Monatsarchiv: Dezember 2016

Circa 2,5 Millionen Kinder in Deutschland leiden unter Armut

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Circa 2,5 Millionen Kinder in Deutschland leiden unter Armut – besonders betroffen sind Kinder, die von Hartz-IV leben müssen.

Armut – ungesund oder Hunger
Armut heißt Mangel, auch in der Ernährung. Jedes fünfte Kind isst morgens kein Frühstück. Andere arme Kinder greifen zu ungesundem Essen wie Chips oder extrem zuckerhaltigen Softdrinks.

Wozu führt Mangelernährung?
Wer unter Mangelernährung leidet, fühlt sich chronisch müde und schlapp. Die Betroffenen sind anfällig für Krankheiten; sie leiden häufig unter Erkältungen, grippalen Infekten, sie frösteln und neigen zu Schwindelanfällen. Sie verlieren anfangs an Gewicht, weil der Körper die nötigen Nährstoffe aus den eigenen Ressourcen zieht. Die Haut trocknet aus, die Muskeln schrumpfen, und der Magen entzündet sich.

Mangelernährung bedeutet für Kinder vor allem aber Probleme beim Wachstum. Gesundes Essen hilft gegen eine solche Mangelernährung, zum Beispiel ein Apfel zwischendurch oder ein Joghurt.

Folgen für das Leben
Kinder, die Hunger leiden, können sich kaum konzentrieren und zeigen wenig Interesse am Lernen. Das bestätigen die Neurowissenschaften: Unser Gehirn drängt darauf, zuerst die elementaren Bedürfnisse zu erfüllen – ein voller Magen steht an erster Stelle, dann kommt die geistige Arbeit.

Kinder, die zu Hause frühstücken, sind in allen Aufgaben besser, die geistige Anstrengung voraussetzen; Kinder mit Hunger schließen beim Lesen und Rechnen schlechter ab, sie machen viele Fehler und ihr Kurzzeitgedächtnis funktioniert miserabel. Der Hunger beschädigt also schon in der Grundschule die Bildungschancen der Kinder. (Dr. Utz Anhalt)

quelle http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-kinder-leiden-unter-mangelernaehrung.php

mehr Hartz IV – ALG II » Hartz IV News

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empfehle!

Die Armen in Deutschland – dem Tod so nah

auszug – das besitzbürgertum: Ihre Wirklichkeitsvorstellungen im Hinblick auf die Armen sind von klassistischen Ressentiments nur so überfrachtet. Die Armen sind selbst schuld an ihrem Schicksal. Hätten sich halt mehr anstrengen müssen. Faul sind die, die ihre Hände nach oben strecken. Wie die schon aussehen. Dreckig. Ungepflegt. Sollen sich gefälligst mal waschen und rasieren, dann finden sie auch Arbeit. Den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen. Wenn man nur schon zuhört, wie die sprechen. Zu blöde, um einen Satz geradeaus zu formulieren. Vom Inhalt des Gesagten mal ganz zu schweigen.

Das Besitzbürgertum, die höheren Klassen und Schichten, vermögen es oft nicht einmal auch nur ansatzweise zu erfühlen, welche Lebenskämpfe die Armen zu bestreiten haben und welche Schicksale die Ausgegrenzten mit sich rumschleppen. Sie verstehen (oder wollen nicht verstehen), warum manche Arme so sind, wie sie sind.

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https://www.heise.de/tp/features/Die-Armen-in-Deutschland-dem-Tod-so-nah-3195687.html

und

Ursache und Wirkung – brandaktuell

Armut in Deutschland: Keine volle Mahlzeit im reichen Land 

https://www.heise.de/tp/features/Die-Armen-in-Deutschland-dem-Tod-so-nah-3195687.html

 

Ein Kommentar

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Gedicht: Teilhabe Weihnachten

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Gedicht: Teilhabe Weihnachten

Weihnachten ist eine Zeit,
für die vom Regelsatz nichts bleibt.
Hier vom Gesetze ausgeschlossen
Arme oft von Scham betroffen,
oder es bleibt für Menschen wie diese,
nur Einsamkeit und eine Krise.

Soziales Umfeld wird oft klein,
für TEILHABE gibt’s dann keinen Schein.
Von wegen weihnachtlich jubilieren,
man muss die Armut geschickt kaschieren.
Von vielen Menschen nicht gesehen
der Ausschluss ist schon längst geschehen,
von Traditionen und Gebräuchen,
gilt‘s nur Soziales vorzutäuschen.

Im Glanz von Festlichkeit und Kerzenschimmer,
ahnt man die Menschen im Schatten nimmer;
Doch schön wär‘s alle wären beteiligt,
wenn unser Brauchtum wird geheiligt!
Vielleicht im nächsten Jahr?

Manchmal werden Wünsche wahr!
(J. El Karbotly 4.Dezember 2016)

quelle http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/gedicht-teilhabe-weihnachten.php

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brandaktuell – regierung fälscht armutsbericht
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/bundesregierung-faelscht-armutsbericht.php

fotomontage Peter Thiele

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epilog – Zur Erinnerung an die Opfer der Agenda 2010

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Oh du Fröhliche: Prominente, Politiker, Konzernchefs und Kirchenmänner verteilen Almosen an Arme

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Neues aus den Unterklassen: Weihnachtlicher Ablasshandel

Oh du Fröhliche: Prominente, Politiker, Konzernchefs und Kirchenmänner verteilen Almosen an Arme. Tafeln wollen zukunftsfähig werden – und Veganer sind erregt über fleischessende Obdachlose.

von Susan Bonath

The same procedure as every year: Um die Weihnachtszeit widmen sich christlich-abendländische Privatiers wieder jenen, die Politiker im restlichen Jahr gerne als Leistungsversager titulieren. Öffentlichkeitswirksam üben sich Prominente, Politiker, Konzernchefs, Kirchenmänner und Tafeln an karitativer Wohltätigkeit. Die Zahl der ganz unten Angekommenen wächst und wächst in Deutschland. Der moderne Ablasshandel blüht im Hort der westlichen Grundwerte.

Papst Franziskus hatte es an seinem 80. Geburtstag am 17. Dezember vorgemacht. Acht Obdachlose aus Italien, Rumänien, Moldau und Peru ließ er an diesem Tage in den prunkvollen Vatikan einfliegen, wie die Webseite katholisch.de berichtete. Er speiste sie mit einem Frühstück, Süßigkeiten und Torte. Fotos des römisch-katholischen Kirchenoberhauptes mit dankbar dreinblickenden Bettlern gingen durch die Medien. Wie das Leben der Eingeladenen an den restlichen 364 Tagen des Jahres aussieht, gab die Meldung nicht her.

„Das schaffen wir nicht (mehr)“

Der Sänger und Entertainer Frank Zander und dessen Sohn Marcus lächeln am Montag ein eher gequältes Lächeln in die Kameras. Prunk und überbordendes Elend prallen auf den Fotos aus dem Neuköllner Hotel Estrel vom Montagabend aufeinander. Zum 21. Mal bewirteten die Zanders Obdachlose. Aus anfangs 250 sind inzwischen 3.000 geworden. Das ist nur ein geschätztes Sechstel der Berliner Betroffenen. Man trifft sie zu jeder Jahreszeit – unter Brücken, in Parks, in Ruinen.

„Theoretisch könnten wir doppelt so viele einladen, aber das schaffen wir nicht“, sagt der Sohn gegenüber dem Tagesspiegel. Zander kompensiere das „emotional“, zum Beispiel mit Geschenktütchen für jene, die im Verteilungskampf in Suppenküchen und Notunterkünften – zwischen deutschen und osteuropäischen, alten und jungen Obdachlosen – um die Einlassbändchen zurückstecken mussten. Sein Statement wirkt so glaubhaft wie hilflos. Denn die Zahl der Menschen auf der Straße wächst. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe rechnet bundesweit mit mehr als einer halben Million Betroffenen bis 2018. Bereits im Jahr 2014 zählte sie so viele Menschen auf der Straße, wie insgesamt in Wuppertal leben: Knapp 350.000.

Veganer fordern fleischlose Armenspeisung

Man könnte die Menschen unterbringen. Leerstand gibt es in Berlin genug. Enteignungen von Immobilienspekulanten, die Häuser verfallen lassen, um irgendwann Luxusbauten für Reiche hinzustellen, erlaubt das Grundgesetz. Offiziell starben seit 1991 bundesweit knapp 300 Obdachlose den Kältetod. Erst vor wenigen Tagen fand man im thüringischen Suhl einen Erfrorenen.

Doch das war im Vorfeld von Zanders diesjähriger Mildtätigkeit nicht das Problem des Musikmanagers Andreas „Bär“ Läsker. Der so radikale wie reiche Vorbeter der Veganer-Szene stieß sich an den von Zander servierten 3.000 Gänsekeulen. Der Musiker hätte den Wohnungslosen, die an 364 Tagen im Jahr vermutlich häufig nicht wissen, wie sie satt werden, auch Gemüsebuletten servieren können, so Läsker letzte Woche auf Facebook. Die Empörung der Veganer-Szene über Zanders „Gänseleichenfledderei“, aus beheizten Wohnzimmern ins World Wide Web getippt, ließ nicht lange auf sich warten. Derart heftig fiel sie aus, dass Läsker den Beitrag inzwischen entfernt und sich eine Entschuldigung abgerungen hat.

Container wegen unbezahlbarer Mieten

Drohender Wohnungsverlust ist längst nicht mehr das Problem kleiner Randgruppen. Die Ursachen sind nicht zuletzt steigende Mieten bei wachsender Erwerbsarmut. Über zwei Millionen deutsche Haushalte – und doppelt so viele Menschen – waren 2015 verschuldet. Zu sechs Millionen Hartz-IV-Beziehern kommen eine Million Rentner und Behinderte in der Grundsicherung sowie sieben Millionen Menschen mit einem Niedriglohn von unter zehn Euro. Das geht aus jüngsten Berichten der in diesem Punkt nicht zur Übertreibung neigenden Bundesregierung hervor. Wer Mietschulden anhäuft, sei es durch geringes Einkommen oder Hartz IV-Sanktionen, dem droht schnell die Zwangsräumung. Deren Zahl hat sich alleine in Berlin seit 2009 auf rund 10.000 im Jahr 2015 verdoppelt.

In Stockach, einer 16.000-Einwohnerstadt in Baden-Württemberg, stehen noch im Dezember zwei Zwangsräumungen an, wie der Südkurier am vierten Advent berichtete. Freie günstige Wohnungen gibt es dort nicht. Von 34 Zimmern, die die Stadt für Obdachlose bereithält, seien 31 belegt – der Bedarf wachse. Zehn Container will Bürgermeister Rainer Stolz deshalb zusätzlich aufstellen lassen. Seine Stadt könne keine festen Unterkünfte zu „sozial verträglichen Preisen aus dem Hut zaubern“, erklärte er der Zeitung.

Neue „soziale Architektur“: Schlafboxen

In Köln lebt die Armut, wie in vielen Großstädten, noch sichtbarer auf den Straßen. Der Hobbyschreiner Sven Lüdecke baut dort in seiner Freizeit transportable Mini-Wohnboxen aus Sperrmüll: Zweieinhalb Meter lang, halb so breit und mit 1,60 Meter zu niedrig, um aufrecht darin zu stehen. Die Boxen, bestückt mit gesponserten Matratzen, verschenkt er an Bedürftige. Er trifft sie im Park oder am Bahnhof. Inspiriert hat ihn der New Yorker Innenarchitekt Gregory Kloehn, wie der Deutschlandfunk Ende November berichtete. Seit Jahren baut Kloehn ähnliche Miniatur-Häuschen für die Armen jenseits des Atlantiks.

Die Auflagen vom Kölner Bauamt dafür sind hoch. Der Brandschutz muss eingehalten werden und bei längerem Gebrauch eine Baugenehmigung her. Es gibt Befürchtungen, dass die Hütten „nicht ins Stadtbild passen“, so Lüdecke. Das Drama: Der Bedarf an solchen Boxen ohne Strom, Wasser und Klo ist riesig. Der Sender nennt sie „Architektur mit sozialem Anspruch“. Diese sei „auf dem Vormarsch“, betont er.

Tafeln wollen weiter expandieren

Eine blühende Form der Armenspeisung sind die Tafeln. Über 900 sind im Bundesverband organisiert. Weitere solche Einrichtungen hängen an Caritas, Diakonie oder den Kommunen. Sie holen aussortierte Lebensmittel aus Supermärkten ab. Bedürftige bekommen sie zu geringen Preisen. Zunehmend beklagen die Tafeln zwischen Nordseeküste und Oberbayern wachsende Überlastung. Die von Handelsketten derart billig entsorgten Waren decken längst nicht mehr den steigenden Bedarf. Der Streit darum, wer tafelpassberechtigt ist und wer nicht, tobt im Armenhaus des christlichen Abendlandes.

Das „Fest der Nächstenliebe“ hat auch in diesem Jahr nicht Halt gemacht vor den Essenausgabestellen. Spendenaufrufe geisterten in der Vorweihnachtszeit durch die Medien. Tütchen und Päckchen werden gepackt: Süßigkeiten und Spielzeug für arme Kinder, Schlafsäcke und warme Socken für Obdachlose. Karitatives Engagement für die dritte Welt war früher. Heute dient sie der eigenen Armutsverwaltung.

Und Letztere ist zukunftsfähig. Das betont der Bundesverband der Tafeln in Deutschland auf seiner Webseite. Er hat ein neues Projekt namens „Junge Tafel“ ins Leben gerufen, um Helfernachwuchs zwischen 16 und 29 Jahren zu schulen und das Konzept der Armenspeisung „mit innovativen Ideen weiterzuentwickeln“. Diese Aussicht gibt zu denken.

Fordern und Fördern mit Grube, Gauck und Steinmeier

Wo es um karitative Selbstdarstellung geht, lassen sich auch Bahnchef Rüdiger Grube und seine Freunde aus der Politik nicht lumpen. Gemeinsam mit Bundespräsident Joachim Gauck und dessen avisiertem Nachfolger und jetzigen SPD-Außenminister, Frank-Walter Steinmeier, ließ sich Grube pünktlich zum vierten Advent als Hauptsponsor für den Ausbau der Bahnhofsmission am Berliner Zoo feiern. Letztere soll auf 500 Quadratmetern in bahneigener Immobilie zusätzliche Beratungsräume erhalten, ließ der Bahnchef am Wochenende gegenüber der Presse verlauten. Auch Steinmeier habe dafür 50.000 Euro aus seiner Portokasse gezogen. Der SPD-Politiker sei schließlich Fachmann, so der Tagesspiegel. Grund: Steinmeier promovierte einst zum Thema Obdachlosigkeit.

Wer die Politik von SPD und Union verfolgt, ahnt, worum es beim Grube-Steinmeier-Projekt geht: „Fördern und Fordern“ alias „Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitssuche“. Die 14,5 Millionen Hartz IV-Bezieher der vergangenen zwölf Jahre – von der CSU in einem am 14. November veröffentlichten Wahlwerbevideo wenig freundlich als Schmarotzer tituliert – dürfte diese Parole zusammenzucken lassen. Seit zwölf Jahren rechtfertigt die Politik harte Hartz IV-Sanktionen mit „Fördern und Fordern“.

Doch immerhin: Da Kürzungen und Streichungen des Existenzminimums nicht selten Obdachlosigkeit bescheren, droht dem medialen Ablasshandel der Wirtschafts- und Politprominenz noch lange nicht das Aus. Verteidiger der westlichen Werte können endlich ihr christlich-abendländisches „Herz für Arme“ vor Ort ausleben. Frohe Weihnachten!


https://deutsch.rt.com/inland/44499-neues-aus-unterklassen-weihnachtlicher-ablasshandel-armut-obdachlose/

 

Ein Kommentar

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Wenn Jobcenter Hamburg Arzt spielt

altonabloggt

arztpflichtbesuchMit dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 21. Juni 2012 über die Arbeitsunfähigkeit von Arbeitslosengeld-II-Leistungsberechtigten (Hartz IV) wurden neue Maßstäbe festgelegt. Demnach sind erwerbsfähige Leistungsberechtigte arbeitsunfähig, wenn:

„Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II beantragt haben oder beziehen, sind arbeitsunfähig, wenn sie krankheitsbedingt nicht in der Lage sind, mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten oder an einer Eingliederungsmaßnahme teilzunehmen.“

Nach dem Sozialgesetzbuch II sind Arbeitslosengeld-II-Leistungsberechtigte verpflichtet, alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit auszuschöpfen. Ist eine Teilnahme an einer Eingliederungsmaßnahme, wie einem Ein-Euro-Job oder Bewerbungstraining, aus Krankheitsgründen nicht möglich, muss dem zuständigen Jobcenter eine ärztliche Arbeitsunfähigkeit vorgelegt werden. Häufen sich die Krankmeldungen, so sind die Jobcenter berechtigt den ärztlichen oder psychologischen Dienst der Agentur für Arbeit einzuschalten. Die Jobcenter beschreiben es so:

„Bei Zweifeln an der Erwerbsfähigkeit ist (…) konsequent eine Prüfung von Amts wegen geboten. Ausweichlich §44a Abs. 1 Satz 1 SGB II…

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