Update! #save #donbass #people

#Die Kinder von Donezk
#save #donbass #children – Die Kinder von Donezk
Drei Mädchen sitzen vor meiner Kamera. Schüchtern, mag man denken. Doch die vermeintliche Schüchternheit ist etwas anderes – sie sind traumatisiert. Von einem Krieg, den es eigentlich nicht gibt, wenn man den westlichen und deutschen Medien glauben würde. Einem Krieg in Europa, den niemand sieht. Und doch ist er da. Hier in Donezk im Südosten der Ukraine, wo ich seit gut zwei Monaten lebe. Mitten in einer Millionenmetropole, die täglich schwer bombardiert wird von der ukrainischen Armee. Der Krieg ist hier unter uns, er ist zwischen uns, zwischen mir und diesen drei Mädchen – Paulina, Nastja und Katja. Er ist in ihre Augen, ihre Stimmen, ihre Seelen eingebrannt. Und sie erkennen mich an, weil auch ich mittlerweile in diesem Krieg lebe wie sie. Es ist Mitte September 2014, und wir sitzen zusammen in einem kahlen Raum eines Flüchtlingshauses in Donezk. Wir haben etwas Zeit gebraucht bis zu diesem Interview. Die Menschen im Donbass glauben nicht mehr an den Westen, an Europa, an Deutschland. Denn der Westen, sagen sie, »hat uns vergessen, im Stich gelassen«. Der Westen weiß nichts von den toten Zivilisten, die der Bombenkrieg jeden Tag hier fordert. »Der Westen kümmert sich nicht um uns. Sie unterstützen sogar die Junta in Kiew, die uns hier tötet.« Ich muss immer schlucken, wenn sie mir das sagen – ich weiß, dass sie Recht haben. Niemand in Deutschland weiß, dass Paulina, Nastja und Katja kein Zuhause mehr haben, da es weggebombt wurde. So wie ihre Schule und der Kindergarten dort im Nordwesten von Donezk nahe dem außerhalb der Stadt gelegenen Flughafen. So wie die Häuser der mehr als 100 anderen Kinder und ihrer Familien allein in diesem Flüchtlingshaus. Und es gibt viele dieser Flüchtlingshäuser und Camps in und um Donezk, die von der Administration der international nicht anerkannten Volksrepublik Donezk verwaltet werden.
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An dem Tag, an dem wir gehen, bekomme ich überraschend ein Geschenk. Es ist ein Bild aus Blumen, Gräsern und Kernen. Ein Bild, das eine Mutter mit ihrem Kind zusammen gebastelt hat. Während eines Bombenangriffs. Um sich abzulenken von der Angst. Lena, die dieses Bild gemacht hat, weint, als sie es uns gibt. Es regnet auf diesem Bild, aber es sind Tropfen, keine Bomben. Es könnten auch Tränen sein – die Tränen der Kinder aus Donezk. Aus Donezk, der Stadt im Donbass. Einer Stadt in Europa. Einer Stadt, in der Krieg herrscht. Im Jahre 2014. Ein Krieg, den Europa nicht sieht.
wer wegschaut – macht mit !

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Eingeordnet unter AKTUELLES, Internationales

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  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG

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