ABSCHIED

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Meine Reise zum Ende der Welt

2011/09/15  von B-like-Berlin
 
Wenn dieser Beitrag im Blog auftaucht bin ich abgetaucht. Im wahrsten Sinne. Der Beitrag war ausreichend vordatiert, so dass ich genügend Zeit hatte, meinen Plan umzusetzen – oder den Text wieder zu löschen.

Ursprünglich wollte ich hier ausführlich meine Reise ans Ende der Welt beschreiben. Dann verließ mich die Lust lange Texte zu schreiben und die wenigsten Leute wollen heute noch lange Texte lesen – also ist uns allen gedient.

Meine Reise führte mich dahin, wo die Erde aufhört und wo das Meer beginnt. Ein passendes Bild für mein Vorhaben.

Ich habe eine lange und langsame Anfahrt gewählt. Nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Fernbus. So bin ich durch Länder, Landschaften und Städte gefahren, die ich kannte und auch welche, die ich noch nie gesehen hatte. Da die Haltestellen in der Regel mitten in der Stadt liegen fährt man nicht nur vorbei.

Von Berlin u.a. über Antwerpen und Brüssel nach Paris. Durch Paris und Versailles, durch die weite Ebene Westfrankreichs, Tours, am nächtlichen Bordeaux vorbei, über die Berge nach Spanien und weiter nach Portugal bis Lissabon führte mich der Weg. Leider konnte ich nicht alles auch sehen, vieles zog vorbei während ich schlief.

Nur kurz hatte ich überlegt einen Stopp in Lissabon einzulegen, aber die Stadt, die ich in Liebe kennengelernt hatte, hätte mir alleine keine Freude bereitet.

Mit portugiesischen Bussen fahre ich schnell weiter in den Süden. Die Fahrt über die Brücke des 25. April gönnt mir einen sehr langen Blick auf Lissabon, den Tejo und Belem und bis hinaus auf den Atlantik. Es geht weiter in den Algarve und an mein Ziel, Sagres. In weniger als 48 Stunden seit der Abfahrt bin ich angekommen und stehe in meinem Zimmer unter der Dusche.

Am 5. September bin ich in Berlin losgefahren, am 7. September bin ich hier angekommen, heute ist der 14. September. Seit einer Woche bin ich jetzt hier. Hier ist der Sommer, den es in Berlin nicht gab. Die Temperaturen liegen jeden Tag um die 30 Grad und am Himmel sind nur selten ein paar Schleier zu sehen.

Es gibt mir ein paar letzte schöne Tage zum Abschluss. Galao und Natas, frischer Fisch zum Abendessen, Spaziergänge auf den Klippen, stundenlang auf das Meer hinaussehen.

Überraschenderweise hört man hier mehr deutsche Laute als in den Straßen von Prenzlower Boerg oder Mitte, aber man muss sich nicht zu erkennen geben. Weil Sagres in einem Naturpark liegt ist es von den großen Hässlichkeiten wie in Albufeira oder Portimao verschont geblieben. Es ist sehr schön hier.

Heute, beim letzten Kassensturz habe ich bemerkt, dass ich viel weniger ausgegeben habe, als ich gekonnt hätte. Ich habe tatsächlich noch genügend Geld um noch gut zwei weitere Tage bleiben. Nur ändern würde das nichts. Es bleibt zurück, mit meiner Tasche, dem Laptop, meinen Lieblings-CD’s und anderen Dingen. Nur die Festplatte mit allen meinen Fotos darauf, die werde ich mitnehmen.

Ich will es nicht weiter hinauszögern, heute wird Schluss sein. Das bezahlte Zimmer wird die letzte Nacht leer bleiben und ich werde an einer der drei Stellen, die ich ausgewählt habe, den einen Schritt machen, der viele Meter in die Tiefe führt. Meinen letzten Schritt. Der untergehenden Sonne hinterher.

In den letzten Tagen habe ich gelegentlich gezweifelt, habe gezögert. Aber wenn ich auf einer der Klippen stand und senkrecht hinabschaute, schien es ganz einfach, zog es mich geradezu magisch an. Ich war mehr als einmal ganz kurz davor. Nur wollte ich keine Vorstellung vor Publikum geben und ich wollte mich irgendwie doch verabschieden.

Ich möchte nicht gehen, ohne einem Menschen ganz besonders zu danken. Dir verdanke ich es, dass die letzten Jahre trotz aller Schatten sehr schön waren. Danke dafür.

Den Boden unter den Füßen habe ich über lange Zeit verloren. Seit dem ersten Jahr dieses Jahrtausends, Stück für Stück. Zuerst habe ich es selbst nicht bemerkt. Bis es unübersehbar wurde. Manchmal konnte ich etwas Boden gewinnen, dafür brach dann an anderer Stelle etwas ab. Es erodierte mehr und mehr, bis meine Füße kaum noch Platz und Halt zum Stehen hatten.

Der letzte Schritt – vom bröckelnden Boden in die Unendlichkeit des Meeres war nur die letzte Konsequenz. Und so hoffe ich wenigstens, dass ich nicht morgen bei Ebbe auf den Strand gespült liege, oder heute Nacht als Beifang im Fischernetz ende. Es soll mich weit hinaus tragen und in die Tiefe hinunter ziehen.

Gedanklich begonnen habe ich meine letzte Reise vor zwei Monaten. Vor mehreren Jahren habe ich schon einmal darüber nachgedacht, welchen Weg, welches Mittel ich wählen könnte. Sicher, schnell und ohne lange zu leiden. Das ist der Grund, weshalb ich dieses Mal ziemlich schnell wusste wohin. Google Earth ist außerdem sehr hilfreich bei der Auswahl.

Nein, es gibt niemanden, der Schuld daran hat, zumindest niemand alleine. Es gab einige, die nicht richtig hingehört haben. Das schon.

Es gab einfach zu viele Verluste, zu viele Rückschläge, zu viele Tiefschläge, manchmal einfach nur Pech, zu viele Rat-Schläge. Keine Perspektive. Nach jedem missglückten Anlauf weniger Kraft, weniger Energie, weniger Kampflust. Die Haut immer dünner, der Mut immer weniger.

55 ist ein gutes Alter um zu gehen. Ich habe sehr viel erlebt. Sehr viele schöne Dinge erlebt und hatte schöne Zeiten in meinem Leben. Leider lebe ich inzwischen in der Gewissheit, dass die guten Zeiten alle hinter mir liegen und ich von der Zukunft nichts mehr zu erwarten habe.

Die Kinder haben mir immer und sehr gefehlt. Kein Kontakt mit meiner Tochter und mit dem Jungen, der heute schon ein Mann ist – und der für mich immer mein Sohn war. Das hat mich sehr gequält.

Und dann gibt es doch noch zwei Personen, die im Abspann unbedingt erwähnt werden sollen. Das ist zum einen der kleine Urenkel Quasimodos aus dem Finanzamt, (nur dass dieses fiskalische Exemplar weniger Menschlichkeit zeigt, als das Original). Vielen Dank für die fiskal-fundamentalistische Terror-Folter.

Und mein neuer „Kundenbetreuer“ im Jobcenter. Mit Kettchen und Hemd über der Hose und eindeutiger NVA-Attitüde. Eine Arbeit kann er mir auch nicht bieten. Aber Druck machen, mich fertig machen, um dem Staat Geld zu sparen.

Beide können jetzt ihre Aktendeckel schließen. Wenn der erste nicht so idiotisch gehandelt hätte, hätte der zweite mich nicht mehr kennengelernt. Vielleicht kann jemand dafür sorgen, dass sie es erfahren – im Finanzamt Charlottenburg und im Jobcenter Kreuzberg.

quelle http://blikeberlin.wordpress.com/author/blikeberlin/

EINE LETZTE BITTE

„Vielleicht kann jemand dafür sorgen, dass sie es erfahren – im Finanzamt Charlottenburg und im Jobcenter Kreuzberg.“

wenn ein besucher dieser webseite vielleicht zufällig diesen menschen aus dem besagten jobcenter kennen sollte, dann bitten wir diesen letzten wunsch zu erfüllen und diesen beiden behörden bzw sachbearbeitern bescheid zu geben.

WIRTSCHAFTLICHER NIEDERGANG UND SOZIALE AUSGRENZUNG FÜHRT MITUNTER BEI DEN BETROFFENEN ZU DRASTISCHEN ENTSCHEIDUNGEN.
DIE MENSCHEN WERDEN ALLEINE GELASSEN UND DURCH HARTZ VIER GESETZE STIGMATISIERT! WIR MÜSSEN WIEDER LERNEN IN DER NOT ZUSAMMENZUHALTEN!
SOLIDARITÄT HILFT LEBEN RETTEN! SCHAU NICHT WEG!

23 Kommentare

Eingeordnet unter AKTUELLES

23 Antworten zu “ABSCHIED

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  7. mantovan9

    vielen dank URBAN ARTefakte für dein posting. ich finde gut, dass du die polizei benachrichtigt hast, ich meinerseits habe einigen parteien und einzelnen politikern gemailt und um hilfe gebeten, allerdings bekam ich bis heute keine antwort.
    sollte die polizei dich informieren, BITTE poste es hier.
    liebe grüße
    rita

  8. Vielen Dank für dieses Posting!

    Auch ich möchte hier heute meine Worte hinterlassen..und ich möchte JETZT nicht über Politik schreiben.

    BllikeBerlin stand mit mir als Blogger in Verbindung…
    Als ich nach einmal etwas längerer Zeit, erst im Oktober auf seiner Seite mal wieder vorbei schaute, musste ich den Text glaub 3x lesen, weil ich es wirklich nicht verstehen, begreifen, fassen konnte….also, ich begriff es auch einfach nicht. Ob es wirklich so ist, wie geschrieben…

    Letztendlich habe ich es Anfang Oktober auch der Polizei über die Internetwache gemeldet, weil ich dies als einzigen Weg sah, helfen zu können.
    Natürlich, wenn man das Posting liest, könnte man meinen, es wäre zu spät…ich aber habe gehofft, das es noch ein Hilferuf war, wo man noch helfen könne…mittlerweile habe ich gesehen, dass dieser Fall im Internet schon große Kreise gezogen hat und man wohl davon ausgehen muss, das er/sie seine angekündigte Tat wohl wahr gemacht hat.

    Die Polizei jedenfalls hat mir zurück geschrieben, dass sie mich über neuere Informationen in Kenntnis setzen wird. Ob das allerdings wirklich passiert, das weiß ich noch nicht.

    Ich bin jedenfalls zutiefst betroffen, auch wenn ich diesen Blogger, diese Bloggerin nur „virtuell“ vom lesen kannte…

    Umso mehr betroffener war ich aber auch, als ich las, wie viele Menschen sein Posting mit mittlerweile schon 117 Votes „liken“ konnten.
    Das lässt mich kotzen !!!!!!!!!!!!!!

    Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn der Wunsch von BlikeBerlin in Erfüllung gehen würde.

    . . .

  9. mantovan9

    hallo …klaus das hast du bewegend und als nachruf wunderbar gemacht. vielen dank. lg rita

  10. http://wp.me/p1esOD-22A
    Sein Text zum Nachdenken in einer anderen Form

  11. mantovan9

    wenn möglich – bitte weiterleiten!
    ich habe parteien in berlin per mail um hilfe gebeten, jedoch noch keine antwort bekommen.

  12. Tange

    Hallo Dr. Mabuse,

    das habe ich auch schon bemängelt als ich eine Erwerbslosengemeinschaft ins Leben gerufen hatte, schien es kaum arbeitslose Menschen zu geben. Hatte mich zu anfangs auch darüber geärgert.
    Sie haben mit Ihrer Aussage sicherlich recht, das wenigstens 2 % der arbeitslosen Menschen sich wehren könnten.
    Aber…
    … sie wollen sich nicht zu erkennen geben, weil sie sich schämen
    … sie trauen sich nicht, weil sie Angst haben schikaniert zu werden
    … sie werden mit sinnlosen Maßnahmen und Schulungen beschäftigt etc.

    ich könnte diese Liste endlos weiterführen.

    Ich bin mir sicher, das es in der Republik 2% arbeitslose Menschen gibt die aktiv sind und versuchen aufzuklären. Das Problem ist, sie gibt es nicht in Berlin, Hamburg oder München sondern in Deutschland verteilt, sie müssten alle nach Berlin um da alles lahm zu legen.

    Ich darf gar nicht über die sozialen Kürzungen und das Vermehren von virtuellem Geld gar nicht darüber nachdenken. Wir werden alle unser blaues Wunder erleben, dann überfällt man lieber die Oma oder den Opa auf der Straße, statt sich an die Macher zu halten. Die Macher sind nicht nur die Schröder-Regierung und die Hartz Kommission, das sind nur armselige Marionetten die halt ne Menge Geld verdienen mit dem Mist den sie versuchen uns unterzujubeln. Amerika steuert Europa und Deutschland ist ein Handlanger der die Klappe in der EU aufreißen muss… ups… das war doch schon mal was…oder???
    VG Tango

  13. Tange

    Hallo Mantovan9,

    ich hoffe nur das es auch viele Menschen lesen

  14. mantovan9

    vielen dank dr0mabuse für deine informationen, einiges davon findest du auch hier auf dem blog. ich werde öfter mal in bodenfrost vorbeischauen :).
    die kanaleigner des videos habe ich heute abonniert, sie haben sich auch schon bei mir bedankt. will sagen, ein kleiner kontakt hat sich hergestellt 😉
    zu deinem hinweis der argemitarbeiter mit zeitvertrag noch folgendes. die mitarbeiter arbeiten nach quote.
    schau mal
    Interne Quotenvorgabe für Sanktionen
    Gegenüber „gegen-hartz.de“ bestätigte unlängst ein leitender Angestellter des Jobcenters Hannover, dass die Sachbearbeiter interne Vorgaben erhalten, in denen eine „Sanktionquote“ vorgegeben wird. Das bedeutet in der Realität, dass viele Sanktionen erteilt werden, obwohl die Sanktion als solches rechtswidrig ist. Die meisten Betroffenen nehmen allerdings die rechtswidrige Praxis hin und scheuen den Weg zum Sozialgericht, um den Sachbearbeiter nicht „zu verärgern“.

    quelle http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/immer-mehr-rechtswidrige-hartz-iv-sanktionen-6909.php

  15. Die meisten dieser Mitarbeiter haben auch nur Zeitverträge und wissen, dass die nicht verlängert werden, wenn sie nicht ihre 8% jedes Jahr einsparen. Von denen ist nichts zu erwarten.
    Wie wäre es denn, wenn sich alle ALG2-Empfänger, oder vielleicht nur 2% davon, zusammentun und über Aktionen nachdenken ?
    Siehe z.B.
    http://bodenfrost.wordpress.com/2011/09/19/17s-occupywallstreet-globaler-protest/
    Mit Bildern und Videos !
    Auszug:
    Angesichts sozialer Kürzungen und dem Verbrennen unfassbarer Mengen von Geld durch Banken und Spekulanten, wächst der Unmut der Menschen in vielen Ländern. Die USA haben jetzt ihren eigenen day of rage (Tag des Zorns): Seit dem 17.09. gehen in New York tausende Menschen auf die Straße, um für ein menschenwürdiges Leben und eine bessere Zukunft zu demonstrieren.
    Unter dem Motto occupy wallstreet zogen die Demonstranten zum Nabel der Finanzwelt, mit dem Ziel, dort ein Protestlager nach ägyptischem und spanischem Vorbild zu errichten. Sie kamen ohne bestimmte Forderungen und ohne Anführer.
    Welche Forderungen sie an ihren Präsidenten richten möchten, soll basisdemokratisch in Versammlungen herausgearbeitet werden.
    Die Polizei versuchte, die Zugänge zur Wallstreet zu sperren, aber die Empörten kamen trotzdem durch. Es wurden auch Sitzblockaden aufgelöst. Über Nacht blieben ca. 300 Aktivisten in der Nähe der Wallstreet und wurden mit zahlreichen Lebensmittelspenden versorgt. Erste Ideen und weitere Aktionen sind schon im Entstehen. In ihren Versammlungen wurde zum Beispiel beschlossen, dass – notfalls ohne Gewerkschaften – ein Generalstreik organisiert werden soll, um den Druck zu erhöhen.
    Wie schon in Spanien, wird auch diese Aktion von den klassischen Medien ignoriert
    In Frankfurt: http://www.youtube.com/watch?v=7jDx13q2gug
    In Stuttgart: http://bodenfrost.wordpress.com/2011/09/17/17-9-occupyborsenstrase-in-stuttgart/
    In diesem Sinne: Empöret Euch !

  16. Tango

    Ein Anfang wäre es schon mal, wenn sich die Mitarbeiter der ARGen, Job-Center und GfA’s zusammentun und ihren Chefs sagen, dass sie nicht mehr gewillt sich ihre Mitmenschen wie Dreck zu behandeln. Vor denen würde ich den Hut ziehen und es würden sehr viele Menschen hinter den Sachbearbeitern stehen.

    Wir müssen nur eines wieder lernen ZUSAMMENHALTEN !

  17. Ich habe als Psychotherapeut viele Leute unter meinen Patienten, die ganz ähnlich fühlen. Zum Glück hat sich von denen in den letzten 8 Jahren, seit ich meine Praxis habe, noh keiner umgebracht.
    Natürlich sind das ‚kleine, schwache Seelen‘, die aber auch mal mit Wachstumschancen als Kinder auf die Welt gekommen sind und dann durch eine Stufe der Erniedrigung und Entwertung nach der anderen gegangen sind. Das fängt mit belastenden oder zerstörerischen Familiensituartionen an – in ‚christlichen‘ Kuhdörfern genauso wie in Großstädten – geht weiter über Kindergärten, Schulen, Ausbildung bis zum Beruf.
    Natürlich finden sich in den Behörden jeweils auch willige Vollstrecker, die bei denjenigen Vollstreckern ihre Ausbildung gemacht haben, die nach 1945 wieder in Amt und Würden gekommen sind.
    Und sie sind Opfer einer fortgesetzten Gehirnwäsche, wie sie schon in dem Buch ‚Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht‘ von E.A.Rauter vor 40 Jahren beschrieben wurden und heute um vieles ausgefeilter sind. Einiges davon kann man auch in den Büchern von Albrecht Müller, z.B. ‚Meinungsmache‘ nachlesen oder bei Erich Fromm: Die Furcht vor der Freiheit.
    Meinen Patienten versuche ich ihr Selbstbewusstsein wieder zu geben und aus der Wut des Ohnmächtigen eine mächtige Kraft zu entwickeln, sich zu wehren. Aber es gibt nicht viele Kollegen, die in diesem Sinne arbeiten. Das fängt für viele mit dem Eintritt in eine Gewerkschaft oder andere Hilfsorganisation an.
    Von dieser Möglichkeit zur gegenseitgen Hilfe ist im obigen Abschiedsbrief nichts zu lesen. Bitte verbreitet die Idee der gegenseitigen Hilfe, von der schon Fürst Kropotkin sprach, weiter an Seelen, die in Eurer Umgebung von Resignation bedroht sind.
    Die Gruppe ‚Ton,Steine Scherben‘ hat dazu das passende Lied gemacht, –
    ‚Ich bin über 10 000 Jahre alt, und mein Name ist Mensch…‘
    Mit solidarischem Gruß
    Dr.Mabuse

  18. mantovan9

    im jobcenter haben die mitarbeiter schon richtig angst vor ihrer „kundschaft“. sie haben aber nicht genügend ängste um nägel mit köpfen zu machen und die hartz iv gesetze nicht mehr an betroffenen zu entladen. tango hat ja beschrieben wovor sie angst haben, auf der anderen seite des schreibtisches sitzt man nicht gerne, die wissen ja besser wie unberechenbar das system ist.
    danke tango für die zusammenfassung. vorallendingen der zweite post ist sehr gut.

  19. Tango

    Habe noch etwas vergessen.
    Natürlich müssen wir zusammenhalten. Wenn möglich Wohngemeinschaften bilden und gemeinsam wirtschaften, damit explodierende Kosten für den Einzelnen nicht unerschwinglich sind, sollten diese geteilt damit WIR leben können!
    Ein geteiltes Volk kann niemals stark sein und sich gegen das Ausbeuten wehren, stark ist nur die Gemeinschaft in der man sich einig ist.

    Weg von Talkshows, Video und Computerspielen, weg von Neid und Missgunst, denn das sind unsere Feinde. Schaltet die verdammte Werbung ab und kauft nicht jeden unnötigen Mist.
    Schafft Vorräte an, Grundnahrungsmittel und Wasser. Wenn möglich kauft frisches Gemüse, achtet darauf das Lebensmittel weder Fluor noch Jod enthalten. Meidet Zahncremes mit Fluor! Informiert Euch http://www.google.de/#hl=de&sugexp=pfwc&cp=18&gs_id=q&xhr=t&q=Fluor+noch+Jodl%C3%BCge&pf=p&sclient=psy-ab&source=hp&pbx=1&oq=Fluor+noch+Jodl%C3%BCge&aq=f&aqi=&aql=&gs_sm=&gs_upl=&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&fp=1bf987f3c4f22406&biw=1280&bih=644

    Meidet Fertiggerichte aller Art!

  20. Tango

    Ich finde es sehr schade das wieder ein Mensch von uns gegangen ist. Ein Mensch, der diese Demütigungen nicht mehr ertragen konnte, ein Mensch dem man die Kraft zum täglichen Kampf gegen die ungerechte Behandlung genommen hat.

    Hartz IV haben wir nicht den Mitarbeitern bei den ARGen, Job-Centern und GfA’s zu verdanken, sie sind nur Menschen die Anweisungen von oben befolgen, leider. Sie können sich ebenso wenig wehren, wie ein H4ler.

    Verantwortlich ist die damalige Schröder-Regierung, Peter Hartz, Sozialverbände und Gewerkschafter die H4 auf den Weg gebracht haben!
    Das sind die Verantwortlichen!

    Bedauerlicher Weise bekriegen sich die Menschen unter einander, statt an die wirklichen Verantwortlichen zu gehen. Doch dazu sind sie zu feige und nicht besser als die Mitarbeiter in den ARGen, Job-Center und GfA’s die letztlich Anweisungen von oben befolgen, Angst haben ihren Job zu verlieren und irgendwann in H4 zu landen.

    NICHT DIE MENSCHEN SIND DAFÜR VERANTWORTLICH SONDERN DIE MACHER VON HARTZ IV !!!!!!!

  21. Pingback: Hartz IV treibt Menschen in den Tod | König von Haunstetten

  22. Jörg Reiners

    Wir müssen uns zwar auch in der Not beistehen. Wichtiger ist es aber, diese Not zu überwinden. Lasst uns dieses inhumane kapitalbasierte System überwinden!

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