KEINE Hilfe! Aber sinnlose Hartz-IV Maßnahmen, Horoskope, Sanktionen und Mobbing

Die sinnlosen Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose _

HINWEIS: DIE MEDIEN HATTEN AN DEN FOLGENDEN ERLEBNISSEN EINES BETROFFENEN ALGII-BEZIEHERS KEIN INTERESSE UND SO KANN MAN MIT VERSPÄTUNG DIESEN BEITRAG HIER LESEN –

Statt Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche:

Horoskope, anmaßende Sanktionen und Mobbing bei der Agentur für Arbeit Ravensburg SGBII Wangen

Vorgeschichte:

JG war jahrelang selbständiger Finanzberater, das Geschäft ist aus bekannten Gründen quasi zusammengebrochen. Seitdem bemüht er sich, bei Banken oder Versicherungen oder anderen Unternehmen eine Anstellung zu finden – unabhängig davon, dass die Agentur für Arbeit ohnehin keine Existenzgründung unterstützen will. Die Familie lebt mittlerweile von Hartz IV. Seit Monaten helfe ich beim Schreiben bzw. Überarbeiten von Bewerbungsschreiben (etwa 3 bis 5 pro Woche); daher engagiere ich mich auch in dieser Angelegenheit.

Worum es konkret geht:

Der finanzielle Schaden für Familie G ist zwar relativ gering (ca. 100 Euro in einem Vierteljahr), er ist aber der Anlass, warum wir auf den Arbeitsagentur/BFZ-Sumpf dahinter aufmerksam machen wollen.

1. Diese finanzielle Sanktion wurde ungerechtfertigt verhängt. Trotz fristgerechter Entschuldigung und Vorlage von Belegen (u.a. von Landrats- und Schulamt), die den Entschuldigungsgrund höher bewerten lassen als die versäumte Arbeitsagentur-Maßnahme, lenkt die Arbeitsagentur nicht ein. Der Widerspruch wurde bis heute nicht beantwortet. Außerdem werden mit der Sanktion auch die Kinder bestraft werden, die nun absolut nichts dafür können.

2. Bei der versäumten (und inzwischen nachgeholten) Arbeitsagentur-Maßnahme handelt es sich um eine aktive Beratung im BFZ Wangen. Eine selbsternannte Expertin für „Chancen-Coaching & Quanten-Business“ vermittelt neben dem Entwerfen veralteter Bewerbungsschreiben auch esoterische Hilfestellungen, etwa Lebenshilfe-Beratung, Horoskope und anderer realitätsferner Schwachsinn. Ob hierbei auch noch Vetternwirtschaft (d.h. ob Agenturmitarbeiter mit der BFZ-Leiterin Frau R oder diese mit der beim BFZ Wangen angeheuerten Lebensberaterin befreundet sind), möchte ich keinesfalls unterstellen, sollte aber zumindest überprüft/recherchiert werden.

3. Ein BFZ-Mitarbeiter, der diese Verschwendung von Steuergeldern und Arbeitslosenversicherungsbeiträgen kritisierte, wurde u.a. deswegen entlassen. Andere vom BFZ engagierte externe seriöse Berater haben Angst, Kritik offen zu äußern, weil sie um ihre Aufträge fürchten; sie haben ihre Meinung nur den Kursteilnehmern anvertraut.

Wir haben das Gefühl, dass es sich hier einige Leute bequem eingerichtet haben und mit Scharlatanerie an öffentlichen Geldern bereichern sowie dieses Arrangement mit Sanktionen, Widerspruch-Ignoranz und Mobbing schützen, wobei die Agenturzentrale sich offenbar mit der Abteilung Wangen in allen Dingen, die das BFZ Wangen betreffen, einig ist. Ungeachtet dessen ist ja mit Esoterik auch keinem der Arbeitsuchenden wirklich geholfen; diese Menschen brauchen professionelle Hilfe. Daher finden es Herr G und ich wert, dass Ihre Redaktion der Arbeitsagentur in Wangen bzw. Ravensburg sowie dem BFZ Wangen und der mal auf den Zahn fühlt.

ZB Kaufmannsladen für Hartz 4 Empfänger_

Chronologie der Ereignisse:

13.07.2011:

Einladung der Agentur (ohne Ansprechpartner) an JG zur „Gruppeninformation Maßnahme Aktiv-Center Heim und Haus“ für den 20.07.2011 in der Agentur für Arbeit in Wangen (siehe Belegdatei „A Erste Einladung.pdf“).

18.07.2011:

JG reicht eine schriftliche Entschuldigung für die Absage der Teilnahme an der Veranstaltung ein; er wirft den Brief wegen des dicht bevorstehenden Termins (20.07.) persönlich in den Briefkasten der Agentur in Wangen ein und schickt, um ganz sicher zu gehen, am Folgetag (19.07.) die Entschuldigung nochmals per E-Mail an die Agentur. Seine Begründung der Absage: Er muss am 20.07. seine Tochter zu einem Logopäden in Kißlegg begleiten (siehe Belegdatei „B Entschuldigung für Veranstaltung.pdf“). (Anmerkung: Seine Ehefrau verfügt nicht über einen Führerschein, und die Nahverkehrsverbindungen von Provinznest zu Provinznest sind indiskutabel.) Die kleine J  spricht sehr undeutlich (wohl eine Mischung aus Allgäuer Dialekt und thailändischem Akzent) und muss auf Befürwortung/Anordnung durch das Landratsamt eine Sprachtherapie durchführen (siehe Belegdatei „C Schreiben vom Landratsamt.pdf“). die in Aussicht gestellte diesbezügliche Förderungsaufnahme in einen speziellen Schulkindergarten wurde später, am 15.09.2011, vom Schulamt bestätigt (siehe Belegdatei„D Schreiben vom Schulamt.pdf“). Da Logopädietermine sehr schwer zu bekommen sind und der Termin der zu erwartenden Kindergartenaufnahme des Mädchens keinen Aufschub duldet, gab JG der Sprachtherapie eine höhere Priorität, zumal Agenturmaßnahmen immer wiederholt werden und der eigenartige Titel der Maßnahme erst recht die Entscheidung für das Wohl der Tochter beförderte.

20.07.2011:

Frau B von der Arbeitsagentur Wangen stellt am Tage der versäumten Maßnahme im Rahmen ihrer Folgeeinladung fest (siehe Belegdatei „E Folgeeinladung.pdf“ ):

„Sehr geehrter Herr G, meiner Einladung am 20.07.2011 sind Sie leider – trotz meiner Belehrung über die Rechtsfolgen – nicht nachgekommen. Sie haben mir bisher auch keinen wichtigen Grund mitgeteilt, der Sie daran gehindert hat, den Termin wahrzunehmen.“ (Sie ignoriert also die schriftlich im ausgefülltem Begleitformular und per E-Mail gelieferte Begründung völlig.) „Ich beabsichtige deshalb, Ihr Arbeitslosengeld II bzw. Sozialgeld um den in meinem vorangegangenen Einladungsschreiben genannten Prozentwert des für Sie nach § 20 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) maßgebenden Regelbedarfs für die Dauer von 3 Monaten zu mindern.“ (Dies sind die angesprochenen ca. 100 Euro.) „Ich gebe Ihnen hiermit gem. § 24 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB X) Gelegenheit, sich zum Sachverhalt zu äußern.“ (Diese Gelegenheit nahm JG selbstverständlich wahr siehe unten). „Bitte kommen Sie am 26.07.2011 um 09:00 Uhr in die Agentur für Arbeit Ravensburg SGBII Wangen, Holbeinweg 2, 88239 Wangen. Frau B möchte mit Ihnen über Ihr Bewerberangebot bzw. Ihre berufliche Situation sprechen. Bitte bringen Sie zum Termin einen Nachweis über Ihre Bewerbungsaktivitäten mit.“

Diesen Termin musste JG allerdings ebenfalls absagen, und zwar wegen eines Vorstellungsgesprächs bei einem potenziellen Arbeitgeber. Diese Absage wurde genehmigt und ein Folgetermin für den 22.08.2011 vereinbart.

01.08.2011:

Frau B von der Agenturzentrale Ravensburg teilt den Bescheid über die Sanktion in Höhe von 10% des Hartz-IV-Satzes mit (32,80 Euro pro Monat für einen Zeitraum von 3 Monaten – siehe Belegdatei„F Sanktionsschreiben.pdf“)

12.08.2011:

JG legt, wie gesagt, Widerspruch gegen die Sanktion ein (siehe Belegdatei „G Widerspruch.pdf“).

18.08.2011:

Frau W von der Widerspruchstelle der Agentur bittet um Bestätigung für die Sprachtherapie in Kißlegg in der Förderschule bei Herrn F (siehe Belegdatei „H Anforderung Bestätigung.pdf“). Die gestellte Frist bis 05.09. liegt – wissentlich oder unwissentlich für Frau W? – noch in den Schulferien, sodass es problematisch werden könnte, dass JG diese Bestätigung überhaupt einholen kann.

25.08.2011:

JG setzt alle Hebel in Bewegung und erreicht den Sprachtherapeuten. Dessen Bestätigung wird per Post (Portoaufkleber im Duplikat ist vorhanden) an Frau W, Widerspruchstelle versendet (siehe Belegdateien „I Bestätigung vom Lehrer.pdf“ und „J Begleitschreiben der Bestätigung.pdf“). Seither haben die Agentur im Allgemeinen und die Widerspruchstelle im Besonderen nichts mehr von sich hören lassen. Obwohl JG die angeforderten Belege beibrachte, wird die Sanktion nicht rückgängig gemacht; die Familie G erhält im September/Oktober/November insgesamt 98,40 Euro weniger.

29.08.2011:

JG besucht endlich diese ultimative Maßnahme im BFZ Wangen (Berufliche Fortbildungszentren, berufliche Weiterbildung, Umschulung, berufliche Fortbildung, Umschulungsmaßnahmen, berufliche Ausbildung, Erzbergerstraße 13, 88239 Wangen im Allgäu. http://www.bfz.de/wwwpubroot/Standorte/bfz_BodenseeOberschwaben/Standorte/bob_wg/bobwg_start.rsys.

Ich zitiere seine mir per E-Mail mitgeteilten Schilderungen:

„Ich staunte nicht schlecht, wie da die Zeit totgeschlagen wurde! Es gibt nur 4 PCs für ca. 8 – 12 Personen. Dann durfte ich erfahren, wie kalt eine Hundeschnauze sein kann, denn Frau H, die Bewerbungstante, bringt in das BFZ ihren Hund mit! Bei den Bewerbungsunterlagen ist alles Mist – außer ihr eigener, veralteter Müll! Personalchefs haben diese Bewerbungsunterlagen schon durchgestrichen und gesagt, mit so einer Bewerbung braucht keiner mehr kommen (Erfahrung eines Teilnehmers). Und dann noch das heitere Beruferaten mittels Horoskop. In meinem Fall durfte das der DJ machen, auch ein Teilnehmer im BFZ, der schwimmt aber auf der gleichen Wellenlänge wie Frau H. Wegen dieser Horoskope haben schon andere Referenten bzw. ein Referent (Herr D) im BFZ den Hut nehmen müssen, weil sie auch gegen diesen Hokuspokus waren, aber die schützende Hand von Frau R (Chefin BFZ Wangen) lässt nichts über Frau H kommen!

Also einfach nur noch chaotisch. Da ich selbst seit 2 Wochen wegen einer anderen Maßnahme wieder befreit bin, habe ich letzte Woche meinen Spind im BFZ geleert. Dann mussten tatsächlich die Teilnehmer in einer zweigeteilten Fabrikhalle den Unterricht halten. Nebenan, da ging es sehr geräuschvoll zur Sache und es war schweinekalt, die Teilnehmer haben gefroren. Unmenschliche Zustände, und dafür gibt die Agentur für Arbeit Steuergelder aus. Und genau wegen dieser Maßnahme habe ich die Sanktion bekommen!“

Damit Sie sich ein Bild machen können von dieser esoterischen Lebenshelferin Monika H …

… hier ihr Internet-Auftritt:

http://www.chance4work.de/index2.html

Englische Vokabeln und an Scientology erinnerndes Psycho- und Gehirn-Geschwafel wechseln sich munter ab.

… und hier ihre Seite im Experto-Portal:

http://www.experto.de/experten/profil/monika-harder/

Das Portal wird mit solchen Selbstdarstellungen auch nicht seriöser.

An guten Ratschlägen für die berufliche Neuausrichtung hat JG von Frau H u.a. Folgendes zu hören bekommen (ich gebe ein Telefonat mit ihm in etwa wörtlich wieder):

„Diese Frau H hat mir geraten, mein Hobby Fotografieren zum Beruf zu machen. Oder ich habe so eine angenehme sonore Stimme – warum mache ich nicht Tonaufnahmen für Hörbücher?“

Abgesehen davon, dass die Arbeitsagentur keine selbständigen Tätigkeiten unterstützen will (und um freiberufliche Tätigkeiten handelt es sich hier zweifelsfrei), dürfte der berufliche Erfolg nicht nur in der Startphase kaum mit einem Anstellungsverhältnis gleichzusetzen sein, vor allem wenn eine vierköpfige Familie zu ernähren ist. Die Kompetenz dieser Frau H muss also auch in Sachen Realitätsnähe bezweifelt werden.

Übrigens: Das Horoskop, das noch nicht einmal die völlig überlastete Frau H erstellte, sondern der von ihr „beauftragte“ Kursteilnehmer DJ, hat JG bis heute nicht zu Gesicht bekommen. Er legt auch keinen Wert darauf, weil man sich so einen Wisch eigentlich nur ans Knie nageln kann, um es mal etwas salopp auszudrücken.

Und: Ein BFZ-Kursteilnehmer mit türkischem Migrationshintergrund hat als einziger noch keinen Bewerbungsentwurf von Frau H erhalten. Das lasse ich mal unkommentiert.

Grundsätzlich zeigt die Arbeitsagentur trotz wiederholt geäußerter Kritik kein Interesse, diese esoterischen Maßnahmen zu prüfen und ggf. die Budgetierung zu streichen. Dass die Agentur nicht weiß, wofür sie die öffentlichen Gelder versenkt, trifft also nicht zu.

Auch sonst nimmt es die Agentur mit ihren Pflichten nicht so genau. Abgesehen von der ungerechtfertigten Sanktion und dem nicht beantworteten Widerspruch bleibt die Agentur Herrn G noch weitere Dinge schuldig, etwa den Gesamtnachweis der in 2010 gezahlten Sozialleistungen, den JG zur Vorlage beim Finanzamt braucht. Trotz wiederholter Nachfrage bekommt er nur zu hören: „Dann legen Sie doch die Einzelbelege vor.“ Auch bei der Kostenerstattung für Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräche lässt sich die Agentur viel Zeit. Gewiss gibt es im Allgäu überdurchschnittlich viele Klienten, aber die leben alle von der Hand in den Mund und sind auf zeitnahe Kostenerstattung angewiesen.

Herr G und ich würden uns sehr freuen, wenn dieser Fall genug Stoff für einen FAKT-Beitrag hergäbe. Denn wir sind der Meinung, dass hier nicht nur die Familie G zu ihrem Recht kommen sollte, sondern dass die eigenartigen Beziehungen zwischen Arbeitsagentur Ravensburg/Wangen, BFZ Wangen und Monika H in aller Öffentlichkeit aufgeklärt gehören. Mit solchen Alibi-Maßnahmen können die Agenturmitarbeiter wohl kaum ihre Daseinsberechtigung auf Dauer nachweisen sowie die Budgetierung wie auch die Sanktionen rechtfertigen.

Ich danke Ihnen im Namen von JG und allen betroffenen Arbeitsuchenden dieser Region für Ihr Interesse.

Mit den besten Grüßen

DK

NAMEN AUF WUNSCH GEKÜRZT

 

INFORMATIONEN ZUM THEMA

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BLOGBEITRÄGE –  Alt, arm, arbeitslos

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https://mantovan9.wordpress.com/2011/08/25/alt-arm-arbeitslos/

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