Die Riester-Lüge

Karikaturen im Archiv

Selbst wer 32 Jahre durchgehend zum Durchschnittslohn gearbeitet hat, wird künftig im Alter Sozialhilfe benötigen.

Mit großzügigen staatlichen Zuschüssen sollten die Bürger ermuntert werden, ein privates Zusatzpolster für ihr Alter anzusparen. Doch heute, rund zehn Jahre später, entpuppt sich die vermeintlich renditeträchtige Privatvorsorge à la Riester mehr und mehr als Rohrkrepierer: Die staatlichen Zuschüsse kommen vor allem den Versicherungsgesellschaften zugute und nicht den kleinen Sparern. Oft werfen Riesterversicherungen sogar weniger ab als viele ungeförderte Produkte – auch, weil der Staat zwar die Ansparphase großzügig fördert, aber bei der Auszahlung ebenso großzügig Steuern erhebt. Viele Rentner müssten über 90 werden, um auch nur das Geld wiederzusehen, das sie in die Riester-Versicherungen eingezahlt haben. Und schließlich droht gerade Geringverdienern der Totalverlust.

Demographische Horroszenarien

Warum wir positiv in die Zukunft blicken können

 Gerd Bosbach
Die Deutschen sterben aus, die Rente ist nicht sicher: Mit solch düsteren Ausblicken machen Politik und Wirtschaft den Menschen Angst – und rechtfertigen soziale Einschnitte in der Gegenwart. Wir sollten kritischer mit den Zukunftsprognosen umgehen, die uns da vorgelegt werden. Das zeigt auch ein Blick in die Vergangenheit.
Das Wort Demographie ist populär, vor allem, wenn es um Einschnitte ins soziale Netz geht. Dann wird es von Politikern, Wissenschaftlern und Unternehmern benutzt, um zu belegen, dass es keine Alternative zu dieser oder jener Kürzung gibt. Demographie gilt als Zukunftsthema. Dabei ist die Angst vor der demographischen Entwicklung viel älter, als man ahnt.
Sozialstaat ist in der Sackgasse – wer zahlt morgen die Renten?“, fragte zum Beispiel 1959 die österreichische Neue Tageszeitung. Konrad Adenauer prophezeite 1953 angesichts der damaligen Bevölkerungsentwicklung: „Dann sterben wir ja aus.“ Doch selbst Adenauer war nicht der Erfinder der Demographie-Angst. Schon 1932 schrieb der bekannteste Bevölkerungsforscher der Weimarer Republik unter dem Titel „Volk ohne Jugend – Geburtenschwund und Überalterung des deutschen Volkskörpers“ über seine demographischen Berechnungen und Befürchtungen. Heute reibt man sich angesichts solcher Szenarien die Augen. Waren das nicht damals völlig unberechtigte Ängste? Wieso diese Angst vor Aussterben und Überalterung?
Die Beobachtungen zur alternden Gesellschaft waren in der Tat auch schon damals korrekt. Im vergangenen Jahrhundert stieg die Lebenserwartung um mehr als 30 Jahre. Der Jugendanteil reduzierte sich von 44 auf 21 Prozent. War 1900 noch fast jeder Zweite unter 20 Jahre alt, war es 2000 nur noch jeder Fünfte; der Anteil der über 65-Jährigen verdreifachte sich in der gleichen Zeit. Die Zahlen klingen katastrophal – doch die Katastrophe ist ausgeblieben. Offenbar war die demographische Entwicklung nicht der bestimmende Faktor des letzten Jahrhunderts. Wichtiger waren die enorme Entwicklung der Produktivität, die zunehmende Gesundheit der Älteren, die Wanderungen in einer mobilen Welt, die Zunahme der Bildung.

weiterlesen Süddeutschen Zeitung

mehr zum thema http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/gbosbach_demogr.pdf

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9216678

bildhttp://www.stuttmann-karikaturen.de/archiv3.php?id=2515

Cartoon: Riester (large) by Pohlenz tagged riester,riesterrente,rente,renten,riester,riesterrente,vorsorge,rentner,geld,wirtschaft,finanzen,wirtschaftskrise,arbeit,job,lösung,plan

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2 Kommentare

Eingeordnet unter AKTUELLES, Deutschland

2 Antworten zu “Die Riester-Lüge

  1. gute Informationen. Nette Posts. Danke

  2. Pingback: Die Riester-Luege | WIR Der ZeitBote Saarland – Das Sozial-Magazin

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