„Trauert nicht, organisiert euch!“

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aufgelesen „Nicht Gnade will ich, sondern Gerechtigkeit.“

Wir erinnern heute an die Ermordung von Joe Hill durch den us-amerikanischen Staat am 19. November 1915.

Joe Hill war ein Sänger, Arbeiter und Gewerkschaftsaktivist, der ein besonderes Talent zur Agitation und Organisation von ArbeiterInnen hatte. Beispielsweise organisierte er 1912/1913 Arbeiter der Baugesellschaft von Utah in einer größeren Einheitsgewerkschaft, die eine neue Lohnskala, kürzere Arbeitszeiten und besseres Essen erkämpfen konnte.

Joe Hill wurde am 10. Januar 1914 in Salt Lake City des Mordes an dem Lebensmittelhändler John Morisson und dessen Sohn Arling angeklagt und verurteilt.

Der Fall wurde zu einem der größten Justizskandale der USA. Vor Gericht wurde wichtiges entlastendes Beweismaterial zurückgehalten, stattdessen aber der Brief eines kalifornischen Polizeichefs verlesen, der Hill einst widerrechtlich verhaftet hatte, weil er Hafenarbeiter für die Gewerkschaft IWW anzuwerben versuchte: „Mir gelangte zur Kenntnis, dass Sie einen Joseph Hillstrom wegen Mordes verhaftet haben. Sie haben den richtigen Mann. Er ist gewiss ein unerwünschter Bürger. Er ist so etwas wie ein Musiker und ein Songschreiber für das IWW-Liederbuch.“

Der oberste Gerichtshof von Utah bestätigte den Schuldspruch. Freunde legten Hill nahe, ein Gnadengesuch einzureichen, dem mit hoher Wahrscheinlichkeit stattgegeben worden wäre. Hills Antwort hierauf: „Nicht Gnade will ich, sondern Gerechtigkeit. Und wird mir diese nicht zuteil, gehe ich lieber unter, als dass ich um Gnade bitte.“

Seine letzten Worte, bevor er am 19. November 1915 im Gefängnishof von Salt Lake City an der Mauer von mehreren Gewehrschüssen tödlich getroffen wurde, waren: „Trauert nicht, organisiert euch!“(Don´t mourn – organize!).

Joe Hills Leichnam wurde nach Chicago gesandt, wo er – seinem letzten Willen entsprechend – eingeäschert wurde. Ein Teil der Asche wurde von der IWW-Zentrale in Briefe verteilt und an sämtliche IWW-Ortsgruppen verschickt. In Chicago und an vielen anderen Orten fanden große Begräbnis-Demonstrationen statt. 1988 tauchte einer dieser Briefumschläge auf, der von der US-amerikanischen Post wegen seines „subversiven Potenzials“ 1917 beschlagnahmt worden war. Er enthielt neben besagter Asche ein Foto Hills mit der Aufschrift: „Joe Hill ermordet von der Kapitalistenklasse, Nov. 19, 1915.“

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Testament – joe hill

 

Am Tag vor seiner Hinrichtung schrieb Joe Hill sein Testament, das Augustin Souchy ins Deutsche übersetzt hat:

Mein Testament soll bescheiden und demütig sein,
Denn gar nichts auf Erden, ihr Freunde, ist mein.
Vergebens, ihr Lieben, ist all euer Klagen,
Bäume im Hagel, wie könnten sie Früchte tragen?
Mein Leib? Ich darf meinen Wunsch euch bekennen!
Lasst zu Asch, den Morschen, verbrennen!
Lasst Stürme und Winde durch Länder sie blasen,
Lasst Ruhe sie finden auf blumigen Rasen!
Vielleicht wird einst die sterbende Blume,
Noch irgendwann aufblüh’n, der Blüte zum Ruhme,
Zum Schluss: Glück auf! Dem, der es so will;
Mein letzter Wille ist’s – euer Joe Hill.

Seine letzten Worte, bevor er am 19. November 1915 im Gefängnishof von Salt Lake City an der Mauer von mehreren Gewehrschüssen tödlich getroffen wurde, waren: „Trauert nicht, organisiert euch!“ (Don’t mourn – organize!). Er selbst soll – der Legende nach – das Kommando zum Feuern gegeben haben.

quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Hill

mehr http://www.wobblies.de/

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erinnerung – Bruce Springsteen- „Joe Hill“

Epilog – joe hill – ein Held für Helden! 

zu zeiten joe hills hat man wehrhafte arbeiter ermordet – wie zb sacco und vanzetti und viele unschuldige mehr

links zum Thema

Sacco und Vanzetti – Wikipedia und
Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten – Wikipedia
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zurück zur gegenwart: in unseren breiten wird brutaler rufmord gegen streikende betrieben…

Eure Hetze kotzt uns an – Solidarität mit den LokführerInnen

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Streikpostenlied Songtext

Morgens früh um sieben stehen wir im kalten Wind
und warten auf die Schweine die nicht solidarisch sind
auf die, die nichts kapieren
und immer noch parieren.

Die ham die Bundesbahn verschleudert, die telekom dazu
ganz einfach weil sie pleite sind, der nächste der bist du!
Die sind nicht mehr solvent;
drum heißt es: „Zahl, fauler Student!“

Und solls ein ganzes Jahr uns kosten,
wir stehen auf dem Posten.
Im Westen und im Osten
Streik, Streik, Streik!

Wir lassen uns jetzt nicht mehr unsere Zukunft ruinieren,
um Eurofighter, Euro und Berlin zu finanziern.
Wenn ihr so weiter macht,
dann Deutschland: „Gute Nacht!“

Und solls ein ganzes Jahr uns kosten,
wir stehen auf dem Posten.
Im Westen und im Osten
Streik, Streik, Streik!

Morgens früh um sieben stehen wir im kalten Wind
und warten auf die Schweine die nichr solidarisch sind
und wenn wir hier überwintern,
ihr kriegt Feuer unterm Hintern.

Und solls ein ganzes Jahr uns kosten,
wir stehen auf dem Posten.
Im Westen und im Osten
Streik, Streik, Streik!
Streik, Streik, Streik!

sing mit – „spring“ mit – marschiere mit –
streik! streik! streik !!!

 

blogbeiträge zum Thema

https://mantovan9.wordpress.com/2015/05/13/bahn-streik-die-lokfuhrer-streiken-fur-uns-alle/

https://mantovan9.wordpress.com/2015/05/17/alle-rader-stehen-still-wenn-dein-starker-arm-es-will/

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