ARGE Aachen vermittelt Prostituierte

Die Aachener Nachrichten berichten, dass einer Aachenerin von der “Arbeitsgemeinschaft für die Grundsicherung Arbeitssuchender” (ARGE) ein Minijob als “Außendienstmitarbeiterin im erotischen Bereich” angeboten wurde.

Die Stellenbeschreibung: “Aufsuchen potenzieller Kunden im Raum AC/K/D/HS, Gewinnung neuer Mitglieder für die interaktive Internetplattform.” Erste Reaktion der allein stehenden Mutter von zwei vier und acht Jahre alten Mädchen: “Ich dachte, ich muss mich übergeben.” Endgültig schlecht wurde ihr, als sie den angegebenen Arbeitgeber kontaktierte. Der habe ihr bedeutet, dass telefonische Akquise nicht ausreiche, sondern “persönlicher und körperlicher Einsatz erforderlich” sei.

Der Leiter der ARGE Aachen, Marcel Raschke, hat den Vorfall der Zeitung gegenüber bestätigt und erklärt, es sei oberstes Ziel, auch eine Mutter mit zwei Kindern aus dem Arbeitslosengeld II heraufzuführen. Das Angebot habe ohne negative Folgen abgelehnt werden dürfen.

Bereits im Jahr 2004 hatte die taz die Hypothese aufgestellt, dass langzeitarbeitslose Frauen im Prinzip in Bordelle vermittelt werden könnten, da es im Gesetz keine Untergrenze für die Zumutbarkeit von Arbeitplätzen gebe und Prostitution seit 2002 ein anerkannter Beruf ist. In der englischsprachigen Presse machte die Story als Sensation die Runde. Dort hieß es, arbeitslosen Frauen könne die Unterstützung gestrichen werden, wenn sie diese Jobs ablehnen würden. Im Februar 2005 wurde bei Snopes.com erklärt, dass die Story falsch war.

Erst im Mai 2006 hatte das Sozialgericht Speyer (AZ: S 10 AL 1020/04) entschieden, dass ein Bordellbesitzer keinen Anspruch darauf hat, Mitarbeiterinnen von der Arbeitsagentur vermittelt zu bekommen. Zwar sei Prostitution gesellschaftlich geduldet, “aber kein zur Verminderung von Arbeitslosigkeit erwünschtes Instrumentarium”. (Netzeitung)

Das sehen die Aachener Arbeitsvermittler offenbar etwas anders.

quelle http://www.jurablogs.com/de/arge-aachen-vermittelt-prostituierte

entdeckt http://forum.jadoobolly.de/viewtopic.php?f=15&t=362

informationen zum thema

http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2005/maijuni-2005/top-themen/arbeitsamt-vermittelt-prostituierte/

http://www.emma.de/ressorts/artikel/prostitution/prostitution-der-unmoralische-staat/

http://www.magnusbeckerblog.de/arge-aachen-vermittelt-ins-rotlichtmilieu/526/

http://menschenschutzbund.blog.de/2009/09/22/arge-zwingt-frau-prostitution-7021202/

11 Kommentare

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11 Antworten zu “ARGE Aachen vermittelt Prostituierte

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  7. mantovan9

    das datum ist erstmal sekundär..hier muß man am ball bleiben. wir wissen ja nicht was die so alles treiben. das hier ist die „ausgeburt des bösen“ ums dramatisch auszudrücken. du hast den kommentar gelesen..Meine Freundin hat selbst so eine Stellenausschreibung bei der ARGE gelesen.Es ist genug!“ das reicht mir!
    man müßte einen offenen brief an vdl schreiben. sie ist die hausherrin der“zuhältervereinigung“. was für ein elend ist hier geschaffen worden. wir wissen nicht wieviel frauen in der prostitution gelandet sind mit hilfe der jobcenter. beim beschriebenen fall hat die frau kinder. ich bin wirklich erschüttert. wie soll eine mutter ihren kindern jemals vermitteln in der prostitution gelandet zu sein, weil der deutsche staat das so wollte.

  8. mantovan9

    hier ein kommentar aus facbook..
    Theo Greblevaz …“ ich fasse es nicht?!
    Da war doch was … § 181a Zuhälterei
    (1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

    1. eine andere Person, die der Prostitution nachgeht, ausbeutet oder
    ……2. seines Vermögensvorteils wegen eine andere Person bei der Ausübung der Prostitution überwacht, Ort, Zeit, Ausmaß oder andere Umstände der Prostitutionsausübung bestimmt oder Maßnahmen trifft, die sie davon abhalten sollen, die Prostitution aufzugeben, und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhält, die über den Einzelfall hinausgehen.
    (2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer die persönliche oder wirtschaftliche Unabhängigkeit einer anderen Person dadurch beeinträchtigt, dass er gewerbsmäßig die Prostitutionsausübung der anderen Person durch Vermittlung sexuellen Verkehrs fördert und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhält, die über den Einzelfall hinausgehen.
    (3) Nach den Absätzen 1 und 2 wird auch bestraft, wer die in Absatz 1 Nr. 1 und 2 genannten Handlungen oder die in Absatz 2 bezeichnete Förderung gegenüber seinem Ehegatten vornimmt.“

  9. Klaus

    Die Story ist allerdings schon etwas älter (August 2006). Gibts da auch aktuelle Fälle zu oder sollten sie in diesem Fall tatsächlich etwas daraus gelernt haben?

  10. Eigentlich sollte die Wirtschaft den Menschen dienen, und nicht umgekehrt. Aktuell ist das aber nur Sklaverei, nichts anderes. Ist das wirklich noch im Sinne der Gründerväter des Grundgesetzes? Ich kann es mir nicht vorstellen.

  11. Meine Freundin hat selbst so eine Stellenausschreibung bei der ARGE gelesen.

    Es ist genug!

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