaft in wieder anderen Ländern Krieg zu führen und mich bestrafen zu lassen, falls ich die AO, all ihre Ausnahmeregelungen und die Ausnahmen von den Ausnahmen nicht verstehe, für deren Auslegung spezialisierte Rechtsänwälte jahrelang studieren.

Ich habe die Freiheit, mich einem Justizsystem zu unterwerfen, das immer häufiger Willkür statt Recht spricht – im Namen des Volkes wohlgemerkt – und das gelegentlich das Grundgesetz komplett außer acht lässt oder es so verzerrt, dass es nicht mehr wiederzuerkennen ist.

Ich habe die Freiheit, Ihnen, Frau Merkel, Ihren Politikerkollegen und den Lobbyisten und Aktionären der Konzerne und Banken ein gutes Auskommen zu ermöglichen, dessen Höhe Sie selbst willkürlich festlegen.

Ich habe die Freiheit, mit meinen GEZ-Gebühren die Gehirnwäsche mitzufinanzieren, der man die Bevölkerung jeden Tag unterzieht. Immerhin soll ich ja nicht irgendwann behaupten können, ohne mein eigenes aktives Zutun verblödet zu sein.

Das Grundgesetz gesteht mir mit Artikel 5 auch die Freiheit zu, meine Meinung zu sagen, zu schreiben, zu veröffentlichen.
Und davon mache ich hiermit Gebrauch.

Frau Merkel, ich schäme mich.
Ich schäme mich für Ihre Politikerkollegen, für die Bundesminister und ganz besonders für Sie, die Sie offenbar Ihren Amtseid „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe“ bereits in jener Sekunde wieder vergaßen, in der Sie ihn ablegten.

Wie kann man „zum Wohle eines Volkes handeln“, indem man den Willen der Menschen nicht respektiert?

Wie kann man „den Nutzen eines Volkes mehren“, indem man zulässt, dass Armut und Elend im Land um sich greifen, Rentner, die ihr ganzes Leben lang hart gearbeitet haben, ihre Renten über Hartz 4 aufstocken müssen, Kinderarmut um sich greift und gleichzeitig angeblich ein Wirtschaftswachstum zu verzeichnen ist?

Wie kann man „Schaden von einem Volk abwenden“, indem man die Interessen der Menschen denen von großen Wirtschaftskonzernen unterordnet oder zulässt, dass sie auf geradezu kriminelle Weise durch ausländische Geheimdienste überwacht und bespitzelt werden? Und, um den nächsten Punkt des Amtseides gleich ebenfalls zur Sprache zu bringen, im Zusammenhang damit auch noch zulässt, dass das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes mit Füßen getreten werden?

Sieht so Ihre Vorstellung von gewissenhafter Pflichterfüllung und Gerechtigkeit gegen jedermann aus? Und, wenn wir schon mal beim leidigen Thema sind, wie passt die geplante Abschaffung der Prozesskostenhilfe in das Konzept der Gerechtigkeit gegen jedermann?

Ja, Frau Merkel, ich schäme mich.
Ich schäme mich, dass ich der Welt gegenüber von einer Frau vertreten werde, die gegen den Willen von 88 Prozent der Bürger ihres Landes, von denen sie Schaden abzuwenden geschworen hat, die Einführung von Genmais 1507 durch eine feige Stimmenthaltung möglich machte.
Ich schäme mich abgrundtief, der Welt gegenüber von einer Frau vertreten zu werden, für die die Menschen im Land nur Wahl- und Zahlvieh sind, und die, obwohl die Schlangen vor den Tafeln immer länger werden, nichts besseres zu tun hat, als sich und ihren Politikerkollegen in Zusammenarbeit mit ebendiesen erst mal kräftig die Diäten zu erhöhen.
Ich schäme mich, der Welt gegenüber von einer Frau vertreten zu werden, die trotz allen Wissens und aller Erfahrungen nicht zu erkennen scheint, wohin die Europäische Union sich entwickelt. Oder dass die Marktwirtschaft nur mit dynamischen Währungen funktionieren kann.
Und noch viel mehr schäme ich mich bei dem Gedanken, dass Sie es möglicherweise doch erkennen, aber nicht danach handeln.

Ich bin eine Mutter, Frau Merkel. Meine Kinder mögen zwar mittlerweile erwachsen sein, aber das macht sie nicht weniger zu meinen Kindern.
Mitansehen zu müssen, wie Sie ihre Zukunft – unser aller Zukunft – einem dem Untergang geweihten System opfern, sie immer wieder und immer nachhaltiger zur Kasse bitten, um eine künstlich geschaffene statische Währung, die schon längst in den letzten Zügen liegt, zu erhalten, das erfüllt mich nicht mehr nur mit Scham.
Mitansehen zu müssen, wie Sie bewusst ihre Zukunft und ihre Gesundheit, sowie die Zukunft und Gesundheit ihrer Kinder und Kindeskinder aufs Spiel setzen, um amerikanische Großkonzerne zu deren eigenen Bedingungen und dem Verbraucherschutz zum Trotz auf dem europäischen Markt zu etablieren, erfüllt mich nicht mehr nur mit Scham.
Es erfüllt mich mit Zorn.

Ich bin eine Mutter, wie es hier in unserem Land Millionen Mütter gibt.
Ich bin eine Tochter, eine Schwester, eine Großmutter, eine Enkelin, wie es in unserem Land Millionen Töchter, Schwestern, Großmütter und Enkelinnen gibt.
Genau wie es Millionen Großväter gibt, Väter, Brüder, Söhne und Enkel.

Wir sind Ihr Souverän.
Sie, Frau Merkel, arbeiten für uns, auch wenn Sie das offenbar vergessen oder verdrängt haben.

Da ich mich angesichts der Umstände leider außerstande sehe, Hochachtung für Sie zu empfinden, verbleibe ich ohne derartige Grußformeln

Heidi Langer

links zum Thema

-> „Armut ist die schlimmste Form der Gewalt“

05.04.2018: Ein Heer armer Kinder (Tageszeitung junge Welt)

blogbeiträge https://mantovan9.wordpress.com/?s=agenda+2010

 

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Feudalismus in Echtzeit

-> GEGEN „!

 

armut für alle! dort ein enthaupteter obdachloser und in echtzeit jubeln sie? deutschland geht es gut? der feudalismus lebt!

vorweg -> „Westliche Demokratie“ ist hohl: Reichtum regiert | Telepolis – Heise

 

Man glaubt sich bei diesen Schilderungen in einem Film über das Mittelalter.

Das, was seit vielen vielen Jahren immer so schön als böswilligste kommunistische Propaganda bezeichnet wird, kommt auf den leisen Sohlen einer Statistikauswertung von ein paar Sozialwissenschaftlern bis ins Bundeskanzleramt geschlichen. Und hat sogar ältere Vorbilder im Mutterland des Neoliberalismus. Hallo, Verfassungsschutz! Sind diese Leute überprüft? Hat wirklich keiner von denen einen gewissen K Marx zum Vorfahren, oder womöglich sogar bei dem abgeschrieben? Was, die leugnen? Soviel Frechheit können doch nur Überzeugungstäter haben. Herr Freisler, übernehmen sie mal! Äh – der ist abgeschafft? Na dann muss die Nachfolge aber mal bald geklärt werden. Kommunistenverbot, Radikalenerlass, Berufsverbote, hat alles nicht ausgereicht, um diese Leute zu dezimieren? Muss man wohl mal härter rangehen. Die Uni schließen am besten,. und ab in die Produktion mit denen!

Im MIttelalter hieß diese Form der Herrschaftsausübung übrigens Feudalismus.

Und A Merkel fällt nicht vor Erstaunen um. Nein, die wusste das alles längst: seit ihrer Kindheit, wo sie im Staatsbürgerkundeunterricht der Polytechnischen Oberschule, und dann an der Erweiterten Oberschule, und dann im Marxistisch-leninistische Philosophie-Kurs an der Uni und während des Doktorandenstudiums genau das alles schon vom Urschleim an gelernt hatte. Und bestimmt nicht vergessen.
Aber das war ja damals „Indoktrination“.

Mein lieber Herr Gesangverein, da gehört schon allerhand Chuzpe dazu, einfach zu sagen: diesen ganzen uralten Mist, das wissen und kennen doch alle längst, das können wir mal streichen. Man will ja niemanden langweilen. Also weg. Fällt uns bestimmt was wichtigeres ein, was im Armutsbericht stehen muss.

Wer jetzt den Schuss noch nicht gehört hat…

Aber ich wette: in der BXXD wird nichts darüber stehen. Und solange die es nicht bringt, wird es den deutschen Michel nicht um den Schlaf bringen.
Und wenn er doch mal kurz aufwacht, um sich auf die andere Seite zu drehen, dann brummelt er höchstens (ohne die Augen zu öffnen) „Na und? Kann ich ja doch nichts dran ändern, War doch schon immer so…“

Was braucht der Michel eigentlich noch, um seine Schlafmütze mal abzulegen?

/wer Sarkasmus entdeckt hat, darf ihn gern weiter verschenken. Der Vorrat hier ist noch ausreichend groß.

quelle https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Westliche-Demokratie-ist-hohl-Reichtum-regiert/Man-glaubt-sich-bei-diesen-Schilderungen-in-einem-Film-ueber-das-Mittelalter/thread-5573937/

Fotomontage Politik und Zeitgeschehen

 

links zum Thema

Armut und Reichtum | Deutschland = Ungleichland? | 451 Grad

„Ich verstehe nicht, warum in der politischen Linken eine so …

Viel in den Händen weniger | Telepolis – Heise

Arm und Reich – YouTube

Wie solidarisch ist Deutschland? – Armut und Reichtum … – YouTube

Oxfam appelliert an die Regierungen, die wachsende Ungleichheit zu …

der bisherige höhepunkt der grausamkeiten gegen armut

Auf Friedhof in Koblenz enthauptet: Obdachloses Opfer war früher …

 

frei nach buffett -> „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen“!

 

 

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Im Europa der Schande! Ist in Echtzeit jedes Verbrechen möglich

-> Juden werden wieder verbrannt und Obdachlose geköpft?

 

in echtzeit

Am vergangenen Freitag ist am Koblenzer Hauptfriedhof die Leiche eines Obdachlosen entdeckt worden. Er wurde enthauptet.

hier lesen  Obdachloser wurde enthauptet – SWR

und

Obdachloser gesteinigt https://www.youtube.com/watch?v=z4FZi8IFgeo

schuldig  sind all jene verantwortlichen aus politik und bürokratie, die obdachlosen ein menschenwürdiges leben verweigern?

 

in echtzeit

mensch versucht zu begreifen -> eine jüdin überlebt den größten massenmord der geschichte und wird unter den augen der polizei in echtzeit bestialisch ermordet???

Holocaust-Überlebende in Paris ermordet: Islamistischer Judenhass als Tatmotiv?

 

+++ usw +++ usw +++ usw +++ usw +++ usw +++

 

aufwachen!!!

frei nach fromm -> „Ich glaube, dass die Erkenntnis der Wahrheit nicht in erster Linie eine Sache der Intelligenz, sondern des Charakters ist. Dabei ist das Wichtigste, dass man den Mut hat, nein zu sagen und den Befehlen der Machthaber und der öffentlichen Meinung den Gehorsam zu verweigern; dass man nicht länger schläft, sondern menschlich wird; dass man aufwacht und das Gefühl der Hilflosigkeit und Sinnlosigkeit verliert.“

 

 

 

 

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Kommentar Regierungserklärung Arbeits- und Sozialministerium

altonabloggt

Foto : Susi Knoll

Mit Spannung hörte ich der heutigen Regierungserklärung unseres neuen Arbeits- und Sozialministers Hubertus Heil (SPD) zu. Insbesondere unter der derzeitigen Debatte und medialen Inszenierung des Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) und seinen realitätsfernen Aussagen zu Hartz IV. Kurze Erinnerung zu Spahn:

„Die gesetzliche Grundsicherung ist mit großem Aufwand genau bemessen und wird regelmäßig angepasst. Hartz IV bedeutet nicht Armut, sondern ist die Antwort unserer Solidargemeinschaft auf Armut. Diese Grundsicherung ist aktive Armutsbekämpfung! Damit hat jeder das, was er zum Leben braucht. Mehr wäre immer besser, aber wir dürfen nicht vergessen, dass andere über ihre Steuern diese Leistungen bezahlen.“

Aber dazu hatte ich mich bereits in einem anderen Artikel geäußert.

Zurück zu Heil. Heil ist als Verfechter der Agenda 2010 bekannt und zum linken, sozialpolitischen Flügel seiner Partei zähle ich ihn nicht. Beim zehnjährigen „Jubiläum“ der Agenda 2010 wollte er in seiner Bundestagsrede am liebsten die Schrödersche Arbeitsmarktreform…

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Armut: „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“!

Armut ist politisch gewollt! „Wir haben den größten Niedriglohnsektor in ganz Europa geschaffen“ -> wer hat uns verraten?

Herrschen und beherrscht werden: Tafeln als Abbild der Gesellschaft

von Susan Bonath.

Plasberg, Illner, Tagesschau, Bundespressekonferenz, bei Springer rauf, beim Spiegel runter, Relativierer a la »es gibt keine Armut und geht nur um Abfallvermeidung« versus Empörungsmanager: Die Diskussionen um Tafeln im wirtschaftlich stärksten Land Europas reißen nicht ab. Wohlhabende, deren Jackett mehr kostet als ein Regelsatz, sprechen über Armut – welch ein Zynismus.

Der Bundesverband der Tafeln nennt Großkonzerne und Handelsketten seine Partner. Rewe, Lidl, die Metro, Mercedes Benz zählen dazu. Hinzu kommen Firmen wie Coca Cola, Edeka, Nestlé, Henkel, Netto, Sodexo und andere. Als Kooperationspartner fungiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Ein hübsches Stelldichein von Wasserräubern, Menschenrechtsverletzern, Ausbeutern und Reichenförderern.

Und wer hätte es geahnt, auch McKinsey ist am Ball. Der global agierende neoliberale Think Tank berät nicht nur die Bundesregierung, sondern auch die Tafelmacher. Schon Mitte der 1990er Jahre hatte McKinsey Mitarbeiter zu ihnen geschickt, um die Expansion der Resteverteilanstalten zu managen. Zwei Handbücher zum Aufbau und Betrieb einer Tafel sponserte das Unternehmen – ein Erfolgsmodell.

Und die Vorarbeit für mehr: Schon wenig später hockten McKinsey, Bertelsmann, die Wirtschaftslobby und Politiker zusammen. Sie tüftelten Hartz IV aus, inklusive rigidem Sanktionssystem. Man wollte, in Vorahnung der Finanzkrise, ein Erpressungsinstrument schaffen, mit dem der Staat Millionen Menschen in Billigjobs zwingen kann: Die Knute des Entzugs des Existenzminimums, bis in Obdachlosigkeit und in den Hunger. Es ist gelungen, die Exportindustrie boomt. Ein Schelm, wer einen Zusammenhang vermutet.

Doch das sagen Politiker wie der designierte CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn natürlich nicht. Sie lügen lieber: Mit Hartz IV müsse niemand hungern. Es sind auch nicht nur die Sanktionen. Auf perfide Weise rechneten die Regierungsbeauftragten die Regelsätze klein: Man nehme die Einkommens- und Verbrauchs-Stichprobe von 2013, berechne die Ausgaben der untersten 15 Prozent der Ärmsten und streiche davon noch einmal mehr als 100 Euro heraus, für Dinge, die ein Hartz-IV-Bezieher angeblich nicht braucht, wie Bücher, Zimmerpflanzen und vieles mehr.

Die deutsche Gründlichkeit der Rechenkünstler ging noch weiter: So legten sie zum Beispiel für den Snack an der Imbissbude der Ärmsten der Armen den Warenwert beim Billigdiscounter zugrunde, für Bier und Limo berechneten sie den reinen Wasserwert. Am Ende wurden aus weit über 500 Euro für einen Alleinstehenden gut 400. Flüchtlinge, die sich selbst versorgen müssen, erhalten übrigens fast 70 Euro weniger.

Auch die Strompreise haben die Regelsätze längst überholt. Knapp 35 Euro gewährt der Staat dem Hartz-IV-Bezieher für Haushaltsenergie und Instandhaltung der Wohnung. Woran sparen wohl die Leute, um ihre Rechnungen und Zwangsabgaben begleichen zu können? Am Essen. Das Leben in Deutschland ist nun einmal teurer als in Somalia.

Doch die private Tafelfürsorge steht ja bereit. Allerdings nicht für jeden: Wer Essen braucht, muss seine Bedürftigkeit mit einem behördlichen Bescheid nachweisen. Doch ohne Postanschrift und Meldeadresse gibt es weder Hartz IV noch Sozialhilfe. Obdachlose, die nicht in einer Massenunterkunft im Mehrbettzimmer übernachten wollen, gehen leer aus, ebenso wie vollsanktionierte Jugendliche oder erwerbslose EU-Migranten ohne Leistungsanspruch. Die Elendsten haben nämlich gar keinen Zugang zu den Resten.

Die Tafeln sind auch ein riesiges, spendenfinanziertes Disziplinierungsprogramm, eine Ein-Euro-Job-Fabrik zum Schönen der Arbeitslosenstatistik. Oft hängt ein ganzer Rattenschwanz der Arbeitsbeschaffung für Arme an ihnen: Kleiderkammern, Möbellager, eine monströse Maßnahmen-Industrie.

Die Tafeln sind schließlich Beruhigungs- und Wohlfühlpille für den engagierten Helfer. Man tut ja was, man ist ein guter Mensch. Doch zugleich spiegelt ihr Konzept den autoritären Staat im Kleinen wider: WIR sammeln für euch die Essensreste ein. WIR bestimmen, wer den Tafelausweis bekommt. WIR verteilen, denn die Reste gehören UNS. WIR definieren eure Bedürfnisse. Reiht euch ein, bettelt unterwürfig, seid dankbar. Denn ihr wisst: An die Container hinter den Supermärkten dürft ihr nicht ran, das ist strafbar.

Das ist gelebte kapitalistische Kultur, eine kleine Machtnische für Beherrschte, die so die Wunden ihrer eigenen Unterdrückung kompensieren. Die Tafel ist ein Abbild der fremdbestimmten Konkurrenzgesellschaft, die noch nicht gestrauchelte Besitzlose zum Verkauf ihrer Arbeitskraft, den Rest zum Betteln zwingt. Sie ist die Parodie auf das Wechselspiel zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Dominanz und Unterwerfung.

Die Tafel hält uns den Spiegel vor. Bis ganz unten haben wir uns das Maß der Herrschenden zu eigen gemacht. Die erfolgreichsten Selbstvermarkter führen auch an den Essensausgabestellen die Hierarchie an, gefolgt von den Fleißigen, Folgsamen, Gehorsamen. Wer all das nicht mitmacht, weil er nicht kann oder will, soll sich gefälligst vor allen anderen demütig in den Staub bücken.

Als wäre jemand, der Billigjobs ablehnt und darum sanktioniert wurde, schädlicher für die Gesellschaft, als der Rüstungsfabrikant und seine willigen Sklaven. Als würde der Flüchtling in seiner Massenunterkunft mehr Schaden anrichten, als ein skrupelloser Banker oder ein Kriegseinsätze abnickender Politiker im Bundestag. Wahrlich viele würden der Gesellschaft weniger schaden, wenn sie nichts täten…

ganzen beitrag lesen

https://kenfm.de/tagesdosis-12-3-2018-herrschen-und-beherrscht-werden-tafeln-als-abbild-der-gesellschaft/

und  arm trotz arbeit https://deutsch.rt.com/wirtschaft/53764-studie-erwerbsarmut-in-deutschland-drastisch-zugenommen-niedriglohn/

cartoon klaus stuttmann

 

nachgeschoben -> Weiße Rose: Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique ‚regieren‘ zu lassen.“

quelle http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61009/flugblatt-i

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Update: Politik hat ein böses Gesicht! „Systemfehler Kinderarmut!“

„Die Bankrotterklärung sozialer Kompetenz in der Politik
hat viele Namen, der traurigste heißt: Kinderarmut!“

von gegen-hartz.de

Kinder immer häufiger von Hartz IV-Sanktionen betroffen

Sanktionen verstoßen gegen die Menschenrechte und sind menschenunwürdig. Den ärmsten unserer Gesellschaft wird auf Basis fadenscheiniger Argumentation von Menschen ohne juristische oder sozialpädagogische Ausbildung die Existenzgrundlage gekürzt oder komplett entzogen. Leider sind davon auch immer häufiger Kinder betroffen.

Ein Drittel der Sanktionen treffen Kinder

Hartz IV Sanktionen treffen immer häufiger Kinder. Pro Jahr werden etwa 1 Million Sanktionen gegen ALG II Betroffene verhängt. Ein Drittel davon, 310.000 wirken sich auf Familien mit Kindern aus. Davon stellen Alleinerziehende mit wiederum einem Drittel oder 96.000 Sanktionen eine überdurchschnittlich große Opferzahl. Der organisatorische Aufwand der Kindererziehung und der Stress mit dem Jobcenter stellen viele Menschen vor große Schwierigkeiten. Hinzu kommt, dass die meisten Menschen, die für einen kargen Mindestlohn arbeiten müssen, zusätzlich beim Jobcenter aufstocken müssen. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Doch statt die Betroffenen in ihrer schweren Situation zu unterstützen, werden lieber kurzerhand Leistungen gestrichen und Sanktionsbescheide verschickt.

Sanktionen müssen abgeschafft werden

Die aufschlussreichen Zahlen ergeben sich aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken Vorsitzenden Katja Kipping. Diese fordert eine grundsätzliche Abschaffung aller Hartz IV-Sanktionen insbesondere dann, wenn Kinder davon betroffen sind.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Abgelehnte abgebrochene Jobangebote oder zu wenig geschriebene Bewerbungen sind bei weniger als 10 % Grund für Sanktionen. Hauptgrund sind nicht wahrgenommene Termine, sei es beim Jobcenter, Arzt oder Psychologen. Die Konsequenz ist jedoch immer die Gleiche: Kürzungen der knappen Existenzgrundlage.

Kritik von allen Seiten

Kritik an den Sanktionen gibt es auch vom Deutschen Kinderhilfswerk. Das forderte bereits im Juni vergangenen Jahres die Abschaffung von Hartz IV-Sanktionen bei denen Kinder betroffen sind. Jeden Monat sind in Deutschland jeden Monat 76.000 Kinder davon betroffen.

quelle http://www.gegen-hartz.de/news/kinder-immer-haeufiger-von-hartz-iv-sanktionen-betroffen

links zum thema

Tausende Kinder leiden unter Hartz IV- Sanktionen

Die Vergessenen: Kinderarmut in NRW

Politik hat ein böses Gesicht! „Systemfehler Kinderarmut!“

blogbeiträge https://mantovan9.wordpress.com/?s=kinderarmut

cartoon klaus stuttmann

 

nachschoben -> kinder klagen an – YouTube

Bildergebnis für es gibt keine großen entdeckungen und fortschritte

 

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Agenda 2020 -> Die #Hungerspiele sind eröffnet!

„wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“? der letzte macht das licht aus..

„Hunger ist heilbar“ Eine deutsche Allegorie 

-> Erich Kästner

Es kam ein Mann ins Krankenhaus
und erklärte, ihm sei nicht wohl.
Da schnitten sie ihm den Blinddarm heraus
und wuschen den Mann mit Karbol.

Befragt, ob ihm besser sei, rief er: „Nein.“
Sie machten ihm aber Mut
und amputierten sein linkes Bein
und sagten: „Nun geht‘s ihnen gut.“

Der arme Mann hingegen litt
und füllte das Haus mit Geschrei.
Da machten sie ihm den Kaiserschnitt,
um nachzusehn, was denn sei.

Sie waren Meister in ihrem Fach
und schnitten sogar ein Gesicht.
Er schwieg. Er war zum Schreien zu schwach.
Doch sterben tat er noch nicht.

Sein Blut wurde freilich langsam knapp.
Auch litt er an Atemnot.
Sie sägten ihm noch drei Rippen ab.
Dann war er endlich tot.

Der Chefarzt sah die Leiche an.
Da fragte ein andrer, ein junger:
„Was fehlt denn dem armen Mann?“
Der Chefarzt schluchzte und murmelte dann:
„Ich glaube, er hatte nur Hunger.“

Gedicht aus: „Gesang zwischen den Stühlen“ von Erich Kästner, Originalausgabe DVA Stuttgart / Berlin, 1932

aufgelesen: Leserbriefe http://www.nachdenkseiten.de/?p=42757

und  Die Debatte um die Essener Tafeln ist ein weiterer Aspekt der allgegenwärtigen Elitenverwahrlosung

aktuell

Almosen Sagt hübsch danke — der Freitag

Tafeln und die Kunst | Telepolis – Heise

cartoon klaus stuttmann

 

nachgeschoben -> Mit 66 Jahren fängt’s Flaschensammeln an

YouTube Eckhard Freuwoert

 

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