Noch billigere Zeitarbeit – Arbeitnehmerüberlassungsgesetz

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Niedriglohn Made in Germany

Die Zeitarbeitsbranche unter Druck

Von Marie von Mallinckrodt

Sonntagabend, 19 Uhr. Ein Busbahnhof in Polen zwischen Krakau und Breslau. Hier steigen

einige Arbeiter um – je nach Stadt, Aachen, Berlin, Hamburg oder München.

Arbeiter:

„Ich arbeite im Baugewerbe, schon seit Jahren“

„Ich habe eine eigene Firma in Wuppertal!“

„…“

Er will uns keine Auskunft geben – wie viele hier.Die meisten dürfen nur kurzfristig und nur in bestimmten Branchen in Deutschland arbeiten, das

wird sich in ein paar Monaten ändern.

Ab Mai steht der deutsche Arbeitsmarkt für acht osteuropäische Länder offen – die

Arbeitnehmerfreizügigkeit beginnt.

Auf der anderen Seite der Grenze treibt genau das viele Zeitarbeitunternehmer um.

Norbert Fuhrmann hat die Initiative „Qualitätssiegel Zeitarbeit“ gegründet. Er beobachtet und

kritisiert die zunehmende Profitgier in seiner eigenen Branche – mit großer Sorge.

Norbert Fuhrmann, Zeitarbeitunternehmer:

„Wenn jetzt die Öffnung kommt, ab dem 1.5.2011,dann haben wir es natürlich auch mit ganz niedrigen Tarifverträgen aus Polen, Tschechien, wo

auch immer zu tun.“

Ab Mai gelten auch hierzulande polnische Tarifverträge. Ein Einfallstor für Billiganbieter, wenn

die Politik nicht handelt.

Norbert Fuhrmann hat in diesem Jahr bereits mehrere Einladungen von der polnischen

Arbeitgeberkammer bekommen. Sie bietet Beratungen an, wie man auch als deutsche

Zeitarbeitsfirma seine Arbeitnehmer aus Polen rekrutieren kann – gut und günstig.

Norbert Fuhrmann, Zeitarbeitunternehmer:

„Aus der ersten Einladung war es für mich schonersichtlich, hier wird ein möglicher Drehtüreffekt, deutsche Arbeitnehmer raus, polnische

Arbeitnehmer rein, entstehen.“

Wir fahren nach Polen und interviewen die Person, die diese Einladungen mit ausspricht. Tomasz

Major ist Anwalt und ehrenamtlicher Präsident der polnischen Arbeitgeberkammer.

Tomasz Major, Polnische Arbeitgeberkammer:

„Fast 500 deutsche Zeitarbeitsunternehmenhaben schon jetzt das Know How, was am 1. Mai passiert.“

mehr http://www.bronline.de/content/cms/Universalseite/2010/07/26/cumulus/BR-online-Publikation-ab-10-2010–40621-20101129185304.pdf

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