Hartz IV ist eine dauernde Perversion

Jakob Augstein bei Anne Will

1. Zur flüssigen Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, die in den Perioden des Aufschwungs beschäftigt sind, in Krisenzeiten dagegen aus dem Produktionskreislauf ausgestoßen werden.
2. Die latente Überbevölkerung rekrutiert sich aus der in der Landwirtschaft tätigen Teil der Bevölkerung, der keine Produktionsmittel hat und daher „latent“ zur Landflucht gezwungen ist.
3. Zur stockenden Überbevölkerung zählen die Gelegenheitsarbeiter, für die eine sehr unregelmäßige Beschäftigung charakteristisch ist. Sie bilden das Haupt-Reservoir disponibler Arbeitskraft.
Die industrielle Reservearmee stellt bei Marx – im Unterschied zu Malthus, gegen den Marx heftig polemisiert – keine „absolute“, d.h. demographisch begründete Überbevölkerung dar; es handle sich bei ihr vielmehr um eine Überbevölkerung relativ zu den momentanen Bedürfnissen der kapitalistischen Ausbeutung. In der Periode des Aufschwungs nehme die industrielle Reservearmee ab, in Krisenzeiten oder Flauten steige sie dagegen stark an. Auf lange Sicht wachse jedoch „die Arbeiterbevölkerung stets rascher [..] als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals“ (MEW 23, S. 674), was Marx auch als das „Gesetz der progressiven Abnahme der relativer Größe des variablen Kapitals“ (MEW 23, S. 660) bezeichnet. In Lohnarbeit und Kapital spricht Marx in diesem Zusammenhang sogar von einem „industriellen Krieg der Kapitalisten untereinander“:
Dieser Krieg hat das Eigentümliche, daß die Schlachten weniger in ihm gewonnen werden durch Anwerben als durch Abdanken der Arbeiterarmee. Die Feldherren, die Kapitalisten, wetteifern untereinander, wer am meisten Industrie-Soldaten entlassen kann. (MEW 6, S. 421).
mehr http://de.wikipedia.org/wiki/Industrielle_Reservearmee

gefunden http://www.youtube.com/user/dokuundso1

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Das Hartz-Theater – was bekommt die Politik noch gebacken?

Die Runde bei Anne Will am 13. Februar 2011 © NDR Fotograf: Foto: Wolfgang Borrs

sendung http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill2699.html

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Hartz-Drama, nächster Akt

Nach wochenlangen ergebnislosen Verhandlungen nutzen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre SPD-Kontrahentin Manuela Schwesig die Bühne der ARD noch einmal für ihre eingeübten Monologe. Die übrigen Gäste: Statisten.

Die Hauptfiguren sind warm gespielt, Maske und Kostüm perfekt aufeinander abgestimmt: Bühne frei für „das Hartz-Theater“. Hätte die Redaktion von Anne Will ihre gestrige Sendung nicht selbst so benannt, man hätte sich keinen besseren Titel für die Talkrunde und die ihr zugrunde liegende Debatte um die Hartz IV-Reform einfallen lassen können.

Nach wochenlangen – ergebnislosen – Bund-Länder-Verhandlungen, nutzten Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre SPD-Kontrahentin Manuela Schwesig die Bühne der ARD noch einmal für ihre eingeübten Monologe. Die übrigen Gäste: Statisten.

„Zwei Verliererinnen“ seien sie, blökt der „Experte für Polit-Theater“, Michael Spreng, im Prolog. Der „Sache der Frauen in der Politik hätten sie geschadet“. Und, ergänzt Verleger Jakob Augstein, wer Gründe für Politikverdrossenheit suche, der finde sie genau hier: Sieben Wochen lang hatten die beiden Verhandlungsführerinnen um die Erhöhung der Hartz IV-Regelsätze gerungen, nachdem das Bundesverfassungsgericht vor rund einem Jahr eine Neuregelung gefordert hatte. Doch weder konnten sie sich über die Erhöhung von fünf, respektive elf Euro einigen. Noch kommen sie in der ausufernden Debatte um Mindestlöhne, Leiharbeit und Schulsozialarbeiter zu einem Konsens. Ab dieser Woche sollen es nun die Ministerpräsidenten richten.

Man mag es Schwesig und von der Leyen nicht verdenken, dass sie auf Sprengs selten blöden Schwenk mit der Geschlechterkarte nicht eingehen. Dass sie aber bei Anne Will genau dort weiter machen, wo sie in der vorigen Woche stecken geblieben waren, ohne sich auch nur einen Deut aus ihren starren Rollen heraus zu bewegen, das ist ermüdend, enttäuschend, dramaturgisch unoriginell. Von der Leyen lobt in endloser Wiederholungsschleife die Vorzüge ihres geplanten Bildungspaketes, ohne ihr Lächeln auch nur einmal zu unterbrechen. Schwesig lächelt in einem fort und pocht auf Schulsozialarbeiter. Einig sind sie sich noch nicht einmal in dem Punkt, uneinig zu sein. Da wirkt es geradezu zynisch, wenn beide behaupten, in dieser Woche „den Sack zumachen“ zu wollen.

In diesem Drama mit ungeklärter Zahl von Akten einen komischen Kern zu finden, fällt zunehmend schwer. Beide Darstellerinnen reden dauernd von „den Kindern“, denen es zu helfen gelte. Doch auf die drängenden Fragen eines per Einspielfilm gezeigten Kindes finden sie keinerlei Antwort. Ob man sich nicht in der Mitte bei acht Euro treffen könne?, fragt der 13-jährige Maurice aus Berlin. Sein Vater ist Leiharbeiter, der seine Familie nur ernähren kann, weil er mit Hartz IV aufstockt. Oder, insistiert Maurice tapfer, warum nicht wenigstens die fünf Euro jetzt gleich auszahlen?

Von der Leyen und Schwesig lächeln es weg und spulen weiter ihre Monologe ab. Das Trauerspiel wird auch nicht dadurch aufgehellt, dass Anne Will aus ungeklärten Gründen einen Ex-Banker eingeladen hat, der sich nach der Arbeitslosigkeit mit einer Wurstbude selbstständig machte, oder dadurch, dass Jakob Augstein vorschlägt, das Hartz IV-System grundsätzlich zu hinterfragen und ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen. Beides führt das Gespräch nicht weiter.

Das Publikum fragt sich weiterhin mit Anne Will, warum es bei der Bankenrettung eigentlich alles so schnell ging, während bei der Hartz-IV-Reform alles stockt. Die Hauptdarstellerinnen reden noch immer aneinander vorbei. Und wir warten sehnlichst darauf, dass endlich der Vorhang fällt.

quelle http://www.fr-online.de/kultur/fr-fernsehkritik/hartz-drama–naechster-akt/-/1473344/7190896/-/index.html

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JETZT ZEIGT UNS TANTE ANNE WILL DAS BÖSE MÄRCHEN HARTZ IV MIT DEN FIESEN TANTEN UND ONKELS VOM PARLAMENT, DIE EURE ELTERN FÜR GANZ WENIG GELD ARBEITEN LASSEN! DESHALB SIND DIE ELTERN IMMER SCHLECHT DRAUF UND DOLLE MÜDE. UND HABEN SO WENIG ZEIT FÜR EUCH! UND DIE GEIZIGE TANTE URSULA MEINT ZU EUCH KINDERN, SIE KANN EUCH NICHT MEHR GELD GEBEN, WEIL DAS DEM STEUERZAHLER GEHÖRT. ABER DIE FREUNDE VON TANTE URSULA HABEN DEN GROSSEN BANKEN VIEL GELD GEGEBEN, UND DAS HABEN SIE EINFACH DEM STEUERZAHLER OHNE SIE ZU FRAGEN WEGGENOMMEN. FRAGT EINFACH MAL MUTTI MERKEL OB IHR DAS AUCH MACHEN DÜRFT. VIELLEICHT IST MUTTI MERKEL SO LIEB UND HOLT IHREN FREUND OPA ACKERMANN UND DANN GIBTS EIN GROSSES FEST UND GAANZ VIEL STEUERGELDER.

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