Discounter: Ausbeutung bei Netto

Soweit ich mich erinnern kann war ich noch nie in einem Netto-Discounter. Und obwohl ich hier im Blog ja schon des öfteren was zu den anderen Billigbuden wie Aldi, Lidl oder Schlecker geschrieben habe, ist diese Kette bisher im Konsumpf ungeschoren davon gekommen – das geht natürlich nicht an, denn Netto gehört zu den besonders Schlimmen der Branche. Anlass dazu war ein Beitrag der NDR-Sendung Markt, in dem es um das besonders rücksichtslose Gebaren dieser Handelskette geht – „Hungerlöhne bei Netto“.

Kleine Bemerkung am Rande: So erfreulich es auch ist, dass das Treiben der Discounter von den Medien durchaus des öfteren kritisch hinterfragt wird, so traurig finde ich es, dass bei solchen Berichten meist sehr eindimensional ausschließlich auf die Arbeitssituation der dort in den Läden angestellten Mitarbeiter eingegangen wird. Dies ist natürlich auch sehr wichtig, aber in der Regel unterbleibt jeglicher Blick über den Tellerrand, also das, was das Billigsystem in der Gesellschaft und weltweit anrichtet (siehe dazu meine Grundsatzartikel „Lidl/Aldi – Profite auf Kosten der Allgemeinheit, oder: die Spirale abwärts“). Kurz gesagt fehlt auch bei durchaus investigativ gemeinten Sendungen der Blick auf das große Ganze, auf den Zusammenhang, also dass der Preis- und Kostendruck durch die Discounter eben auch zu Rationalisierungen, Einsparungen und Ausbeutung bei den Lieferanten, Zulieferern, Zwischenhändlern und Produzenten führt und sich somit in viele Teile der Wirtschaft hineingefressen hat. (An dieser Stelle mein Hinweis auf die löbliche Recherche von Günter Wallraff bei einer Billigbackfabrik, die für Lidl produziert – „Unser täglich Brötchen“.) Außerdem bedeutet die Discounterschwemme sinkende Standards bei den Produktionen auch im Ausland, absinkende Sozialstandards und Umweltverschmutzung. Anders formuliert – auch ein Mindestlohn in der Einzelhandelsbranche würde viele Auswüchse der Billigheimer mitnichten beheben.

quelle http://konsumpf.de/?p=10941
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https://einzelhandel.verdi.de/unternehmen/netto

5 Kommentare

Eingeordnet unter Deutschland

5 Antworten zu “Discounter: Ausbeutung bei Netto

  1. Pingback: Schmutz und Schikane – Netto-Mitarbeiter packen aus | mein name ist mensch

  2. cindy

    mich erstaunt warum noch viele bei genannten arbeiten,singend an der kasse und stets freundlich sind,so schlimm kann es nicht sein,jedenfalls erweckt dies mein eindruck.ich wurde von nettmitarbeiterin auf meine behinderung angesprochen,konnte die zange für backwaren nicht greifen,sie meinte dann muß ich mir die hand grad operieren lassen oder keine frische semmel u.a.essen.das sagte mir eine ausländerin auch noch
    wenn ich behindert sei hab ich daheim zu bleiben
    meldete das in der zentrale,von dort aus wurde sofort eingegriffen,ein verantwortlicher kam nach münchen angereist und wies diese person in die schranken,mehrmals.ich habe nicht den eindruck das die firma die leute schlecht behandelt sondern die filialleiter sind es,sprech aus selbstsicht
    eine schrie einen angestellten an vor der kundschaft,er sei zu blöd zum kassieren und zu jede arbeit,anstatt dies hinten im büro zu machen fand dies immer vor kundschaft statt,auch das wort gehorsam wurde ausgesprochen,und wieder eine ausländerin die ihren posten und macht ausspielt,andere psychisch fertig zu machen.die firma selbst regelt dies immer im guten.

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  5. Wilfried Gierden

    Es ist wirklich erschrekend, was auf den Rücken von Menschen ausgetragen wird. Kein Konzern ohne Skandal, es geht nur noch um billig, kaum jemand macht sich über die Qualität oder auch, was alles dahinter steckt Gedanken. Vor einiger Zeit befaßte ich mich mit dem Gedanken, „Wie sozial sind wir wirklich“, dass ist dabei heraus gekommen: http://buerger-blog-blankenheim.de/?p=1283
    Darin musste ich feststellen, dass es der Konsument oft selbst ist, der sich nicht bewußt ist oder sein will, welche Tragweite sein handeln hat.

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