Hartz-IV! Endstation Obdachlos

Auf der Suche nach Wärme

Obdachlosigkeit trifft immer häufiger junge Leute – für den 22-jährigen Yves M. wird der Alltag auf der Straße zur Qual. Trotzdem versucht er, seine Wohnsitzlosigkeit zu verbergen – so gut es eben geht.

Wenn gegen Mitternacht die Kälte beißend wird und die Füße müde sind vom langen Auf- und Abgehen, macht Yves M. sich auf die Suche nach wärmender Gesellschaft. Dann zieht es den 22-Jährigen in eine der Wiesbadener Tiefgaragen. Hier findet er meist Gleichgesinnte, für die ein bisschen Körperwärme schwerer wiegt als Gestank oder Abneigung. Sagt er. An den Fremden gedrängt, versucht er, die Stunden zu verschlafen, bis am Morgen endlich wieder sein täglicher Anlaufpunkt, die Teestube der Diakonie, öffnet.

Yves M. (Name geändert) ist seit Oktober 2011 obdachlos. Matthias Röhrig leitet die Wiesbadener Teestube, arbeitet seit rund 20 Jahren in der Anlaufstelle für Menschen, die ihr Zuhause verloren haben. Neu ist ihm die Geschichte über die nächtlichen Annäherungen in der Tiefgarage: Schwer vorstellbar, sagt er. Für ihn klingt das vor allem nach einer Geschichte über große Sehnsucht nach Nähe. „Aber ich bin ja nicht dabei“, sagt er.

Ein passendes Alter, um auf der Straße zu landen, gibt es nicht. Trotzdem: Yves M. ist viel zu jung. Und er ist nicht allein. Der Anteil der jungen Erwachsenen unter den Obdachlosen ist seit 2005 geradezu explodiert. In der Wiesbadener Teestube, wo die 18- bis 25-Jährigen bis dahin nur ganz vereinzelt auftauchten, war 2011 fast jeder Dritte von 574 dort gemeldeten Obdachlosen so jung.

Auch bundesweit lässt sich dieser Trend beobachten: Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe schätzt den Anteil dieser Altersgruppe an den Obdachlosen auf mehr als 32 Prozent. Tendenz steigend.

weiterlesen http://www.fr-online.de/frankfurt/obdachlos-inhessenaufdersuchenachwaerme,1472798,11523056.html

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Erstmals seit Jahren ist in Deutschland die Zahl der Wohnungs- und Obdachlosen wieder deutlich gestiegen — auf fast 250.000 Menschen. Plus zehn Prozent in den vergangenen drei Jahren, prognostizierte Tendenz — weiter steigend. Besonders betroffen – Frauen und Minderjährige.
REPORT MAINZ hat eine junge Mutter begleitet. Sie beschreibt, wie sie seitens der Vermieter bislang nur Ablehnungen kassierte. Zwei Maklerinnen, seit 25 Jahren erfolgreich im Geschäft, geben offen zu, dass die Vermieter — anders als früher — keine „Jobcenter-Bedürftigen“ mehr wollen.Report Mainz im Internet:
http://www.reportmainz.de

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