WIR FORDERN EIN VERBOT DER LEIHARBEIT!

die story: Leiharbeit undercover – Mein heimliches Leben in deutschen Fabriken

Seine gelbe Weste leuchtet schon von Weitem. Sie markiert ihn, zeigt, dass er anders ist als die anderen Arbeiter in der Werkshalle. Matthias P. ist Leiharbeiter. In vielen Betrieben arbeitet er Schulter an Schulter mit den Facharbeitern des Unternehmens. Matthias P. bekommt rund sieben Euro brutto pro Stunde – weniger als die Hälfte des Lohns, den die Festangestellten mit Tarifvertrag bekommen. Noch am Morgen saß Matthias P. in seiner Wohnung. In Hose und Leuchtweste hockte er neben dem Telefon. Er ist verpflichtet, bis eine Stunde vor Schichtbeginn zu warten, auf einen Anruf der Firma, die ihn verleiht. Matthias P. gibt es erst seit einem Jahr. Der Name ist ein Pseudonym, hinter ihm verbirgt sich Markus Breitscheidel. Der Undercover-Rechercheur und Autor arbeitete für diesen Film über ein Jahr lang mit falscher Identität in der Leiharbeitsbranche, im Niedriglohnsektor. Die Reportage begleitet Matthias P. bis zum Werkstor, seine Arbeitstage filmt er verdeckt. Nur so ließ sich dokumentieren, wie das Leben eines Leiharbeiters tatsächlich ist. „Viele aus der Stammbelegschaft behandeln mich, als hätte ich eine ansteckende Krankheit“, sagt Matthias P. die story dokumentiert die Erlebnisse von Matthias P. und spricht mit seinen Kollegen, den festen und den ausgeliehenen. die story geht aber auch in die Betriebe und konfrontiert die Verantwortlichen.

quelle http://video.google.com/videoplay?docid=1864112343318250430#

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Leiharbeit – nein danke!

Schaut man sich das Meinungsbild der Parteien zur Problematik der Leiharbeit, im Beamtendeutsch auch als „Arbeitnehmerüberlassung“ bezeichnet und von Befürwortern und Nutznießern als „Zeitarbeit“ verharmlost, an, so wird man feststellen, daß allenthalben das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“ hoch gelobt wird. Dieses Prinzip ist ohnehin Bestandteil des derzeit geltenden Gesetzes; es wurde jedoch durch einen hinterhältigen Vorbehalt ausgehebelt. Nämlich den eines eventuell anwendbaren Tarifvertrages. Diesen Vorbehalt machten sich einige besonders eifrige Umgeher zu eigen. Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen sind diese sich „christlich“ nennenden Umgeher vom höchsten Arbeitsgericht ausgebremst worden. Ihre gewerkschaftlichen Scheinaktivitäten sind zwischenzeitlich von anderen Gewerkschaften übernommen worden, ohne daß dieses zu einer wesentlichen Besserung für Leiharbeitnehmer geführt hat.

Warum muß das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“ sowie die Forderung nach einem Mindestlohn für Leiharbeitnehmer in Frage gestellt werden?

Alle Parteien weichen der im Mittelpunkt des Verleihgeschäfts mit Menschen stehenden Problematik aus. Es ist nämlich die Funktion des „gewerblichen Verleihers“, der seiner Tätigkeit zwar nur mit Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit nachgehen kann und von dieser auch mehr oder weniger häufig und intensiv überwacht wird. Diese, einem staatlichen Kontrollorgan übertragene Überwachungsbefugnis hat jedoch lediglich eine Alibifunktion. Im Grunde kann der gewerbliche Verleiher sein Streben nach persönlichem Gewinn unter Ausnutzung der in einer freien Marktwirtschaft geltenden Handlungsfreiheit voll ausschöpfen und diese branchentypisch auf das Verleihen von Menschen spezialisierte Gewinnerzielung unter Anwendung geschickt getarnten Einbehalts von Anteilen eigentlich marktgerechter Löhne konzentrieren.

Was bewirkt die Methode des Menschenverleihs eigentlich für die eigentlich Betroffenen?

1.) Die Bundesagentur für Arbeit weist Arbeitssuchenden Stellenangebote eines gewerblichen Verleihers mit dem Hinweis zu, im Ablehnungsfall gesetzlich zustehende Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder Sozialleistungen anderer Art zu kürzen oder ganz zu versagen. Dies wäre nicht zu beanstanden, wenn das Angebot nicht mit einem sittenwidrigen Lohneinbehalt verbunden wäre.

2.)Die Unterzeichnung eines Anstellungsvertrages mit einem gewerblichen Verleiher kommt nur deswegen zustande, weil

a) der gewerbliche Verleiher mit dem potentiellen Beschäftigungsbetrieb für den von ihm zu stellenden Leiharbeitnehmer bereits einen marktgerechten Lohn in Form eines Stundensatzes/einer Entleihgebühr vereinbart hat und

b) weil der gewerbliche Verleiher mit seinem (Leih)Arbeitnehmer einen wesentlichen, in vielen Fällen bis zu 50 % niedrigeren Bruttoarbeitslohn vereinbart.

Rechnung z.B. Entleihgebühr/Stundensatz = 17,00 €
Bruttolohn des Leiharbeitnehmers = 10,00 €
ergibt einen Bruttoerlös von 7,00 €
pro geleisteter Arbeitstunde für den gewerblichen Verleiher

Interessierte bitte ich, sich auf meiner Webseite

< http://www.jordansokol.eu/ >

über weiterreichende Argumente gegen die Zulassung von Leiharbeit zu informieren. Hier kann auch ein OFFENER BRIEF an die Bundesministerin für Arbeit und Soziales mitgezeichnet werden.

Die zentrale Frage lautet:

Warum muß eigentlich in ein Anstellungsverhältnis zwischen Beschäftigungsbetrieb und Arbeitnehmer ein Dritter, sei er eine natürliche oder juristische Person, als „gewerblicher Verleiher“ zwischengeschaltet werden?

Die Antwort lautet: Es bedarf k e i n e s gewerblichen Verleihers, um auf mitarbeitendes Personal angewiesene Produktions- und Dienstleistungsunternehmen in die Lage zu versetzen, flexibel auf Nachfrageschwankungen zu reagieren.

Es bedarf allenfalls gesetzlicher Regelungen, um Beschäftigungsbetriebe in Zeiten nicht kalkulierbarer Nachfragevolumina zu entlasten. Derartige Regelungen können sehr wohl so angelegt werden, daß der Staat befristet direkte Hilfen (im Bedarfsfalle mit Aussicht auf Verlängerung) gewährt oder aber die gewerbliche Verleihung von Arbeitnehmern selbst übernimmt.

Und weil dem so ist, mache ich darauf aufmerksam, daß der Einbehalt von Anteilen marktgerechter Löhne zum Vorteil besonders Privilegierter unseren Grundrechten zuwiderläuft.

W I R…..F O R D E R N…..E I N…..V E R B O T…..D E R…..L E I H A R B E I T !

Bitte verbreiten Sie diese Forderung und geben dazu eine zustimmende Meinungsäußerung ab!

Im Jahr 2012 wird die sogenannte „Arbeitnehmerüberlassung“ 40 Jahre bestehen. Es wäre ein Sieg für jeden arbeitenden Menschen, wenn es gelänge, der Leiharbeit im 40sten Jahre ihres Bestehens ein absolutes Ende zu bereiten.

Jordan Sokol 

2 Kommentare

Eingeordnet unter Deutschland

2 Antworten zu “WIR FORDERN EIN VERBOT DER LEIHARBEIT!

  1. 20 Jahre Dauerbeschäftigung bei Opel als Leiharbeitnehmer. Das überführt
    doch all jene der Lüge, die behaupten, es würde sich um Zeitarbeit handeln.

    Die sogenannte Arbeitnehmerüberlassung ist als Arbeitsmarktinstrument
    eingeführt worden, um auf schwankende Auftragslagen flexibel reagieren zu
    können. Opel hatte im Verlauf der letzten 20 Jahre mehrfach wechselweise Auftragseinbrüche und -hohe auslastungen mit entsprechenden Perso-nalanpassungen beantworten müssen. Es muß aber bezweifelt werden, daß ein und dieselbe Person deswegen ununterbrochen in den Niedriglohnsek-
    tor Leiharbeit abgeschoben bleibt.

    Die Einhaltung des Artikels 20 GG, wonach die Bundesrepublik Deutschland nicht nur ein demokratischer, sondern eben auch ein
    sozialer Bundesstaat ist, bedarf zwischenmenschlich befriedigender
    Lösungsansätze.

    Jordan Sokol

  2. GG2K1

    Der Opel-Manger steht sinnbildlich „mit dem nacktem Arsch an der Wand“ und versucht dann sich über das Ausbildungsprogramm herauszureden. Wie nieder.
    20 Jahre Leiharbeiter bei Opel, ich glaub´, ich spinne!
    Die betriebswirtschaftliche Rechnung, „Wachstum um jeden Preis“, geht schon seit Jahrzehnten nicht mehr auf.

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