LAMPEDUSA: Das ‚Kains-Mal‘

LAMPEDUSA: Das ‚Kains-Mal‘ der westlichen Massenmörder an den Schreibtischen von Konzernen, Banken und Politik.

aufgelesen Edith Friedl

Foto Edith Friedl

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Todesmelodie

Gaucks Appell am Tag der Einheit
Von Rüdiger Göbel
Deutschland, 23 Jahre nach dem Ende der DDR: Während vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa ein Schiff mit rund 500 Flüchtlingen sinkt und in Säcke gehüllte Leichen den Strand füllen, feiert die politische Spitze der BRD – mit verantwortlich für die aus der rigiden Abschlottungspolitik der EU resultierenden Toten – sich, Deutschland und ein starkes Europa. Bundespräsident Joachim Gauck bekundet beim Festakt zum »Tag der Deutschen Einheit« in Stuttgart: »Unser Land ist keine Insel.« Aus dem – geographisch richtigen – Befund leitet der oberste Repräsentant des Landes eine politisch-militärische Großmachtrolle ab und fragt: »Was ist nun die Aufgabe Deutschlands in Europa und in der Welt?« Gauck liefert den Anwesenden, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesratspräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Antwort gleich mit: Deutschland müsse sich stärker an der Lösung politischer, wirtschaftlicher und militärischer Konflikte beteiligen. »Weniger Verantwortung geht nicht länger, an mehr Verantwortung müssen wir uns erst noch gewöhnen«, macht der Bundespräsident am Jahrestag des DDR-Endes die kriegsablehnende Bevölkerung mobil. Deutschlands neue »Grundmelodie« sei die einer »Nation, die ›Ja‹ sagt zu sich selbst«. Und, »zusammen einzigartig«: »Eine Verheißung wird uns zur Gewißheit: Wir müssen glauben, was wir konnten. Dann werden wir können, woran wir glauben.« Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt, erschallte das früher.
Die »Grundmelodie« im Deutschland, 23 Jahre nach dem Ende der DDR, geht so: Im niedersächsischen Bergen trainieren Spezialkräfte der Bundeswehr mit Wasserwerfer und Hubschraubereinsatz die Aufstandsbekämpfung. Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises, Ausstrahlung heute abend auf Sat.1, folgen die 1300 Gäste im Kölner Coloneum der Aufforderung des Afghanistan-Kriegers Johannes Clair, sich für die am Hindukusch gefallenen deutschen Soldaten zu erheben. Und als »Beste Unterhaltungssendung« im Bereich »Doku/Dokutainment« wird die von vielen Hilfsorganisationen kritisierte Reihe »Auf der Flucht – Das Experiment« ausgezeichnet. Vorgebliches Ziel der ZDFneo-Produktion war, auf die Flüchtlingsproblematik weltweit hinzuweisen. Dabei wurden zwei Teams à la RTL-Dschungelcamp auf die Route von Asylsuchenden geschickt. Statt am Ende im Mittelmeer zu ertrinken, wie mehr als 19000 Flüchtlinge in den vergangenen 20 Jahren, werden die C-Promis in der Domstadt am Rhein geehrt.
Die Toten vor Lampedusa, es sind auch Gaucks und Merkels und Kretschmanns Tote. Die Horrorbilder von den aneinandergereihten Leichensäcken erinnern an die der Giftgastoten im syrischen Ghouta. Stimmen die ersten Berichte der Überlebenden, dann sind sie – etwa in Somalia – vor den politischen Kräften geflohen, die in Syrien vom Westen unterstützt werden. Ein Mißton in der »Grundmelodie« Deutschlands in der Welt.

quelle http://www.jungewelt.de/2013/10-04/033.php

mehr zum Thema

In seiner Rede zum Festakt der deutschen Einheit (ich schreibe deutsch immer noch klein, auch wenn der Bundespräsident es auf seiner Internetseite groß schreibt) hat der Bundespräsident bewiesen, dass er auch geographisch Bescheid weiß: Unser Land ist keine Insel. –

weiterlesen http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/10/zitat-des-tagesbundesprasident-gauck-ist-auch-geographisch-unheimlich-gebildet/

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Informationen zum Thema

mehr http://globalalliance2018.wordpress.com/

Festung Europa

Vor Lampedusa fanden erneut zahlreiche Flüchtlinge aus Afrika einen grausamen Tod im Meer. Ein weiteres Mal erkennt man, dass all die Werte, welche die Europäische Union vorgibt zu präsentieren, spätestens vor den Toren Europas enden.

http://www.onlineaktivisten.de/

Epilog – Europa

DIETOTENH0SEN

Unten im Hafen setzen sie die Segel

Fahren hinaus aufs offene Meer

Zum Abschied winken ihre Familien

Schauen ihnen noch lange hinterher

Und das Wasser liegt wie ein Spiegel

Als sie schweigen durchs Dunkel ziehen

Kaum fünfzig Meilen bis zum Ziel

Das so nah vor ihnen liegt

Sag mir, dass das nur ein Märchen ist

Mit Happy End für alle Leute

Und wenn sie nicht gestorben sind Leben sie noch heute

Sie kommen zu Tausenden, doch die Allermeisten

Werden das gelobte Land niemals erreichen

Doch die Patrouillen werden sie aufgreifen

Um sie in unserem Auftrag zu deportieren

Und der Rest, der wird ersaufen Im Massengrad vom Mittelmeer

Weil das hier alles kein Märchen ist Kein Happy End für all die Leute

Und wenn sie nicht gestorben sind Sterben sie noch heute”

Quelle: http://www.songtextemania.com/europa_songtext_die_toten_hosen.

mehr http://de.paperblog.com/die-toten-hosen-singen-im-lied-europa-uber-lampedusa-404148/

Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “LAMPEDUSA: Das ‚Kains-Mal‘

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