Armut: „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“!

Armut ist politisch gewollt! „Wir haben den größten Niedriglohnsektor in ganz Europa geschaffen“ -> wer hat uns verraten?

Herrschen und beherrscht werden: Tafeln als Abbild der Gesellschaft

von Susan Bonath.

Plasberg, Illner, Tagesschau, Bundespressekonferenz, bei Springer rauf, beim Spiegel runter, Relativierer a la »es gibt keine Armut und geht nur um Abfallvermeidung« versus Empörungsmanager: Die Diskussionen um Tafeln im wirtschaftlich stärksten Land Europas reißen nicht ab. Wohlhabende, deren Jackett mehr kostet als ein Regelsatz, sprechen über Armut – welch ein Zynismus.

Der Bundesverband der Tafeln nennt Großkonzerne und Handelsketten seine Partner. Rewe, Lidl, die Metro, Mercedes Benz zählen dazu. Hinzu kommen Firmen wie Coca Cola, Edeka, Nestlé, Henkel, Netto, Sodexo und andere. Als Kooperationspartner fungiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Ein hübsches Stelldichein von Wasserräubern, Menschenrechtsverletzern, Ausbeutern und Reichenförderern.

Und wer hätte es geahnt, auch McKinsey ist am Ball. Der global agierende neoliberale Think Tank berät nicht nur die Bundesregierung, sondern auch die Tafelmacher. Schon Mitte der 1990er Jahre hatte McKinsey Mitarbeiter zu ihnen geschickt, um die Expansion der Resteverteilanstalten zu managen. Zwei Handbücher zum Aufbau und Betrieb einer Tafel sponserte das Unternehmen – ein Erfolgsmodell.

Und die Vorarbeit für mehr: Schon wenig später hockten McKinsey, Bertelsmann, die Wirtschaftslobby und Politiker zusammen. Sie tüftelten Hartz IV aus, inklusive rigidem Sanktionssystem. Man wollte, in Vorahnung der Finanzkrise, ein Erpressungsinstrument schaffen, mit dem der Staat Millionen Menschen in Billigjobs zwingen kann: Die Knute des Entzugs des Existenzminimums, bis in Obdachlosigkeit und in den Hunger. Es ist gelungen, die Exportindustrie boomt. Ein Schelm, wer einen Zusammenhang vermutet.

Doch das sagen Politiker wie der designierte CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn natürlich nicht. Sie lügen lieber: Mit Hartz IV müsse niemand hungern. Es sind auch nicht nur die Sanktionen. Auf perfide Weise rechneten die Regierungsbeauftragten die Regelsätze klein: Man nehme die Einkommens- und Verbrauchs-Stichprobe von 2013, berechne die Ausgaben der untersten 15 Prozent der Ärmsten und streiche davon noch einmal mehr als 100 Euro heraus, für Dinge, die ein Hartz-IV-Bezieher angeblich nicht braucht, wie Bücher, Zimmerpflanzen und vieles mehr.

Die deutsche Gründlichkeit der Rechenkünstler ging noch weiter: So legten sie zum Beispiel für den Snack an der Imbissbude der Ärmsten der Armen den Warenwert beim Billigdiscounter zugrunde, für Bier und Limo berechneten sie den reinen Wasserwert. Am Ende wurden aus weit über 500 Euro für einen Alleinstehenden gut 400. Flüchtlinge, die sich selbst versorgen müssen, erhalten übrigens fast 70 Euro weniger.

Auch die Strompreise haben die Regelsätze längst überholt. Knapp 35 Euro gewährt der Staat dem Hartz-IV-Bezieher für Haushaltsenergie und Instandhaltung der Wohnung. Woran sparen wohl die Leute, um ihre Rechnungen und Zwangsabgaben begleichen zu können? Am Essen. Das Leben in Deutschland ist nun einmal teurer als in Somalia.

Doch die private Tafelfürsorge steht ja bereit. Allerdings nicht für jeden: Wer Essen braucht, muss seine Bedürftigkeit mit einem behördlichen Bescheid nachweisen. Doch ohne Postanschrift und Meldeadresse gibt es weder Hartz IV noch Sozialhilfe. Obdachlose, die nicht in einer Massenunterkunft im Mehrbettzimmer übernachten wollen, gehen leer aus, ebenso wie vollsanktionierte Jugendliche oder erwerbslose EU-Migranten ohne Leistungsanspruch. Die Elendsten haben nämlich gar keinen Zugang zu den Resten.

Die Tafeln sind auch ein riesiges, spendenfinanziertes Disziplinierungsprogramm, eine Ein-Euro-Job-Fabrik zum Schönen der Arbeitslosenstatistik. Oft hängt ein ganzer Rattenschwanz der Arbeitsbeschaffung für Arme an ihnen: Kleiderkammern, Möbellager, eine monströse Maßnahmen-Industrie.

Die Tafeln sind schließlich Beruhigungs- und Wohlfühlpille für den engagierten Helfer. Man tut ja was, man ist ein guter Mensch. Doch zugleich spiegelt ihr Konzept den autoritären Staat im Kleinen wider: WIR sammeln für euch die Essensreste ein. WIR bestimmen, wer den Tafelausweis bekommt. WIR verteilen, denn die Reste gehören UNS. WIR definieren eure Bedürfnisse. Reiht euch ein, bettelt unterwürfig, seid dankbar. Denn ihr wisst: An die Container hinter den Supermärkten dürft ihr nicht ran, das ist strafbar.

Das ist gelebte kapitalistische Kultur, eine kleine Machtnische für Beherrschte, die so die Wunden ihrer eigenen Unterdrückung kompensieren. Die Tafel ist ein Abbild der fremdbestimmten Konkurrenzgesellschaft, die noch nicht gestrauchelte Besitzlose zum Verkauf ihrer Arbeitskraft, den Rest zum Betteln zwingt. Sie ist die Parodie auf das Wechselspiel zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Dominanz und Unterwerfung.

Die Tafel hält uns den Spiegel vor. Bis ganz unten haben wir uns das Maß der Herrschenden zu eigen gemacht. Die erfolgreichsten Selbstvermarkter führen auch an den Essensausgabestellen die Hierarchie an, gefolgt von den Fleißigen, Folgsamen, Gehorsamen. Wer all das nicht mitmacht, weil er nicht kann oder will, soll sich gefälligst vor allen anderen demütig in den Staub bücken.

Als wäre jemand, der Billigjobs ablehnt und darum sanktioniert wurde, schädlicher für die Gesellschaft, als der Rüstungsfabrikant und seine willigen Sklaven. Als würde der Flüchtling in seiner Massenunterkunft mehr Schaden anrichten, als ein skrupelloser Banker oder ein Kriegseinsätze abnickender Politiker im Bundestag. Wahrlich viele würden der Gesellschaft weniger schaden, wenn sie nichts täten…

ganzen beitrag lesen

https://kenfm.de/tagesdosis-12-3-2018-herrschen-und-beherrscht-werden-tafeln-als-abbild-der-gesellschaft/

und  arm trotz arbeit https://deutsch.rt.com/wirtschaft/53764-studie-erwerbsarmut-in-deutschland-drastisch-zugenommen-niedriglohn/

cartoon klaus stuttmann

 

nachgeschoben -> Weiße Rose: Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique ‚regieren‘ zu lassen.“

quelle http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61009/flugblatt-i

Ein Kommentar

Eingeordnet unter AGENDA 2010, AKTUELLES, Deutschland, Schwerpunkt

Eine Antwort zu “Armut: „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“!

  1. Der Widerstand ist bereits stärker wie in der Presse verschwiegen!

    1. Sanktonen werden hochgelobt als „Bewegungsangebote“
    Auszug aus Forum bei Spiegel Online – http://www.spiegel.de/forum/politik/neue-bundesregierung-goering-eckardt-fordert-mehr-geld-fuer-kampf-gegen-armut-thread-726062-3.html #22:
    Wenn die Grünen in der Opposition sind, entdecken sie immer ihr soziales Gewissen. Frau Göring-Eckardt war als Fraktionsvorsitzende der Grünen maßgeblich daran beteiligt die Agenda 2010 und Hartz 4 durchzusetzen. Die Agenda 2010 bezeichnete sie im Zug dieser Auseinandersetzungen nicht nur als „mutig“ und „notwendig für das Gemeinwohl“, sondern darüber hinaus als „Frühling der Erneuerung“. Die mit Hartz-IV eingeführten Sanktionsmöglichkeiten wie zum Beispiel Leistungskürzungen seitens der Jobcenter charakterisierte sie als „Bewegungsangebote“ für die Betroffenen. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Katrin_Göring-Eckardt#Agenda_2010_und_Hartz_IV

    Doch wie sind Sanktionen legal, wenn H4 das „absolute Existenzminimum“ ist (laut Bundesverfassungsgericht)?

    2. Wir haben letzten Freitag festgestellt, wie hoch die Angst der Behörden ist. Weil das Landratsamt und de Behindertenbeauftragten weiter Menschen mit Behinderung als ARSCHLOCH führen lassen und auf kein Fax/Mail reagieren, haben wir denen einen Brief geschickt, mit der neuen „Theodor Eicke Gedenkmedaille – Für Verdienste gegen Grundgesetz und Menschenrechte“ – https://theodoreickegedaechtnismedaille.wordpress.com/

    Die Reaktion kam prompt – die Polizei stürmte vorbei und unterstellte Giftanschlag und andere Spinnereien. Was müssen die Angst vor den Menschen haben, wenn die so hohl drehen? Begründung „Sie haben doch bisher nur Mail geschickt und weil jetzt der Brief kam, wurde Alarm ausgelöst – Sie können ja mitkommen und den Brief selbst aufmachen (Anm. geht nicht, weil Bruno nicht ins TAGESlicht darf) – herbringen geht nicht, die haben Angst davor – später ware der Leiter dieses nationalen Notstandes nicht mehr erreichbar, Polizeivermutung „Mittagspause“ und sind dann abgezogen.

    Mehr hier:
    Behörde dreht hohl! Giftpulveralarm!
    Wieder Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald! Alessio 3. Jahre zu Tode geprügelt – 9-jähriger Junge als Sexsklave vermietet (beide in Obhut Amt) – Menschen mit Behinderung werden als ARSCHLOCH geführt, Recht auf Leben/ Grundgesetz/Menschenrechte werden verweigert – usw.
    Krüppeljagd nächste Stufe: Polizei untersagt Behördenkontakt – „Unterlassen Sie die Kommunikation“ – KEINE Anträge stellen, NICHTS GEHT MEHR! Grundgesetz/Menschenrechte abgeschafft!
    DIE ANGST VOR DEN MENSCHEN IM LAND UND FOLGEN DER BÖSEN TATEN?
    Freiburg/09/03/2018 – Die Polizei stürmte bei einem Menschen mit Behinderung vorbei, weil dessen Helfer einen Brief statt einer E-Mail schickten, wurde sofort Giftpulveralarm ausgelöst!……… https://dassindbrunosmoerder.wordpress.com/irrer-giftpulveralarm/

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