Hartz-IV: zu Lebzeiten eine Bedarfsgemeinschaft – im Tod kostengünstig getrennt

http://desparada-news.blogspot.de/

von BAG Hartz IV DIE LINKE

Kein Anspruch auf Bestattung in der Heimatstadt


Wie die WAZ-Mediengruppe heute berichtet, musste sich ein schwer herzkranker Mann aus Oberhausen einer Operation in einer Fachklinik in der Nachbarstadt Essen unterziehen. Bei diesem Eingriff starb der 55-Jährige am vergangenen Wochenende. Seine Lebenspartnerin, die 20 Jahre mit diesem Mann zusammengelebt hat, muss hinnehmen, dass ihr Partner anonym in Essen bestattet wird.
In Oberhausen, der Stadt, in der beider Lebensmittelpunkt war, wird sie keinen Ort zum Trauern haben, da sie ALG II – Bezieherin ist und kein Geld für eine von ihr organisierte Bestattung hat. Hierzu erklärt Werner Schulten, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV der LINKEN und Mitglied im Bundesvorstand der Partei:
Diese Regelung, wonach Menschen, die auf Hartz IV oder Sozialhilfe angewiesen sind, ohne Rücksicht auf Hinterbliebene anonym in einem Urnengrab am Ort ihres Versterbens verscharrt werden, ist unmenschlich. Damit sind diese nicht nur zu Lebzeiten aus der Gesellschaft ausgeschlossen, sondern sie bleiben auch nach ihrem Tod Opfer dieses gegen die Menschenwürde verstoßenden Systems. Während zu Lebzeiten die Partner als sogenannte Bedarfsgemeinschaft eingestuft, also mit einer Ehe gleichgestellt werden – mithin weniger Geld bekommen als zwei Einzelpersonen, wird der Partnerin bei der Beisetzung ein Mitspracherecht verweigert mit dem Argument, sie sei nicht die Ehefrau. Essen ist zuständig, weil der Oberhausener in einem dortigen Krankenhaus verschieden ist.
„Damit sind wir komplett außen vor“, sagt ein Sprecher der Stadt Oberhausen. „So will es das Gesetz.“ Was ist das für ein Gesetz, das den Hinterbliebenen nicht mal einen Ort zum Trauern lässt? Die Beisetzung erfolgt in einem anonymen Urnenreihengrab auf dem Friedhof „Am Hallo“ – Termin unbekannt.
Diese Handlungsweise entspricht nicht dem Anspruch einer humanen und solidarischen Gesellschaft, die wir vorgeben, zu sein.

VON: BAG HARTZ IV DIE LINKE.

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kommentiert von  – Über den Tod hinaus

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mehr  https://mantovan9.wordpress.com/2011/03/30/nachruf-fur-herrn-h-verscharrt-im-massengrab/

http://www.gegen-hartz.de/bedarfsgemeinschaft.php

Ein Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES, Deutschland

Eine Antwort zu “Hartz-IV: zu Lebzeiten eine Bedarfsgemeinschaft – im Tod kostengünstig getrennt

  1. „Die Pietät endet dort, wo es um den Etat eines Sozialamtes geht. Diese Erfahrung machte Joachim Hoppe (57) aus Spandau. Seine Lebensgefährtin war gestorben, Hartz-IV-Empfängerin. Bestattet wurde sie nicht auf dem nahe gelegenen Friedhof In den Kisseln, sondern im entfernten Tempelhof. Denn dort war das Begräbnis 390 Euro günstiger“http://www.bz-berlin.de/bezirk/tempelhof/hartz-iv-nach-tod-zwangs-beerdigung-article1356592.html
    Januar 2012

    „Eine 42 Jährige Mutter erlitt in ihrer Wohngemeinschaft einen Schlaganfall, der Mitbewohner alarmierte sofort den Notarzt. Sie kam ins Klinikum Hagen, und wurde im weiteren Verlauf nach Hagen (NRW) mit tödlichen Gehirnblutungen verlegt. In Hagen verstarb die Frau, ausser einen 16 jährigen Sohn hatte Sie keine Angehörigen. Die Betreuung des Sohnes übernimmt das Jugendamt, der Freund und Mitbewohner der Verstorbenen kämpft um das Sorgerecht für den Weisen. Die Bestattung ordnet das zuständige Ordnungsamt (Todesort) an, in diesem speziellen Fall das Ordnungsamt Hagen.
    Ein Bestatter wird beauftragt, und die Tote wird verbrannt- eine grüne Urne dient zur Beisetzung. Der Waldfriedhof Hagen befindet sich unweit von Klinikum Hagen. Dort bestattet man die arme Verstorbene mit einem lapidarem ‚Vater unser‘. Die Bestattungsfläche für Arme auf dem Waldfriedhof Hagen ziert ein mahnendes Schild, auf dem man hingewiesen wird keinerlei Blumen. Kerzen oder andere Gegenstände auf die Grünfläche zu legen. Auf meine Frage ob man nicht die Urne am Wohnort der Verstorbenen (in der Nähe des 16 jährigen Weisen) beisetzen könne, bekam ich folgende Antwort: Eine Umbettung der Urne wäre frühestens in einem Jahr möglich, man versende sie dann mit der Post. Alle Bemühungen des Freundes der Verstorben blieben erfolglos- für eine menschenwürdige Bestattung zu sorgen. “
    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/der-tod-und-hartz-iv-71661.php
    April 2010

    echte Schnellmerker diese BAG 😉

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