Hartz IV: Leben zusammengestrichen

 von Volker
 
Es gibt Menschen, die den Hartz IV-Regelsatz für völlig ausreichend halten.Dabei wird häufig dahingehend argumentiert, dass es einem Erwerbslosen durchaus zuzumuten sei, sein bisheriges Leben zu vergessen, da er ohne Arbeit selbstverständlich auch keine weiteren Rechte mehr besitzt, die ihm einen würdigen Platz in unserer Gesellschaft garantieren.
Als vollwertiges Mitglied.
Politische und wirtschafliche Interessen haben es erst ermöglicht, Menschen zu entmündigen, sie weitgehend auszugrenzen, um sie wiederum als Täter zu verurteilen, denen wir jegliche Achtung sowie Respekt versagen.
Als Gesellschaft.
Und ohne darüber nachzudenken, wodurch sich eine Gesellschaft letztendlich auszeichnet.

Das oben gezeigte Bild wurde von mir nicht inszeniert.
Es zeigt einen kleinen Einblick zu meiner Realität, die ich noch vor zehn Jahren – in diesem Ausmaß – nicht für möglich gehalten hätte.

Wobei es mir hierbei nicht nur um die Frage einer „ausreichenden“ Ernährung geht. 
Die Entsagung an einer sozialen Teilhabe ist weitaus schlimmer zu bewerten, da ohne dieser Grundlage ein „gesundes“ Leben kaum mehr möglich ist.

Ausgrenzung, Hunger und Existenzangst sind auf Dauer gesehen tödlich.

Ich möchte einen Kommentar zu meinem letzten Beitrag aufgreifen.

Einsamkeit.

Ohne ausreichende finanzielle Grundlage ist ein soziales Leben kaum mehr möglich.
Neue Kontakte zu knüpfen, Menschen kennenzulernen, wird erst dadurch ermöglicht, wenn man sich in seinem Umfeld auch frei bewegen sowie einbringen kann.

Diese notwendige Freiheit einer gesellschaftlichen Teilhabe wird durch Hartz IV derart beschnitten, ja fast unmöglich gemacht, so dass die Betroffenen (gerade ältere Menschen) auch durch eine seelische Armut bedroht sind.

Für mich ein sehr wichtiger Aspekt, da durch eine solche Verarmung schwerwiegende Erkrankungen auftreten können.
Ich will diese Thematik nicht verallgemeinern, bin mir aber sicher, das mein Standpunkt von vielen der Hartz IV-Betroffenen bestätigt würde.

Gerade auch die Ausgrenzung und Stigmatisierung der Kinder führt schon in frühen Jahren dazu, dass das soziale Umfeld und eine gesunde Entwicklung erheblich eingeschränkt wird.

Eine menschenwürdige Existengrundlage wäre zwar dringend erforderlich, ein gesellschaftliches Umdenken allerdings geradezu lebenswichtig.

Das Gefühl ein Bittsteller und Almosenempfänger zu sein ist schon erniedrigend genug.
Der Verlust an gesellschaftlicher Akzeptanz allerdings menschenverachtend.

Ausgrenzung als ein politisches Machtinstrument, das – meiner Meinung – sehr bewußt eingesetzt wird.

von Volker

quellehttp://freiblog.blogspot.com/2011/09/hartzivlebenzusammengestrichen.html

bild http://www.alice-dsl.net/hartzkritik/pics/Hartz%20IV%20Comic4.jpg

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