Schlagwort-Archive: aufstocker

Hartz IV News: Immer mehr Aufstocker verschuldet – und mehr

arm und verschuldet trotz arbeit –

1. Inge Hannemann: Was passiert wenn eine Einverständniserklärung nicht gegeben wird? Geht das überhaupt?
Dass ein Jobcenter, eine Agentur für Arbeit oder ein Rententräger bemüht ist, die arbeitstechnische Leistungsfähigkeit eines „Kunden“ festzustellen, ist nichts Neues. Schließlich ist die erfolgreiche Vermittlung in eine (sozialversicherungspflichtige) Tätigkeit das primäre Ziel. So ist es möglich, dass eine ärztliche oder psychologische Untersuchung auf Wunsch des Leistungsberechtigten oder der öffentlichen Stellen eingeleitet wird. Die Bundesagentur für Arbeit schreibt auf ihrer Seite, dass sie per Gesetz dazu verpflichtet sei, Eignung und Leistungsfähigkeit bei der Arbeitsvermittlung und bei der Prüfung von Leistungsansprüchen angemessen zu berücksichtigen. Um diese festzustellen, erhalten die Leistungsberechtigten einen Gesundheitsfragebogen mit angehängten Schweigepflichtentbindungen… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-jobcenter-edv-kontra-einwilligung-90016603.php


2. Knapp die Hälfte der Hartz IV-Bezieher ist dauerhaft auf die Leistung angewiesen

So sehr sie sich auch bemühen, sie finden keinen Job. Viele haben eine Ausbildung oder verfügen nur über eine Qualifikation und trotzdem klappts nicht. Andere können nicht arbeiten, weil sie ihre Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. Knapp drei Millionen Menschen sind laut neuster Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf Hartz IV angewiesen. Knapp die Hälfte von ihnen bezieht die Sozialleistung bereits seit vier Jahren oder länger… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/endstation-hartz-iv-50–dauerhaft-angewiesen-90016602.php


3. Ungewöhnliche Aktion: Hartz IV Bezieherin kippt aus Protest ihre Möbel vors Jobcenter

Eine 43-Jährige Hartz IV-Bezieherin kippte er letztes Hab und Gut vor dem Jobcenter in der Hafenstr. in Saarbrücken ab. Die Frau wollte damit gegen die schlechte Behandlung im Jobcenter protestieren… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-bezieherin-kippt-moebel-vors-jobcenter-90016599.php


4. Österreicher gegen Hartz IV aus Deutschland

Die österreichische Industriellenvereinigung (IV) fordert eine ähnliche Arbeitsmarktreform wie in Deutschland. Dabei soll sich das Modell an Hartz IV orientieren. Doch weite Teile der österreichischen Gesellschaft lehnt das ab. „Hartz IV hat keine Jobs sondern nur Armut produziert“… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/oesterreicher-wollen-kein-hartz-iv-90016606.php


5. Hungerstreik gegen Hartz IV

Pascal Thüer ist mittellos. Er hat seinen Job verloren, keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG I) und Hartz IV soll er auch nicht bekommen, wenn es nach dem Jobcenter in Münster geht. Dagegen protestiert der 40-Jährige seit Sonntag Abend mit einem 14-tägigen Hungerstreik und einer Klagemauer… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-hungerstreik-gegen-das-jobcenter-90016601.php


6. Überprüfungsanträge und Widersprüche gegen die Sanktionen bei Hartz IV

Das Sozialgericht Gotha hat die Frage der Verfassungswidrigkeit derSanktionen von Hartz-IV-Leistungsempfängern dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt. Bezieher von entsprechenden Leistungen haben jetzt eine neue Chance, die vermutlich grundrechtswidrig einbehaltenen Gelder zurück zu erhalten… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-widerspruchsvorlage-gegen-sanktionen-90016594.php


7. Immer mehr Aufstocker verschuldet

Immer mehr Menschen in Deutschland verschulden sich. 6,7 Prozent derjenigen, die eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchten, waren laut dem statistischen Bundesamt, sogenannte Aufstocker. Die Betroffenen müssen trotz regulärer Arbeitsstelle mit Hartz IV-Leistungen aufstocken, um nicht unter das Existenzminimum zu fallen. Das Konträre: Nur etwa 3 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen sind Aufstocker… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/immer-mehr-hartz-iv-aufstocker-verschuldet-90016604.php


— Tipps —

Fragen und Antworten in unserem Forum: http://hartz.info/

Fan werden von Gegen Hartz: http://www.facebook.com/gegenhartz

Mehr Urteile, Ratgeber und News: http://www.gegen-hartz.de/

— Tipps —

==================================================

Informationen zum Thema

Max Uthoff über sozialstaatliches Waterboarding HartzIV

_

Strafe schafft Obdachlosigkeit

Nach Gothaer Sozialgerichtsbeschluss fordert Altenburger Landrätin Jobcenter auf, die Sanktionspraxis zu beenden – und bekommt Gegenwind

Wenn sich eine Landrätin mit der großen Politik anlegt, hat das Konsequenzen. Die Kreischefin des Altenburger Landes in Thüringen, Michaele Sojka (Die Linke), bekam das in den vergangenen Tagen zu spüren. Nachdem das Gothaer Sozialgericht die Sanktionsmöglichkeiten im Sozialrecht vor knapp zwei Wochen für verfassungswidrig erklärt und die Frage nach Karlsruhe überwiesen hatte, forderte Sojka das Amt im eigenen Landkreis auf, ab sofort keine finanziellen Strafen gegen Erwerbslose mehr zu verhängen. In der nächsten Trägerversammlung des Jobcenters werde sie darauf hinwirken, kündigte sie in einer Presseerklärung vom 4. Juni an. Prompt erhielt sie Post vom Personalrat der Behörde. Der warf ihr unter anderem vor, die Arbeit der Beschäftigten des Altenburger Jobcenters zu diskreditieren.

Sojka nannte den Beschluss der Gothaer Sozialrichter vom 26. Mai eine »Klarstellung«. Danach verstoßen Kürzungen der Leistungen zur Sicherung des Existenzminimums bei »ungehorsamen« Hartz-IV-Beziehern gegen die Grundrechte auf Menschenwürde, körperliche Unversehrtheit und Berufsfreiheit. Das Bundesverfassungsgericht soll nun ein Grundsatzurteil dazu fällen (jW berichtete). Nach Sojkas Ansicht verfehlten Bestrafungen das Ziel der Agenda 2010, Arbeitslosigkeit abzubauen. Im Altenburger Land gebe es kaum sozialversicherungspflichtige freie Stellen, führte Sojka aus. Langzeitarbeitslose seien für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben häufig auf staatliche Lohnzuschüsse angewiesen. Die Mittel vom Bund reichten dafür nicht aus. Auch »Ein-Euro-Jobs«, also Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung, stünden für Freiwillige nicht ausreichend zur Verfügung. Ferner, so die Landrätin, »ist der personelle und finanzielle Aufwand, um Sanktionen durchzusetzen, viel zu hoch«. Geld würde dadurch nicht eingespart. Auf ihrer Facebook-Seite wurde die Landrätin noch deutlicher. Dort sprach sie von einer »diskriminierenden Gängelei und Schnüffelpraxis« im Jobcenter. Längst sei die Verwaltung teurer als die Leistungen für Betroffene.

Das führte zu Diskussionen in der Behörde. Aus deren Sicht seien die Ausführungen der Landrätin »erstaunlich«, zitierte die Leipziger Volkszeitung (Freitagausgabe) aus einem Brief des Altenburger Personalratschef Torsten Rist an die Landrätin. Sie zeugten »offenbar von wenig Kenntnis der Praxis im Jobcenter«. Rist, der auch als SPD-Politiker im Stadtrat sitzt, wertete Sojkas Vorstoß als »Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter«. Mit ihrer Forderung, die Sanktionen zu streichen, blende sie Gesetze aus. »Daran muss ich mich natürlich halten«, betonte die Kreischefin am Sonntag im Gespräch mit jW. Allerdings könne die Trägerversammlung zumindest beschließen, die Kosten der Unterkunft und Heizung (KdU) nicht länger als Bestrafung zu beschneiden. Denn diese Leistung muss, anders als die Hilfe zum Lebensunterhalt, die Kommune tragen.

»Jetzt gibt es heftige Debatten, pro und contra«, sagte Sojka. Dass sie Mehrheiten findet, glaubt sie zwar nicht. Wichtig sei ihr aber, die politische Debatte darüber anzustoßen, »ob es sinnvoll ist, Menschen die Grundsicherung zu versagen«. »Dadurch werden viele nur depressiver und kränker«, mahnte sie. Zudem herrsche in ihrer Region eine hohe Arbeitslosigkeit von über zehn Prozent. »Ein Drittel der Kinder lebt in Hartz-IV-Haushalten«, sagte sie. Mit den Strafen wachse die Zahl Obdachloser, vor allem jugendlicher. Denn Unter-25jährigen kann schon beim ersten »Regelverstoß« die Leistung für drei Monate gestrichen werden. »Die Folgen müssen Straßensozialarbeiter abfangen«, erklärte sie. Darüber müsse die Verwaltung nachdenken. Das Existenzminimum sei repressionsfrei zu gewähren.

Kritik an Sanktionen gibt es seit Einführung der Agenda 2010. Dass es für eine Vorlage beim obersten deutschen Gericht zehneinhalb Jahre brauchte, hat vor allem einen Grund: Es bedurfte, wie Gerichtssprecher Jens Petermann nach dem Beschluss gegenüber jW erklärt hatte, den speziellen Fall, dass ein Leistungsbezieher nach Gesetzeslage rechtmäßig sanktioniert wurde – hier um 60 Prozent. Ist letzteres hingegen strittig, wie in fast allen Fällen, kann nur das Sozialgericht in erster Instanz urteilen. Die Grundsatzfrage wird nicht gestellt.
(Von Susan Bonath)

aufgelesen FHP: Freie Hartz IV Presse

YouTube Marigny de Grilleau

___________________________________________________

Videos zum Thema – aktuell

Das Dumping Lohnsystem in Jobcenter-Gerichten-Behörden der Städte

Ob in Zwickau, Chemnitz oder Oldenburg: Überall lassen öffentliche Auftraggeber ihre Post vom billigsten Anbieter transportieren. Die Folge: Für viele Postzusteller bleibt meist nur der Gang aufs Amt, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Quelle: Kontraste / ARD

YouTube dresdner sozialwacht

_

Moderne Sklavenhaltung und Enteignung des Mittelstandes durch Hartz 4

YouTube dresdner sozialwacht

_

Die scheinheiligen Gewerkschaften und deren Partei

YouTube dresdner sozialwacht

___________________________________________________

links zum Thema – aktuell

Hartz IV: Wirtschaft sieht in Sanktionen Anreiz zur Arbeit

Kurz und kritisch – Flaschensammeln ist nichts für Faule

Strafe schafft Obdachlosigkeit – junge Welt

Hartz IV – Skandal

Die Mauer ist gefallen! – Aussetzung von Sanktionen beim Jobcenter einfordern!

===================================================

Epilog  – der turm stürzt ein

blogbeiträge zum Thema –

https://mantovan9.wordpress.com/category/aktuelles/agenda-2010-aktuelles/

 

hartz iv muss weg !!!

3 Kommentare

Eingeordnet unter AGENDA 2010, AKTUELLES, Deutschland

Sklavenmarkt Deutschland

Lohndumping ist überall.

Millionen Geringverdiener arbeiten in prekären Verhältnissen. Etwa 60 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland haben noch einen unbefristeten Vollzeitjob. Das Heer der Ein-Euro-Kräfte und Mini-Jobber wächst. Fast eine Million Leiharbeiter bekommen oft deutlich weniger als ihre festangestellten Kollegen.

Viele sind „Aufstocker“. Die Arbeitswelten driften auseinander. Ganz unten: die Schattenwelt der Saisonarbeiter und Illegalen. Ob der viel diskutierte Mindestlohn diese Missstände beheben wird, bleibt fraglich. Zu viele verdienen daran mit, wenn Menschen billig schuften.

quelle http://www.deutschlandradiokultur.de/sklavenmarkt-deutschland.958.de.html?dram%3Aarticle_id=284824

 

YouTube Michael Molli

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AGENDA 2010, AKTUELLES, Deutschland

Über-Leben mit Hartz IV

Im Jahr 2005 wurde die größte deutsche Sozialreform eingeführt. Seitdem kämpfen Bedürftige, Fallmanager in Jobcentern und Sozialrichter mit den Gesetzen und Regeln der Neuorganisation von Arbeits- und Sozialamt. Mehrfach wurden in den vergangenen Jahren Korrekturen vorgenommen. In Berlin lebt jeder zehnte Hartz-IV-Bezieher der Bundesrepublik. Viele von ihnen sind „Aufstocker“, Menschen, die durch ihre Arbeit den Lebensunterhalt nicht decken können. Sie sind auf ergänzende Hartz-IV-Leistungen angewiesen. 5.200 Mitarbeiter der zwölf Berliner Jobcenter kämpfen täglich an der Hartz-IV-Front. 612.000 Erwerbslose fordern das ihnen zustehende Geld. Familie Michael gehört zu den so genannten Aufstockern. Sie arbeitet als Friseurin, er hat einen Putzjob und beide bekommen zusätzlich Hartz IV. Auch Petra Grüttner ist Hartz-IV-Empfängerin und arbeitet ehrenamtlich für die „Berliner Tafel“. Sie beliefert u. a. das Familienzentrum Meerbaumhaus mit Lebensmitteln. Hat sich Hartz-IV bis heute bewährt? Ist die Sozial- und Arbeitsmarktreform ein Instrument, um die Arbeitslosenzahlen zu schönen? Was ist sinnvoll und was nicht?

quelle

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Dokumentationen

Mit Hartz IV – ausgegrenzt und abgestempelt

_
Von Heidelinde Penndorf

Im Juni 2011 versorgten 884 Tafeln bundesweit 1,3 Millionen bedürftige Menschen mit Lebensmitteln. Ein Viertel der Betroffenen sind Kinder. Aber auch immer mehr Rentnerinnen und RentnerWachsende Altersarmutmit Grundsicherung und sogenannte Aufstocker sind auf die Lebensmittelausgabe der Tafeln angewiesen. Das beweist, das Armut ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft ist!

Mit Hartz- IV – ausgegrenzt und abgestempelt

Der Sozialmediziner Gerhard Trabert sagt, dass sich immer mehr Menschen vom Lohn ihrer Arbeit sowie von sozialen Transferleistungen nicht mehr ausreichend ernähren können (evangelischer Pressedienst Juni 2011).Auch der Soziologe Stefan Selke stellte fest, dass die Tafeln eine Symbiose mit der Politik eingegangen seien, indem sie sich für einen Ausgleich der Folgen des Sozialabbaus instrumentalisieren ließen. Tafeln machen Armut sichtbar und behandeln nur die Symptome. Sie tragen ungewollt zur Normalisierung von Armut und einer Stärkung der Politik bei, die sich der Armutsbekämpfung verweigert.

Selbst die Hinweise aus der Justiz finden keine Beachtung. So äußerte sich das Sozialgericht Bremen in einer Entscheidung vom 20. März 2009 – S 26 AS 528/09 ER: „Tafeln sind ein staatliche Hilfe ergänzendes Angebot; basierend auf dem Grundsatz ehrenamtlichen Engagements. Sie dienen nicht der Abwälzung staatlicher Verantwortung für die Sicherung des Existenzminimums.“

Auf Grund ihrer oft langen oder auch dauerhaften finanziellen Notlage entsteht ein Abhängigkeitsverhältnis der Betroffenen zur Tafel. Wo es Tafeln gibt, gibt es Warteschlangen Betroffener. Man sieht es diesen Menschen an, dass es ihnen schwer fällt, sich mit dem Gang zur Tafel öffentlich als Transfersleistungsbezieher zu outen.

Es entsteht eine Nähe zum „Normalbürger“ die beschämt. Betroffene Menschen, die an der Tafel anstehen, halten oftmals den Blick gesenkt und nehmen keinen Blickkontakt mit anderen Passanten auf. Es könnten ja Nachbarn, Bekannte und Freunde darunter sein, die gar nicht wissen, dass sie auf diese Lebensmittelspenden angewiesen sind. Durch Blicke von Passanten werden Betroffene beschämt, ducken sich weg, sind plötzlich außen vor.

*Es ist für die Betroffenen wie ein öffentliches Eingeständnis – ausgegrenzt und abgestempelt!*

Die öffentliche Empörung der `Montagsdemos `_ gegen den Sozialabbau von 2004 und 2005 ist kaum noch spürbar. Viele Institutionen haben es bemerkenswert professionell geschafft diesen Protest, diesen Unmut zu kanalisieren – in Mitleid für Betroffene.

*Damit ist jeder soziale Widerstand im Keim erstickt.*

Hartz – IV Betroffene, `Rentner `_ mit Grundsicherung, Niedriglöhner, Minijobber und Leiharbeiter befinden sich oft in finanziellen Zwängen und Notlagen, die ihre Teilhabe am sozio-kulturellen und politischen Leben stark einschränken. Betroffene leiden unter Perspektivlosigkeit, fühlen sich abgestellt, abgedrängt, ausgegrenzt und nicht gebraucht. Sie sind oftmals abgekoppelt von der gesellschaftlichen Entwicklung und fühlen sich als Bürger zweiter Klasse.

Nach langem `Hartz – IV `_ Bezug gibt es ihn kaum noch – den selbstbewussten Menschen. Er hat sich im Laufe der Zeit zu einem unterwürfigen Bittsteller entwickelt. Die Menschenwürde liegt zerschlagen am Boden, bloß nicht auffallen!

„Du bist bildungsfern, unfähig, rauchst und trinkst nur. Du bist ein Sozialschmarotzer! Deshalb musst Du fremdbestimmt werden“ – diese gängigen Vorurteile udn Stammtischparolen hören sie oft! In unbezahlten Praktika, Ein-Euro–Jobs und anderen Maßnahmen wird dem Betroffenen klar: „Meine Arbeit ist nichts wert, ich bin nichts wert, also lohnt sich Arbeit für mich eigentlich nicht!“

Einer Studie (TK 2010) zufolge nimmt die Anzahl der Krankmeldungen von Arbeitslosen deutlich zu. Vor allem psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Der psychische Druck, der auf die Betroffenen ausgeübt wird, hinterlässt Spuren. Untätigkeit über einen langen Zeitraum führt zu einer inneren Leere, Betroffene haben oft das Gefühl versagt zu haben.

In meiner Sozialsprechstunde erlebe ich es oft, dass Betroffene psychisch traumatisiert sind. Während sie mir ihre individuelle Sachlage schildern, passiert es nicht selten, dass sie zu weinen beginnen, total verzweifelt sind und manchmal auch schon lebensmüde. Es gibt Betroffene die Angst haben, ihre Briefe vom Jobcenter zu öffnen. Sie lassen sie tagelang ungeöffnet liegen und versäumen dadurch Fristen. Andere Betroffene wiederum sind von der Lage so zermürbt, dass sie ihre alltäglichen Angelegenheiten nicht mehr selbst geregelt bekommen und Hilfe brauchen.

*Hartz – IV muss weg! Gar keine Frage.* Einen Schutzschirm für Menschen spannen!

.. epigraph::

Wir brauchen einen flächendeckenden existenzsichernden Mindestlohn von mindestens 10,-Euro.
Leiharbeit muss auf ein Mindestmaß begrenzt werden. Es muss Schluss sein mit Arbeit im Niedriglohnbereich. Unser Staat muss über sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Non-Profit-Sektor genauso reden, wie über eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich sowie über eine Grundsicherung mit der man auskömmlich leben kann. Die Umverteilung von oben nach unten sollte endlich beginnen. Das sind nur einige Baustellen, die wir Bürger anfassen müssen, um den Sozialabbau zu stoppen. Die soziale Chancengerechtigkeit in unserem Land geht uns alle an.

Heidelinde Penndorf
27.08.2011

 
mehr zum thema
 

2 Kommentare

Eingeordnet unter AKTUELLES, Deutschland

Unverschämtes ALG II-Bashing

Hartz IV – zum Kürzen braucht man keine Statistik

Bereits die Hatz auf die angeblich so vielen Mißbraucher des deutschen Sozialsystems zeichnete sich dadurch aus, dass es eigentlich keine belastbaren Zahlen über sie gibt.

Nun hat man im Lichte der Abendsonne auf den knappen Kassen eine weitere Gruppe ausgemacht, die vielleicht Geld bekommt, das ihr nicht zusteht. Diesem Skandal wird man sicher abhelfen, auch ohne genauere Informationen.  Wer ist gemeint? Kleine Selbständige.

Diese bekommen ergänzend ALG II, wenn ihr Einkommen unter dem errechneten Bedarf liegt. Das Einkommen ist sicher nicht so einfach zu ersehen, wie das eines Lohnempfängers, aus der AA hört man, man sei ja schließlich kein Finanzbeamter oder Steuerberater, wie soll man also wissen, wie die abgezogenen Betriebskosten etc. zu werten seien.

Also wird über die einfacherere Lösung nachgedacht, Leuten, die nach einer bestimmten Dauer der Selbständigkeit noch immer nicht genug verdienen, um keinen Anspruch mehr auf ALG II zu haben, die Aufgabe der Selbständigkeit zu verordnen, wenn sie weiterhin Leistungen beziehen wollen.

Das hört sich zwar auf den ersten Blick plausibel an, aber schauen wir doch mal genauer hin. Nicht nur, dass eine ganze Reihe eben dieser kleinen Selbständigen diese Tätigkeit aufgenommen hat, weil sie wissen, dass sie keine angestellte Tätigkeit mehr finden werden, und die ARGE oft dazu geraten hat. Nein, die Aufgabe der Selbständigkeit bedeutet für die ARGE, dass in Zukunft voll gezahlt werden muss, nicht aufgestockt. Das ist also auch noch unwirtschaftlich.

Es sollen also Selbstständige nicht einfach subventioniert werden. Aha. Aber – die ARGEN subventionieren doch größere Firmen sehr gerne? Es gibt – wer hat, bitte die genauen Zahlen nachtragen – inzwischen eine siebenstellige Zahl von Arbeitnehmern, die sogenannte Aufstocker sind, weil ihre Löhne nicht zum Leben reichen, trotz Vollzeittätigkeit. Statt aber diesen zu sagen, dass das auf die Dauer nicht geht, ihnen die Kündigung nahezulegen, wird weiter der Aufstockbetrag gezahlt, so dass die Unternehmen weiter Arbeitskräfte zu Dumpinglöhnen geliefert bekommen.

Aber das geht wohl nur bei den „Großen“.

quelle http://www.freitag.de/community/blogs/alien59/hartz-iv—zum-kuerzen-braucht-man-keine-statistik

bildlinkhttp://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12977

Ein Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES

Immer mehr Hartz IV Aufstocker

In Deutschland müssen immer mehr Menschen ihr Einkommen mit Hartz IV aufstocken

Ein weit verbreiteter Irrtum vieler ist, dass nur Erwerbslose Hartz IV Leistungen beziehen. Wer von seinem Lohn sich und seine Familien nicht ernähren kann, hat einen Anspruch auf aufstockende Hartz IV Leistungen. Nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit ist die Gesamtzahl der Aufstocker im letzten Jahr auf 1,383 Millionen Menschen angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein Anstieg von 4,4 Prozent. Seit 2007 ist sogar ein Anstieg von satten 13 Prozent zu beobachten.

Viele Unternehmen nehmen Aufstocken bewusst in Kauf

Nach Meinung der Bundesagentur sind die Gründe für den deutlichen Anstieg vielfältig. Zum einen gebe es immer mehr Firmen die bewusst einen geringes Entgelt bezahlen und quasi damit rechnen, dass der Rest mit Hartz IV Leistungen aufgestockt wird. Besonders stark ist ein Anstieg bei den Teilzeit-Arbeitsverhältnissen und Minijobs, aber auch bei den Selbstständigen (sog. Freelancer) zu verzeichnen. Auffallend ist, dass es in ostdeutschen Bundesländern mit fünf Prozent aller Arbeitnehmer deutlich mehr Hartz IV Aufstocker gebe als im Westen, wo es lediglich 2,1 Prozent sind.

Niedriglöhne vor allem bei der Zeitarbeit und im Dienstleistungsgewerbe
Vielfach müssen Menschen in der Leiharbeit (11,8 Prozent), in der Gastronomie (8,5) und bei anderen Dienstleistungsberufen wie Friseure zusätzliche ALG II Leistungen beantragen. Um eine Aufstockung zu verhindern, plädieren Gewerkschaften, Oppositionsparteien und Sozialverbände schon länger einen gesetzlichen Mindestlohn der flächendeckend gilt.

quelle http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/immer-mehr-hartz-iv-aufstocker-389343.php

informationen zum thema

siehe auch: Hartz IV: 1 Jahr Heuchelei, Schönreden & Pfusch der Regierung

Beitrag aus dem Blog des Netzmagazins Telepolis von Bettina Winsemann am 7. Januar 2011
Die Bundesarbeitsministerin offenbart im Interview, wie einfach Menschen, die arbeiten und zusätzlich ALG II beziehen, diese Situation ändern können.
Einfache, unbürokratische Lösungen sind ihr Ding schon immer gewesen. Ob Geheimverträge zwischen BKA und Providern statt gesetzlichem Blätterwerk, ob Bildungschipkarte statt mühevoller Einzelabrechnung… Ursula von der Leyen ist da extrem pragmatisch.
Auch wenn man sie zum Thema ALG II befragt, zeigt sich dieser gerade erfrischende Pragmatismus. Während andere sich noch fragen, wieso es sein kann, dass Menschen heutzutage arbeiten und dennoch mittels ALG II ihr Einkommen aufstocken müssen, hat Frau von der Leyen längst die Lösung dafür gefunden. Nicht etwa niedrige Löhne sind das Problem, sondern vielmehr die Tatsache, dass die Menschen zu wenig arbeiten.
Vielleicht noch mal einen Punkt, zu dem man der Opposition immer auch deutlich sagen muss, wenn sie argumentiert, na ja, es gibt Leute, die arbeiten und brauchen dazu Hartz IV. Stimmt, aber die überwiegende Mehrzahl derer, die arbeiten und dazu Hartz IV brauchen, haben kein Problem mit einem zu niedrigen Lohn, sondern ein Problem mit zu wenig Zeit, die sie arbeiten. Sie arbeiten 400-Euro-Jobs, sie arbeiten Teilzeit, und da wird jeder wissen: Das reicht nicht für den Lebensunterhalt.
(http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1359434/)
Daran liegt es also. Na, das war ja einfach. Aber halt, was ist mit jenen, die Vollzeit arbeiten und dennoch ALG II benötigen?
Und die zweite Gruppe, die Hartz IV zusätzlich braucht, das sind meistens große Familien, das heißt, der Vater oder die Mutter arbeitet, sind sehr gering qualifiziert, und da reicht das Einkommen eben nicht für viele Köpfe, die mit am Tisch sitzen. Deshalb sind das typische Gruppen, die zusätzlich Hartz IV brauchen.
Ah so… danke, Frau von der Leyen, das war ja alles wirklich viel leichter als wir gedacht haben. Wer also aufstockt, der hat entweder nur einen Minijob oder er hat eine Großfamilie und ist gering qualifiziert. Dass viele, die einen 400-Euro-Job annehmen, ALG II erhalten und insofern keine Aufstocker, sondern Hinzuverdiener sind, lassen wir mal genauso elegant außen vor wie die Tatsache, dass es heutzutage Vollzeitjobs gibt, die bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von offiziellen 40 und inoffiziellen 46 Stunden dann monatlich 800 Euro brutto ergeben. Insofern ist die Lösung des Problems doch ganz einfach: Sucht euch einen Vollzeitjob und haltet die Familie klein. Aber hoppla… war da nicht etwas mit „Deutschland benötigt mehr Kinder“ und mit fehlenden Vollzeitjobs? Ich glaube, ich frage Frau von der Leyen noch einmal.
Aber keine Sorge: Alles wird gut.
Die Hartz-IV-Zahlungen sind eine Überbrückung für die Zeit der Arbeitslosigkeit. Das Einzige, was raus hilft, ist Arbeit, und in einer Zeit wie jetzt, wo wir einen Aufschwung haben, wo die Nachfrage steigt, wo zum ersten Mal bei der Langzeitarbeitslosigkeit seit vielen Jahren sich etwas bewegt, nämlich dass die Menschen zurück in Arbeit kommen, sollte man darauf den Schwerpunkt setzen und nicht darauf den Schwerpunkt legen, dass man sagt, wir wollen Alkohol oder Tabak in Hartz IV finanzieren. (Ursula von der Leyen)
Twister (Bettina Winsemann)07.01.2011
http://www.heise.de/tp/blogs/5/149045

quelle http://die-rote-fahne.eu/headline132007.html

https://mantovan9.wordpress.com/2010/12/10/elf-mio-menschen-in-armut-tendenz-steigend/

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES

20 Euro mehr für den Hartz IV – Aufstocker

_______________

Hinzuverdienstmöglichkeiten bei Hartz IV:
Ein weiteres Tor zu Hungerlöhnen geöffnet


Bildmontage: HF

08.10.10
SozialesSoziales, Bewegungen, Wirtschaft, TopNews 
 

  von Erwerbslosen Forum Deutschland

Schwarz-Gelb zeigt deutlich, welche Gesellschaft sie haben will und sie weder eine menschenwürdige Existenzsicherung haben will, noch das Menschen gutes Geld verdienen

Das Erwerbslosen Forum Deutschland wirft der schwarz-gelben Koalition vor, dass deren Einigung, die Zuverdienstmöglichkeiten bei Hartz IV zu erhöhen, ein erneuter Schlag in das Gesicht von Erwerbslosen ist. Die meisten Aufstocker hätten nichts davon und nur ein kleiner Teil der Hartz IV-Bezieher mit einem Einkommen zwischen 800 bis 1.000 Euro, hätten gerade 20 Euro mehr im Monat. Dafür würden Einkommen von über 1000 Euro voller Höhe abgezogen. Bisher galt bis 1200 Euro ein Freibetrag von zehn Prozent. Damit würde ein weiteres Tor zu Hungerlöhnen geöffnet.

mehr http://www.scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=12594&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=388e50223d

Ein Kommentar

Eingeordnet unter AKTUELLES