„Griechische Katastrophe“ beleuchten

MEDIENLÜGEN

Basigos Nikolaos

Was ist los mit den Griechen?

von dieter carstensen

Zur Zeit schimpfen viele Menschen in Deutschland und der EU auf „die“ Griechen. Ist diese blinde Wut, die ja schon in den Boulevardmedien in blanken Hass umschlägt, wirklich berechtigt? Zahlen die Deutschen nun die Zeche Griechenlands? Was ist Hetze, was ist Polemik, was sind die Fakten? Mit diesem Beitrag möchte ich einmal ein wenig die Hintergründe der „griechischen Katastrophe“ beleuchten.

Die Deutschen stellen sich im Moment gerne als die „Zahlmeister“ der EU dar, BILD spricht sogar davon, dass WIR quasi die Retter Europas sind. Ein wenig historische Kenntnisse werfen ein ganz anderes Licht auf die ganze Sache.

Was die meisten Deutschen nicht wissen, oder nicht wissen wollen:

Deutschland war in seiner Geschichte zweimal absolut PLEITE und am Ende, nämlich nach den beiden selbst verschuldeten Weltkriegen.

Ohne die Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft wäre Deutschland nie wieder auf eigenen Füssen zu stehen gekommen. Jedem Deutschen ist sicherlich auch heute noch der sogenannte „Marshall Plan“ in Erinnerung, der Milliarden von US Dollar nach Deutschland pumpte, weil die Westmächte nach dem zweiten Weltkrieg Deutschland West zu einem antikommunistischen Bollwerk aufbauen wollten, koste es was es wolle.

Süffisanterweise ging es der Bevölkerung ab Mitte der fünfziger Jahre in den Siegermächteländern des zweiten Weltkrieg, nämlich England und Frankreich , schlechter als der bundesdeutschen Bevölkerung.

Und diese Deutschen, die zweimal PLEITE waren, nur mit Geld der Amis wieder stark wurden, kritisieren nun die Griechen? Welch eine Ironie der Geschichte.

Um die Wut in Griechenland zu verstehen, muss man sich einmal etwas näher mit der griechischen Geschichte beschäftigen.

Die Deutschen haben im zweiten Weltkrieg Griechenland überfallen und dort unsägliche Massaker verübt. Zwei Orte möchte ich mal als Beispiele erwähnen:

Kalavrita auf dem Peleponnes, nahe der antiken Stätte Olympia und Distomo, nahe der antiken Stätte Delphi. In beiden Orten gibt es Gedenkstätten für die von den Nazis ermordeten griechischen Opfer.

Deutsche Touristen verirren sich selten dahin, aber ich war mit Jugendgruppen als Jugendreiseleiter für den Landessportbund NRW da und wir haben der Opfer gedacht, was unsere griechischen Gastgeber total verblüffte, so etwas hatten sie von Deutschen nicht erwartet.

http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1045757.html

In Distomo haben die Nazischweine sogar Kleinkinder erschossen, das jüngste keine 2 Jahre alt, kann man auf der dortigen Gedenktafel nachlesen und als ich den mir anvertrauten Jugendlichen das Geschriebene übersetzte, fingen die meisten an zu weinen, so furchtbar war das für sie, so etwas zu erfahren, in der Schule hatte ihnen das ja nie jemand vermittelt.

Meine Jugendlichen pflückten dann spontan Blumen und legten sie an die Gedenkstätte und dann kamen die Leute aus dem Dorf, wollten wissen, was wir da machen und als ich es erklärte, wurden wir alle ins Dorf eingeladen und hatten einen wunderschönen Abend zusammen.

Bis heute sind die griechischen Naziopfer nicht durch die Bundesrepublik finanziell entschädigt worden!

Im Hungerwinter 1944 starben alleine in Athen, so schätzen die Historiker, eine Million Menschen an Hunger, die Verbrechen der Nazis in Griechenland sind nahezu unvorstellbar.

Und Griechenland ist, worauf sich viele unserer Politiker immer gerne beziehen, die „Wiege der Demokratie“.

Es gibt nur ein einziges Volk auf dieser Welt, was für die deutschen Worte „Gast“ und „Fremder“ nur ein Wort kennt, nämlich das griechische Wort „o Xenos“. Ich finde, alleine diese Tatsache sagt sehr viel aus, über die Mentalität dieses uralten Kulturvolkes.

Unter der Naziterrorherrschaft hatte sich der größte Teil Griechenlands selber befreit, die Nazis hatten nur noch die Herrschaft in den Städten, 1944 war der größte Teil Griechenlands in Selbstverwaltung, auch die Frauen hatten ihre Rechte und vielerorts auch das Sagen.

Griechenland hatte sich im Prinzip selber befreit, wollte eine neue, eine sozialistische Gesellschaft. Leider hatten die Alliierten auf den Konferenz von Jalta, 1944 beschlossen, dass Griechenland eben, anstelle es, wie z.B. Österreich für neutral zu erklären, nun zu den Westmächten gehören müsse.

Griechenland kam unter britische Verwaltung und 1946 ließ das britische Militär tausende griechischer Demokraten, die für ihre Demokratie auf die Straße gingen, auf dem Syntagma Platz vor dem griechischen Parlament zusammenschiessen, es gab zig Tote und alle Demonstranten waren unbewaffnet.

Es kam aber noch schlimmer!

1967 kam im Griechenland eine Militärjunta an die Macht. Dies war nur möglich durch den von der NATO entwickelten sog. „Prometheus Plan“. Man kann heute sagen, die NATO hat die Diktatur in Griechenland von 1967 bis 1974 erst ermöglicht und Deutschland war als NATO Mitglied mit daran beteiligt.

Wer sich für die Zusammenhänge interessiert, dem empfehle ich u.a. das Buch von Hubert Eichheim, „Griechenland“, erschienen in der „becksche reihe länder“ Verlag C.H, Beck, ISBN 3 406 39877 4, und dort speziell das Kapitel „Der zweite Weltkrieg und die Folgen“, Seite 128 ff.

Die Griechen hatten nie eine Chance, so sehe ich das, zumindest in der Neuzeit, sie wurden zum Spielball der Großmächte und nach dem Zusammenbruch der Diktatur 1974 kamen statt der Militärs die westlichen Konzerne und plünderten das Land schamlos aus und das sei nicht verschwiegen, auch mit Hilfe von griechischen Grossfinanziellen.

Diese haben in der Krise längst ihre Gelder in das Ausland transferiert, denen geht es gut, ausbaden müssen es nun die kleinen Leute in Griechenland, wieder einmal.

Basigos Nikolaos

Jeder Deutsche, der auf die Griechen meint herab schauen zu müssen, sollte sich schämen, denn wer die traurige Geschichte des neuzeitlichen Griechenland kennt, wird die griechische Tragödie mit ganz anderen Augen sehen.

Die uns befremdlich erscheinenden griechischen Verwaltungsstrukturen wurden übrigens durch die Engländer nach dem zweiten Weltkrieg gegen den Willen der Griechen geschaffen. Die Engländer waren ja Besatzungsmacht und sie zerschlugen die neu entstehende griechische Demokratie in ihren Anfängen mit brutaler Gewalt.

Ich meine, all diese Zusammenhänge sollte man wissen, bevor man über dieses gastfreundliche, uralte Kulturvolk Europas urteilt und unserer Regierung in Sachen Griechenland kein Wort mehr glauben.

Unserer Regierung geht es nicht um das Wohl Griechenlands, sondern um das Wohl unserer Banken und Versicherungen, die dort massiv investiert haben und nun den Totalverlust fürchten.

Übrigens: Von all den hunderten Milliarden der sogenannten „Rettungspakete“ sind in Griechenland selber gerade mal 15,6 Milliarden Euro angekommen, der Rest ging direkt an die Banken und Versicherungen.

So sieht sie aus, die Wahrheit! Die Deutschen sollten sich schämen.

von dieter carstensen

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GRIECHENLAND WIRD GESCHREDDERT UND GEFLEDDERT

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2 Antworten zu “„Griechische Katastrophe“ beleuchten

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