GRUNDEINKOMMEN – DAS WORT ZUM MONTAG

Ute Spohr Geb Berleth

Kritik der Tafeln und Grundeinkommen

von Jörg Ackermann

Der Soziologe und Tafelforscher Prof. Dr. Stefan Selke http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Selke, von der Hochschule Furtwangen University, übte am 9. Januar 2012 in einem viel beachteten Interview im Nordwest Radio heftige Kritik an den Tafeln und der „Vertafelung“ Deutschlands.

In der Radiosendung (Stefan Selke 4  213.71.18.104/nordwestradio/sendungen/gespraechszeit/gzstefanselke100.html, dort ab Minute 5:30) begründet Selke darüber hinaus ausführlich, warum das Grundeinkommen eine gesellschaftspolitische Alternative zur Ausgrenzung von Menschen in unserer Gesellschaft und eine Antwort auf die Krise der Arbeitsgesellschaft ist.

Stefan Selke hielt bereits während der 4. Internationalen Woche des Grundeinkommens in Bremen  http://www.big-grundeinkommen.de/woche-des-bge-2010/programm-wdge-2011 einen Vortrag zum Thema „Lebensmitteltafeln als Reparaturbetrieb der Gesellschaft? Existenzunterstützende Freiwilligenangebote als Sackgasse der sozialen Frage“. Die anschließende Diskussion drehte sich um die Frage: „Kann das bedingungslose Grundeinkommen ein Ausweg sein?“

Auf dem Video-Kanal Grundeinkommen 1 http://www.youtube.com/user/Grundeinkommen1   findet sich dieser Vortrag von Stefan Selke. Außerdem sind dort weitere Videos von Vorträgen während der Woche des Grundeinkommens in Bremen mit Werner Rätz, Ronald Blaschke sowie einem Gottesdienst mit Abendmahl zum Thema „Genug für alle“ zu sehen.

In seinem Vortrag in Bremen setzte sich Stefan Selke ebenfalls kritisch mit den Lebensmitteltafeln und ähnlichen existenzunterstützenden Angeboten in Deutschland auseinander. Die Kritik lautet, dass durch die Tafeln – im Namen der Barmherzigkeit – Armut verstetigt und mit ihnen das Geschäft der privaten Fürsorge-Industrie größer wird. Die Analyse der Tafellandschaft und ihrer Entwicklung zeige, dass die soziale Absicherung vieler Menschen immer mehr aus dem Aufgabenbereich der Gesellschaft bzw. des Staates in den Bereich des Privaten und des Ehrenamts gedrängt wird.

Grundlage der Arbeit von Stefan Selke ist die Frage nach den Chancen und Risiken menschlicher, insbesondere menschenwürdiger Existenz unter den Bedingungen technologischen, medialen, kulturellen und gesellschaftlichen Wandels. Seine Sozialreportage über die Tafelbewegung, Fast ganz unten,  http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/754-6.html  löste einen lebhaften Diskurs über Effekte der Tafelbewegung aus. Dieser führte zu einem Paradigmenwechsel in der öffentlichen Wahrnehmung der Tafeln sowie zu einer umfassenden Kritik an der privatisierten Sozialindustrie.

Aktuell arbeitet Stefan Selke am Forschungsprojekt „Tafel-Monitor: Transformation der Lebensmitteltafeln und ähnlicher existenzunterstützender Angebote im institutionellen Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage“. Für dieses Projekt wurden auch in Bremen Interviews durchgeführt. Informationen finden sich auf der Website Tafelforum  http://www.tafelforum.de/ .

Wer sich weiter informieren möchte, dem werden auch die kritischen Tafel-Sammelbände  http://www.vs-verlag.de/Autor/a_20649/Selke.html  empfohlen.

VON: JÖRG ACKERMANN

quelle http://www.scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=21633&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=913d9928b4

bild Ute Spohr Geb Berleth

mehr zum thema


MEHRhttps://mantovan9.wordpress.com/2010/12/10/elf-mio-menschen-in-armut-tendenz-steigend/

http://grundeinkommen-attac.de/index.php?id=6653

http://www.tafelforum.de/

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Eingeordnet unter AKTUELLES, Deutschland, Grundeinkommen

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