Aufstand im Kiez

Der Kampf ums Schanzenviertel

Hamburg ist neben Istanbul und Moskau derzeit der begehrteste Immobilienstandort in Europa. Unter dem Motto „Wachsende Stadt“ entstehen riesige Bauprojekte am Hafen, in St. Pauli oder auch im Schanzenviertel. Hier macht sich besonders großer Unmut breit über die Baupläne der Investoren – Stichwort: dcf. Für „Die Reportage: Aufstand im Kiez“ sind die NDR Autorinnen Ute Jurkovics und Gudrun Kirfel den Veränderungen im Schanzenviertel nachgegangen – zu sehen am Mittwoch, 13. Januar, um 22.35 Uhr im NDR Fernsehen.

Wohl wenige kennen „die Schanze“ so gut wie Norbert Stenzel. Seit 1972 hat der Konditormeister sein Café am Schulterblatt gleich neben der umkämpften Roten Flora. „Das Viertel gehört allen“, meint der 68-jährige Konditormeister, „in unruhigen Zeiten kaufen hier Polizisten wie Straßenkämpfer ihre Brötchen“. Und unruhige Zeiten stehen mal wieder an, seit der Besitzer der Roten Flora, Kulturinvestor Klausmartin Kretschmer, mit der Räumung des Symbols der linksautonomen Szene droht.

Die Besetzer kündigen in dem Film ihren Widerstand gegen Kretschmers Pläne an. Die Rote Flora gehört in Hamburg längst zur Folklore wie etwa der Fischmarkt, sie ist das Symbol des autonomen Widerstandes. Eine Räumung, sagen manche, werde zu größeren Krawallen führen. In der Susannenstraße ein paar Meter weiter planen von der Vielzahl trendiger Kneipen genervte Mieter den Aufstand gegen „den Ballermann“ vor ihrer Haustür. Die Reportage zeigt, wie sich unter dem Druck der so genannten Gentrifizierung das ehemals heruntergekommene Viertel zum In-Kiez wandelt – „Yuppiesierung“ nennen das manche.

Die Filmemacherinnen begleiten auch den Geschäftsführer der Patrizia Immobilien AG, einen Großinvestor, bei seiner Rundfahrt durch die Hansestadt Hamburg. Die Patrizia Immobilien AG hatte unter anderem 2005 einen alten Wasserturm im Schanzenpark erworben und ihn zu einem Edelhotel umgebaut. Als der Immobilienhändler schon wieder im Flugzeug sitzt, stürmen Hotelgegner vor das Restaurant im Wasserturm und errichten eine „Volksküche“: mit Feuerstelle und Suppenausgabe vis-à-vis den Gästen hinter der Glasfront. Die Polizei lässt den Platz räumen, es kommt zu Festnahmen und Widerstand. Einmal mehr muss die Feuerwehr an der Schanze löschen.
quelle http://www.ndr.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/pressemeldungndr5196.html

informationen zum thema

DIE ROTE FLORA

Der Versuch, soziale Konflikte gewaltsam zu lösen, zieht Widerstand, Solidarisierung und militante Gegenwehr nach sich. Das sollte sich der Hamburger Senat, auch in Bezug auf die Rote Flora, hinter die neoliberalen Löffel schreiben.

mehr http://www.nadir.org/nadir/initiativ/roteflora/content.html

http://florableibt.blogsport.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Flora

http://www.taz.de/!58687/

Die Rote Flora am Schulterblatt 4bild link http://www.hamburg-gallery.de/bilder_db/details.php?image_id=1354&sessionid=cd7a49813accafbcebf9b1a3aa2637d7

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