Schlagwort-Archive: DIE TAFELN

Vorweihnachtliche Impressionen: Wer arbeitet, geht mitunter in Echtzeit betteln

oh du empathielose „christliche“ weihnachtszeit..

Altersarmut in Deutschland: Rentner werden zu Dauergästen bei Tafeln

Nahezu jeder vierte Tafelbesucher ist im Ruhestand und auf die Essensausgaben angewiesen. Damit hat sich die Zahl der Rentner verdoppelt. Besonders betroffen von der Altersarmut sind Frauen. Eine Lösung hat die Politik bisher nicht parat. Das Thema Rente ist ein Streitthema zwischen Union und SPD.

In Deutschland gibt es über 900 Tafeln. Im Schnitt versorgen diese 1,5 Millionen Menschen pro Woche. Die Empfänger der Hilfsleistungen müssen ihre Bedürftigkeit belegen, beispielsweise durch einen Hartz IV-Bescheid. Die verteilten Waren sind gespendet. Heute ist jeder vierte Tafelbesucher ein Rentner, anders ausgedrückt: 350.000 Menschen.

Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK, beobachtet den Trend der armen Rentner mit großer Sorge, es sei „ein deutliches, sichtbares Signal dafür, dass die Altersarmut auf dem Vormarsch ist. Während Ende 2006 rund 371.000 Renter auf Leistungen für die Grundsicherung angewiesen waren, waren es 2016 bereits 522.492 Menschen im Ruhestand, die auf diese Zusatzleistungen zurückgriffen. Unter Einbeziehung der Erwerbsgeminderten läge die Zahl bei über einer Million.

ganzen beitrag lesen

https://deutsch.rt.com/inland/62577-altersarmut-in-deutschland-mehr-rentner-speisen-bei-tafeln/

und Mehr lesenAltersarmut in Deutschland: Anteil der Neurentner auf Grundsicherung seit 2005 verdoppelt

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links zum thema

Rentner in Not/ZDF  – Doku Junkie 2017 HD

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[Doku] Arm trotz Rente – Niedriglöhne und die Folgen [HD]

aktuell Geringverdienern droht Altersarmut

OECD: Deutschlands Rentnerinnen besonders arm

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nachgeschoben -> Inge Hannemann

Ich finde das so was von verlogen, wenn Parteien und deren Politikerinnen und Politiker scheinbares caritatives tun wollen und einen Tag z.B. bei der „Tafel“ verbringen. Nein, verehrte Politikerinnen und Politiker: Das ist nicht caritativ, sondern eine Belobigung des jetzigen Systems und Beschämung von Menschen, die von Armut betroffen sind. Statt lächelnd in die Kamera für die Medien zu schauen, solltet ihr dieses zementierte Armutsystem abschaffen und für ausreichende Löhne, Sozialleistungen und Renten sorgen. Eigentlich ziemlich einfach, wenn man will. Wenn man nicht will, beruhigt man sein Gewissen mit Besuchen. Schäm!

„Die steigende Armut und auch die damit verbundene Altersarmut ist ein Zeugnis eines sozial schwachen Staates, der sich darauf ausruht und verlässt, dass ehrenamtliche Institutionen, Vereine und MitarbeiterInnen die eigentlichen Aufgaben eines Sozialstaates übernehmen. Das Tafelsystem zementiert die bestehende Armut.“

facebook Inge Hannemann

 

es armutet sehr

 

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Hartz IV News: Immer mehr Menschen sind auf die Tafeln angewiesen – und mehr

Wohltätigkeit mit Verfallsdatum

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1. Jobcenter-Logo auf Briefumschlägen verstößt gegen den Datenschutz
Kevin A. aus Saarbrücken sieht in dem Druck des Jobcenter-Logos auf Briefen einen Verstoß gegen den Datenschutz. „Über eine gewisse Praxis unseres Jobcenters ärgerte ich mich schon lange: auf vielen Briefumschlägen war ganz groß das Logo „JOBCENTER SAARBRÜCKEN“ abgedruckt, so dass der Briefträger und auch Dritte dies leicht erkennen konnten. Hier sah ich einen Verstoß gegen den Datenschutz.“ So wandte er sich an den Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit. Sehr lange Zeit geschah nichts, bis er sich beschwerte. Dann ging alles sehr schnell… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/jobcenter-logo-verstoet-gegen-den-datenschutz-90016105.php


2. Immer mehr Menschen sind auf die Tafeln angewiesen

Immer mehr Menschen können ihren Lebensmittelbedarf nicht mehr aus eigenen finanziellen Mitteln decken. Darauf wies der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. am Montag in Berlin auf seiner Jahrespressekonferenz hin. Demnach nutzen immer mehr Bedürftige das Angebot der kostenlosen Essensausgabestellen. Während noch vor einiger Zeit vor allem erwerbslose Hartz IV-Bezieher zu den Besuchern der Tafeln zählten.. Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/immer-mehr-menschen-brauchen-die-tafeln-90016103.php

mehr zum Thema

20 Jahre „Die Tafel“ – eine Schande für Deutschland  

aktuell http://www.fr-online.de/frankfurt/beduerftige-aufnahmestopp-bei-der-tafel,1472798,27253250.html


3. Jobcenter zwingen Erwerbslose zum psychologischen Test – sonst drohen Sanktionen
Die Würde des Menschen ist unantastbar, heißt es im Grundgesetz. Demnächst müsste der Zusatz, „aber nicht für Hartz IV Betroffene“ gelten. Denn ein Recht auf Würde haben Menschen in Not kaum noch. Denn: die Bundesagentur für Arbeit (BA) schickt immer mehr Erwerbslose zum Psychologen. Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Anhand von psychologischen Begutachtungen soll beispielsweise die Eignung der Erwerbslosen für Umschulungen oder Weiterbildungsmaßnahmen überprüft werden… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/ba-massenweise-hartz-iv-bezieher-zum-psychologen-90016099.php


4. Fallstricke Aufhebungsvertrag und Arbeitslosengeld

Ein Aufhebungsvertrag wird geschlossen, um eine (vorzeitige) Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu erreichen. Der Arbeitnehmer stimmt diesem zu und erhält dafür meist eine Abfindung. Ein Aufhebungsvertrag gilt als einvernehmliche Lösung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dennoch gibt es einige Fallen, in die der Arbeitnehmer tappen kann. So ist ein Aufhebungsvertrag aus wirtschaftlicher Sicht.. Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/hartz-4-ratgeber/aufhebungsvertrag-und-arbeitslosengeld-i.html


5. Hartz Partei SPD gibt jetzt Hartz IV Beratung

Es klingt nach einem schlechten Scherz: Die SPD – das ist die Partei, die Hartz IV 2005 im Zuge der Agenda 2010 unter Gerhard Schröder einführte – hat eine Hartz IV-Beratung in Essen ins Leben gerufen. Und die SPD meint es offensichtlich ernst: Ein von den Sozialdemokraten beauftragter Anwalt hat immerhin fünf Standtorte der Beratungsstelle aufgebaut. Bislang war vor allem das Netzwerk „BG 45“ in Essen für Hartz IV-Bezieher aktiv.. Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/witz-des-tages-spd-macht-hartz-iv-beratung-90016101.php


6. Schwerer Gewaltübergriff auf Jobcenter-Mitarbeiterin

Köln – Bereits am Dienstag kam es im Kölner Jobcenter an der Luxemburgerstraße zu einem folgenschweren Übergriff bei der eine Sachbearbeiterin verletzt wurde. Natürlich überschlugen sich die Kölner Medien mit dieser Schreckensnachricht und zeichneten wieder einmal durch einseitige Berichterstattung das Bild vom faulen, aggressiven Arbeitslosen. Dass es immer häufiger zu Gewaltausbrüchen kommt liegt zu einem großen Teil jedoch an der Tatsache, dass man Betroffenen ständig mit struktueller Gewalt begegnet und sie zu disziplinieren versucht… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/schwerer-uebergriff-in-koelner-jobcenter-90016098.php


7. Das Problem mit den P-Konten

Menschen die fast nichts mehr haben vertrauen mit einem P-Konto den Banken das letzte was sie noch besitzen an. Oft wird dieses Vertrauen jedoch enttäuscht. Wie etwa im Fall der Mainzer Volksbank, die Betroffenen Leistungen vorenthält, wenn diese verspätet für einen zurück liegenden Zeitraum gewährt werden. Man fordert dann, von der Sozialbehörde, dass diese den Betrag, der für einen bereits vergangenen Zeitraum verspätet gewährt wird als einmalige Sozialleistung bestätigt… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/das-problem-mit-den-p-konten-90016097.php


8. Studie: Ein Drittel der Kinder in Deutschland hat wenig Perspektiven

Während es zwei Dritteln der Kinder in Deutschland so gut geht wie noch nie, hat ein Drittel kaum Zukunftschancen. Das ergab eine Studie der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ). Vor allem Kinder von Alleinerziehenden und aus Familien mit Migrationshintergrund haben es demnach schwer. Noch nie klaffte die Schere zwischen Arm und Reich bei den Kindern so weit auseinander… Weiter:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/jedes-3-kind-ohne-zukunftschancen-90016102.php


Fragen und Antworten in unserem Forum: http://hartz.info/

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Informationen zum Thema – Schwerpunkt

Rezension: Stefan Selke, Schamland – Sozialpolitik nach Gutsherrenart

Verantwortlich:

Das Attribut „nach Gutsherrenart“ wird häufig gebraucht, um auszudrücken, dass es sich um gehobene, deftige ländliche Küche handelt, die eben den Gaumen eines „Gutsherren“ besonders erfreuen könnte. Gutsherren werden gern romantisch verklärt, vergessen wird dabei, dass sie in selbstherrlicher Manier über ihre Untergebenen entscheiden konnten. Die im Dienste eines Gutsherren stehenden Mägde und Knechte hatten kaum eigene Rechte, wurden meist nur gering entlohnt und oft nur mit Naturalien abgespeist. Mit der Agenda 2010 hat sich Deutschland vom Anspruch eines Wohlfahrtstaates mit einem eigenständigen Recht auf (monetärem) Schutz gegen soziale Risiken weitgehend verabschiedet und eine Bedürftigenhilfe nach Gutsherrenart eingeführt. Parallel zu diesem Rückbau des Sozialstaates hat sich eine regelrechte Armutsökonomie entwickelt.

Der Soziologiprofessor an der Hochschule Furtwangen mit dem Lehrgebiet “Gesellschaftlicher Wandel” Stefan Selke, hat ein äußerst informatives Buch mit dem Titel „Schamland – Die Armut mitten unter uns“ über die „Vertafelung“ der Gesellschaft geschrieben. Von Christine Wicht.

weiterlesen http://www.nachdenkseiten.de/?p=18334

und http://www.uffnwedding.de/strongdie-ausgestossenen/strong/

http://www.neues-deutschland.de/artikel/934261.acht-prozent-koennen-sich-vollwertige-mahlzeiten-nicht-leisten.html

wichtig! http://www.aktionsbuendnis20.de/

Fotomontage Auf die Strasse

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CASHKURS: „Die Tafeln“ – ein Armutszeugnis für Deutschland !?

„Ein Staat, der tausend Tafeln braucht, ist kein guter Sozialstaat“ war kürzlich in der Süddeutschen zu lesen. Philipp Stielow, Referatsleiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landesgeschäftsstelle des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen, kann dem nur zustimmen. Nicht nur ihn befragte ich am 25.10.2012 zur Rolle der Tafeln, die bundesweit inzwischen 1,5 Millionen Bedürftige jährlich mit Nahrung versorgen, sondern auch die Menschen bei einer Lebensmittelausgabestelle in einer Kirchengemeinde in Frankfurt vor Ort. Außerdem kam auch Edith Kleber, die stellvertretende Vorsitzende der Frankfurter Tafel, zu Wort. (…)

Weiterlesen auf http://cashkurs.com

und http://rasendeReporterin.de

YouTube Julia Jentsch

wichtig! http://www.aktionsbuendnis20.de/

Fotomontage Auf die Strasse

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ARMGESPEIST VON DER POLITIK BESCHLOSSENE ALMOSEN

Immer mehr Menschen in Deutschland sind nicht mehr in der Lage, sich angemessen und in Würde zu ernähren. Immer wenn ich das lese und die Medien darüber berichten, muss ich an meine Kindheit denken und wie schwer es meine Eltern hatten, allen vier Kinder die Bäuche zu füllen.
Ich denke zum Beispiel an meine Mutter, die neben ihren Beruf noch eine Heimarbeit ausüben musste, damit was auf den Tisch steht. Das war in den Fünfziger, Anfang der sechziger Jahre nicht ganz einfach. Mein Gott was haben meine Eltern geschuftet. Das Wort Zuckerbrot, war kein dahingesagter Begriff, es war nicht selten Realität. Für die Jüngeren Leser/innen mal kurz zu Erklärung. Zuckerbrot, das hieß, eine Scheibe Schwarzbrot mit Wasser befeuchten und darüber wurde Zucker gestreut, fertig. Ich habe noch die Zeit erlebt, wo wir abgeerntete Felder nach liegengebliebenen Kartoffeln abgesucht haben. Ich könnte noch viele Beispiele aus meiner Kindheit nennen, heute frage ich mich, dreht sich die Zeit wieder zurück. Menschen sind heute auf Essenspenden angewiesen, nicht selten sieht man Menschen deren letzte Hoffnung satt zu werden, ein Abfalleimer ist. Millionen Menschen werden von der Politik Armgespeist. Hunger wird von Behörden als Druckmittel verwendet, um Menschen zu brechen, sie gefügig zu machen. Ob Kinder, Jugendliche, ob ältere Menschen, keine Gruppe, die es betrifft. Ernährungsarmut und Hunger wird bekämpft durch Essenspakete und Suppenküchen und dies rückt immer mehr in den Alltag. Die Menschen leben immer mehr nach dem Motto, unser täglich Brot…, PS. Wir nehmen auch das Brot von vor drei Tagen. Die Politik hat Menschen zu Objekten der Almosen Ökonomie/Industrie gemacht und findet daran nichts Schlimmes. Selbst Menschen, die einer Arbeit nachgehen, finden sich am Ende des Tages am Tisch der Abfallwirtschaft wieder, um zu überleben. Immer mehr Arbeitslose, Billiglöhner, Alte und Kranke können sich nicht mehr in Würde ernähren, die Politik und Gesellschaft hat dafür gesorgt, dass Bedürftige allenfalls entsorgt als versorgt, ja nur noch bestückt werden, eben einfach Armgespeist und Ausgegrenzt. Mit einer Skrupellosigkeit und Menschenverachtung schreiben deutsche Politiker Menschen in anderen Ländern vor, wie sie zu leben haben, am besten in Armut.
Die Almosen Ökonomie/Industrie und die Skrupellosigkeit und Menschenverachtung der Politik und die Gier der Wirtschaftslumpen hat ihren Preis, …. „die Polizei Halle fand eine Frau in ihrer Wohnung tot auf. Allem Anschein nach sei die Frau verhungert“. Aber nicht nur in Deutschland sterben Menschen an der sozialen Kälte, in Griechenland und anderswo in Europa, wird jeden Tag gestorben.

YouTube dresdner sozialwacht

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Epilog

DA SCHAFFEN SIE EIN SYSTEM UND KÖNNEN SELBST DAS TAFELN NICHT MEHR BEDIENEN!!!

WAS KOMMT ALS NÄCHSTES? VERHUNGERN LASSEN?

Lisa Fitz: Ein Lied über die neue Armut:

http://hoelderlin.blog.de/2014/01/28/hamburger-tafeln-ueberlaufen-umzug-statt-aufnahmestopp-17644144/

blogbeiträge https://mantovan9.wordpress.com/?s=die+tafeln+

Fotomontage Auf die Strasse

Ein Kommentar

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DEUTSCHLAND IST VERTAFELT

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Deutschland ist vertafelt!

von Heidelinde Penndorf

Man muss sich das einmal vorstellen, über 900 Tafeln versorgen bundesweit 1,5 Millionen bedürftige Menschen mit Lebensmitteln. Das ist beschämend für Deutschland, beschämend für diese Bundesregierung! Ein Viertel der Betroffenen sind Kinder. Aber auch immer mehr Rentnerinnen und Rentner mit Grundsicherung und sogenannte Aufstocker sind auf die Lebensmittelausgabe der Tafeln angewiesen.
Das beweist: Armut ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden ist.   Immer weniger betroffenen Menschen können sich vom Lohn ihrer Arbeit sowie von den sozialen Transverleistungen ausreichend ernähren können.
Das Geld was eigentlich für Nahrungsmittel gedacht ist, geht drauf um die Teuerungsrate (Inflation) für Strom, Wasser, Gas usw. auszugleichen!
Die Tafeln sind eine Symbiose mit der Politik eingegangen seien, indem sie sich für einen Ausgleich der Folgen des Sozialabbaus instrumentalisieren ließen. Tafeln machen Armut sichtbar! Tafeln behandeln nur die Symptome von Armut und tragen ungewollt zur Normalisierung von Armut und einer Stärkung der Politik bei, die die Armutsbekämpfung verweigert.
Auf Grund ihrer oft langen oder auch dauerhaften finanziellen Notlage entsteht ein Abhängigkeitsverhältnis der Betroffenen zur Tafel
Wo es Tafel gibt, gibt es Warteschlangen Betroffener. Man sieht es diesen Menschen an, dass es ihnen schwer fällt sich mit dem Gang zur Tafel öffentlich zu outen. Es entsteht eine „Nähe“ zum „Normalbürger“ die beschämt. Betroffene Menschen, die an der Tafel anstehen, halten oftmals den Blich gesenkt, nehmen keinen Blickkontakt mit anderen Passanten auf. Es könnten ja Nachbarn, Bekannte und Freunde darunter sein, die gar nicht wissen, dass sie auf diese Lebensmittelspenden angewiesen sind.
Durch Blicke von Passanten werden Betroffene beschämt, ducken sich weg, sind plötzlich außen vor. Es ist ein öffentliches Eingeständnis- ausgegrenzt und abgestempelt! Die öffentliche Empörung der Montagsdemos gegen den Sozialabbau von 2004 und 2005 ist kaum noch spürbar, viele Institutionen haben es bemerkenswert professionell geschafft diesen Protest, diesen Unmut in Mitleid für Betroffene zu kanalisieren. Damit ist jeder soziale Widerstand im Keim erstickt. Hartz IV Betroffene, RentnerInnen mit Grundsicherung, Niedriglöhner, Minijobber, und Leiharbeiter befinden sich oft in finanziellen Notlagen, die ihre Teilhabe am sozio-kulturell-politischen Leben stark einschränkt.
Betroffene leiden unter Perspektivlosigkeit, fühlen sich abgestellt, abgedrängt, ausgegrenzt und nicht gebraucht. Sie sind oftmals abgekoppelt von der gesellschaftlichen Entwicklung und fühlen sich als Bürger zweiter Klasse. Nach langem Hartz IV Bezug gibt es ihn kaum noch, den selbstbewussten Mensch. Er hat sich im Laufe der Zeit zu einem unterwürfigen Bittsteller entwickelt. Die Menschenwürde liegt zerschlagen am Boden – bloß nicht auffallen heißt die Devise. Du bist bildungsfern, unfähig, rauchst und trinkst nur – Du bist ein Sozialschmarotzer, deshalb musst Du fremd bestimmt werden. In unbezahlten Praktika, Ein-Euro – Jobs und anderen Maßnahmen wird dem Mensch klar- meine Arbeit ist nichts wert- ich bin nichts wert- Arbeit lohnt sich für mich nicht!
Eine Studie (TK 2012) zufolge nehmen die Krankmeldungen von Arbeitslosen deutlich zu. Vor allem psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Auf die Betroffenen wird psychischer Druck ausgeübt, das hinterlässt Spuren. Untätigkeit über einen langen Zeitraum führt zu einer inneren Leere. Betroffene haben oft das Gefühl versagt zu haben.
In meiner Sozialsprechstunde erlebe ich es oft, dass Betroffene psychisch traumatisiert sind. Während sie mir ihre spezielle Sachlage schildern, passiert es nicht selten, dass sie zu weinen beginnen – total verzweifelt sind und manchmal auch lebensmüde. Es gibt Betroffene die Angst haben, ihre an sie gerichteten Briefe des Jobcenters zu öffnen, lassen sie tagelang ungeöffnet liegen und versäumen dadurch Fristen.
Andere wiederum sind so zermürbt, dass sie ihre alltäglichen Angelegenheiten nicht mehr selbst geregelt bekommen und Hilfe brauchen.
Hartz-IV muss weg! Gar keine Frage. Das Bedingungslose Grundeinkommen wäre sicherlich eine vorstellbare Lösung und auch machbar!
Spannen wir endlich einen Schutzschirm für Menschen!   Wir brauchen einen flächendeckenden existensichernden Mindestlohn von mindestens 10,-Euro. Leiharbeit muss auf ein Mindestmaß begrenz werden. Es muss Schluss sein mit Arbeit im Niedriglohnbereich. Wir müssen über versicherungspflichtige Arbeitsplätze im Non Profit- Sektor genauso reden, wie über eine Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich und einer Grundsicherung von der man auskömmlich leben kann. Und wir brauchen eine Umverteilung von oben nach unten. Das sind nur einige Baustellen, die wir anfassen sollten, um den Sozialabbau zu stoppen.

quelle Heidelinde Penndorf

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Informationen zum Thema

ARMGESPEIST – 20 Jahre Tafeln sind genug

http://aktionsbuendnis20.de/ueber-uns.html

blogbeiträge https://mantovan9.wordpress.com/?s=die+tafeln

Ein Kommentar

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Aktionstage: 20 Jahre Tafeln sind genug!

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Die zwanzigjährige Existenz von Tafeln in Deutschland und die zunehmende Verbreitung anderer existenzunterstützender Angebote (Kleiderkammern, Suppenküchen, Lebensmittelausgaben usw.) sind Ausdruck einer sich verfestigenden Armut in Deutschland. Der große Zulauf zu den Tafeln ist ein deutliches Zeichen einer verfehlten Sozialpolitik, die große Teile unserer Gesellschaft von einer gleichberechtigten Teilhabe ausschließt, sie materiell kurz hält und darüber hinaus über die SGB II und SGB III Gesetzgebung permanent bevormundet. Die Tafeln sind kein adäquates Mittel der Armutsbekämpfung, sondern viel mehr ein Seismograph für Armut in einem reichen Land sowie sozialer Ungleichheit und Ungerechtigkeit mitten unter uns.

Die Aussagen und Forderungen des Aktionsbündnisses sollen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit einer sich immer weiter etablierenden „Armutswirtschaft“ anregen. Sie sollen Lösungsansätze aufzeigen, die ein menschenwürdiges Leben auf der Grundlage des Grundgesetzes ermöglichen.

Wir regen zu einer kritischen und engagierten Auseinandersetzung an: auf der jeweiligen politischen Ebene (auch jeweils vor Ort), in der medialen öffentlichen Diskussion, in der Bürgergesellschaft, innerhalb von Tafeln und existenzunterstützenden Angeboten, in Verbänden der freien Wohlfahrt, den Gewerkschaften, der Lebensmittelindustrie, der Zivilgesellschaft, zwischen betroffenen und nicht betroffenen MitbürgerInnen.

mehr erfahren http://aktionsbuendnis20.de/forderungen.html

Hier können Sie sich unsere Forderungen auch als PDF herunterladen.

Sozialstaat statt Almosen

mitmachen und teilen bitte

http://aktionsbuendnis20.de/mitmachen.html

aktionstage – aktuell

ARMGESPEIST – 20 Jahre Tafeln sind genug!!! Berlin am 26.04.2013von KiekeMaFilm Berlin

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Im Land der Suppenküchen und Tafeln – Umfairteilen

Umfairteilen – Stefan Selkes – Schamland_

Tafel-Mythos – von nachdenkseiten

Anmerkung unseres Lesers H.G.: Dass die Tafeln in der Gesellschaft so positiv gesehen werden, ist höchstens eines der Glanzstücke gelungener PR-Arbeit, das wäre das einzig Anerkennungswürdige. Besonders zynisch ist bei den Tafeln nämlich die Tatsache, dass dieses Konzept eine Strategiearbeit aus der Feder von McKinsey ist und Mckinsey hat übrigens auch  im Auftrag von SPD- Schröder  an der AGENDA 2010 in der Hartz- Kommission mitgearbeitet. Und Hartz hat die Armut erst richtig herbeigeführt, die jetzt bei den Tafeln betteln müssen. Wie “edel” ist es doch, dass McKinsey sich auch noch um die verarmendenen Opfer seiner Strategiearbeit mit einem passendem Konzept engagiert hat und alle machen mit und finden es ganz prima….Wer es  nicht fassen kann, oder nicht glauben kann, einfach mal googeln:

Siehe etwa taz oder Schweizer Tafeln [PDF – 1.6 MB] oder kirchen site.

Siehe dazu auch:

  • Stefan Selke: Schamland – Die Armut mitten unter uns
  • Quelle: Ullstein-Buchverlag Anmerkung JK: Absolut treffende Kritik am neoliberalen Tafelkonzept der privaten Armutsverwaltung, das in keiner Weise nach den gesellschaftlichen und ökonomischen Gründen der Armut fragt, sondern hilft, das durch die Agenda 2010 etablierte System von Hartz IV und prekärer Beschäftigung weiter zu verfestigen. Und das Sozialleistungen als willkürliche Almosen statt als gesicherter Rechtsanspruch verkauft. Und nicht von ungefähr steht die berüchtigte Berater- und Rationalisierungsfirma McKinsey dem Bundesverband der Tafeln seit vielen Jahren helfend zur Seite.
  • Die Würde des Menschen ist unauffindbar Zur Reise eines öffentlichen Soziologen durch das Land der Tafeln und Suppenküchen… Für viele ist Hartz-IV die existentielle Entlassungsurkunde aus der Mehrheitsgesellschaft. Früher oder später überschreiten sie eine magische Grenze, hinter der sich die Tafeln als vermeintlich letzte Lösung aufdrängen. Gerne werden deshalb Hartz-IV-Empfänger von Behörden auf die Tafeln verwiesen. Doch allein beim Gedanken an eine Tafel legen die meisten einen inneren Schalter um. Das eigene Leben rattert durch die imaginäre Rechenmaschine des sozialen Vergleichs. Am Ende wird ein tristes Ergebnis ausgespuckt: versagt! Die Tafeln mögen ein logistisches Erfolgsmodell sein, weil sie es schaffen, Lebensmittel von A nach B zu transportieren und auszugeben. Aber trotz all dieser Bemühungen wird konsequent übersehen, dass Tafeln zu einem Symbol des sozialen Abstiegs geworden sind, das den gesellschaftlichen Misserfolg derjenigen schonungslos offenlegt, die bei Tafeln euphemistisch “Kunden” genannt werden. Und diese Menschen überlegen sich dann, was eigentlich mit ihnen passiert ist. Immer wieder hörte ich diese Klage: Wir stehen vor der Tafel, aber wir stehen auch vor dem Abgrund unseres eigenen Lebens.
  • Quelle: Telepolis

quelle http://www.nachdenkseiten.de/?p=16886#h10

Video/quelle http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/wdr/sendung-vom14-04-2013-tafeln-100.html

blogbeiträge https://mantovan9.wordpress.com/?s=die+tafeln

Epilog:

Umfairteilen Aktionstag

mehr http://umfairteilen.de/

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WOHLTÄTIGKEIT MIT VERFALLSDATUM

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VON Sabine Groth

Seit ich zum ersten Mal von den Tafeln gehört habe, war ich von der Idee begeistert.

Jetzt bin ich in Deutschland als ALG 1-Empfänger in der Situation mit Hartz 4 aufstocken zu müssen.

Als ich jetzt kürzlich mit einer Freundin, ebenfalls Hartz 4 Empfängerin, über ihre finanzielle Situation sprach und sie mit Teenagern im Haushalt kaum genug Lebensmittel für alle zusammen bekommt, wurde uns geraten uns bei der Tafel einzutragen.

Bei der Registrierung wurden wir über die Ausgabestelle, Termine und den Ausgabe-Ablauf informiert.

Für unseren Bezirk gäbe es die nächste Lebensmittel-Ausgabe an einer öffentlichen Schule um 18 Uhr abends. Zusammen mit anderen Menschen warteten wir vor dem Eingang der Schule. Auf meine Frage, wie lange wir denn noch draußen warten müssten, wurde ich darüber aufgeklärt dass wir bis zum Aufrufen unserer Nummer anstehen sollten und erst dann das Gebäude betreten könnten.

Um uns herum standen alte Menschen, junge Mütter mit Säuglingen und kleinen Kindern bei circa Null Grad Celsius und das ÖFFENTLICHE Schulgebäude war beheizt , beleuchtet und UNS verwehrt.

Wie auch vorher erklärt, wurden Notfälle und behinderte Menschen erst eingelassen, dann jedoch wurden von der rothaarigen Leiterin entgegen jeder Logik die Singles VOR den Müttern mit Kindern eingelassen.  So betrat ich lange vor meiner Freundin den Raum wo ähnlich wie auf dem Markt mehrere Tische mit Lebensmitteln aufgestellt wurden.  Es gab Brot, Joghurt, etwas Wurst und Aufschnitt, Gemüse und Obst…   Nachdem ich alles in meine mitgebrauchten Tüten gestopft hatte um den Ablauf nicht zu verzögern, ging ich in das beheizte Treppenhaus um alles zu ordnen und dort auf meine Freundin zu warten.

Nach kurzer Zeit wurde man aufgefordert  sich nicht länger im Gebäude aufzuhalten und so landete ich wieder auf dem kalten Schulhof. Mit meinem erwachten Unrechtsbewusstsein erkundigte ich mich bei erfahreneren Tafel-„Gästen“ und musste erfahren dass sogar der Toilettenbesuch bereits verwehrt wurde.

Die „Ausbeute“ war deprimierend.

Entgegen der Information bekam NICHT jeder von allem etwas und der Rest wurde verteilt, sondern es schien sich um ein mir nicht erschlossenes und relativ willkürliches System zu handeln.

Wo ich als Single noch zwei Fleischtomaten, zwei Pflaumen, zwei Bananen und Radieschen bekam,  ging meine Freundin mit Kindern leer aus. Es gab für sie nur einen Kopf Salat, schimmelige Bananen, welche sie ablehnte, keine Tomate, keine Pflaume, keine Radieschen.

Auch gab es an beiden Wochen hintereinander eine seit 1 Woche abgelaufene Leberwurst. Ohne anspruchsvoll zu sein, bei Fleischprodukten ist man doch lieber vorsichtig.

Eine Tube Mayonnaise (mit Ei und ohne Konservierungsstoffe ) war seit 2 Monaten abgelaufen !

Beschämend war auch dass BEIDE MALE eine Mutter mit Kindern soo viel bekommen hat, dass sie Probleme hatte die Sachen alle mitzubekommen. Sie bekam Töpfe mit Kräutern, Schnittblumen, Topfpflanzen und ich war ziemlich überrascht.  Meine Freundin (auch mit zwei Kindern) hat nichts von diesen Dingen auch nur gesehen!!!

Soll ich erwähnen dass die besagte Mutter auch in aller Ruhe drinnen einpacken durfte UND beim nächsten Mal die gleiche Bevorzugung erfuhr?

Bisher habe ich das Prinzip der Tafel gut und sozial gefunden….. nachdem ich nun als Teilnehmer mal dabei gewesen bin schäme ich mich für den Ablauf und frage mich auch, warum so offensichtlich abgelaufene Fleischwaren und schimmeliges Obst überhaupt noch angeboten werden? Gibt es keine Beschränkungen oder ist das Obst auf dem kurzen Transportweg verschimmelt?

Falls es so von den Supermärkten abgegeben wurde, bitte ich doch darum das Obst kurz durchzuschauen und sicherzustellen, dass kein Müll über die Tafeln entsorgt wird. Dieses Thema habe ich oft in den Medien überflogen.

Die Ausgabe vom psychologischen Aspekt her ist ganz schlimm. Es ist schon ein Angang zu den Tafeln zu gehen, aber die Menschen vor einem mit Steuergeldern beheizten und beleuchteten Gebäude anstehen zu lassen ist menschenunwürdig. ( In ein Wahllokal darf auch jeder rein  und es ist nichts anderes als ein öffentlich genutztes Gebäude.) Warum werden die Taschen nicht vorher gepackt und dann bekommt jeder ein Basis-Paket?

Ich schäme mich für unser armes, reiches Land. 

Mein erster Instinkt war alles zu filmen. Natürlich geht das nicht, um die Menschen dort zu schützen.

So ist dies mein erstes Feedback und ich werde mich mit den Verantwortlichen in Kontakt setzen.  Alles hat einen Sinn im Leben und damit dieses Erlebnis auch einen hat, werde ich der Sache weiter auf den Zahn fühlen.

Fortsetzung folgt …

QUELLE Sabine Groth

 

BLOGBEITRÄGE

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https://mantovan9.wordpress.com/2012/01/22/die-tafeln-wohltatigkeit-mit-verfallsdatum/

https://mantovan9.wordpress.com/2010/12/04/die-tafeln-nachstenliebe-oder-mit-almosen-zur-armenkontrolle/

https://mantovan9.wordpress.com/2011/05/19/hartz-iv-system-tafeln-spalten-die-gesellschaft/

https://mantovan9.wordpress.com/2011/08/14/suppenkuchen-sozialkaufhauser-und-tafeln-konnen-nicht-unsere-zukunft-sein/

https://mantovan9.wordpress.com/2011/05/05/was-das-schwein-nicht-essen-darf-das-frisst-der-mensch-oder-tafeln-wie-in-deutschland/

https://mantovan9.wordpress.com/2011/01/15/kritik-am-system-der-tafeln/

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TAFEL-KRITIK!

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Tafel-Kritik: Arbeitslose nicht als Begleitmusik für
20-Jahre-Tafel-Jubelfeiern missbrauchen

von Hartz4-Plattform die Hartz IV-Lobby
Für die Hartz4-Plattform stellt sich die Frage: Ist ein Aktionsbündnis aus mehrheitlich Tafel-Anbietern wirklich tafel-kritisch? Beim ersten Treffen des „kritischen Aktions-bündnisses 20 Jahre Tafeln“, Ende Juni in Berlin, kam die Mehrheit der Teilnehmer aus dem Kreis der kirchlichen Anbieter der Tafel-Ausgabe-stellen, von Caritas und Diakonie, sowie von tafelähnlichen Einrichtungen.
Da wundert es wenig, dass später im Protokoll zu lesen ist: „Die Mehrheit der Anwesenden stellte sich hinter die Idee, nicht plakativ gegen die Tafeln zu sein bzw. vorzugehen“ und nur „einige TeilnehmerInnen wünschten sich eine fokussierte Tafelkritik“.
Letztere waren Vertreter von vier Hartz IV-Initiativen, von denen kurz nach dem Treffen zwei Gruppen das Bündnis bereits wieder verlassen haben. Für sie steht in dem Bündnis, das Prof. Dr. Stefan Selke gegründet hat, die Glaubwürdigkeit einer ernsthaften Kritik am System der Tafeln in Frage. Nach Recherchen der Hartz4-Plattform kann das als Rahmen ins Auge gefasste Forschungsprojekt Tafel-Monitor, keine glaubwürdige Grundlage für Tafel-Kritik darstellen.
Man fühle sich nach Einschätzung der Hartz4-Plattform eher als Begleitmusik für die Tafel-Jubelfeiern im nächsten Jahr missbraucht. Immerhin definiert das Hochschulprojekt sein Forschungsziel dahingehend, dass es „dezidiert die Seite der Hilfe-Anbietenden in den Blick nimmt“. Nicht zuletzt ist auch seine enge Vernetzung mit der Gründerin der Berliner Tafel sowie Berliner Tafel Stiftung, Sabine Werth, ein Ausschluss-Kriterium für die Mitarbeit in diesem – nach Ansicht von Brigitte Vallenthin – alles andere als tafelkritischem Bündnis.
Das „kritische Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln“ ist, so beschrieb Prof. Selke seine Entstehung, eine Idee des „Tafelsymposium“ 2012 [1], der jährlichen Veranstaltung des bis zum Sommer 2013 vom Land Baden-Württemberg geförderten Forschungsprojekts „Tafel-Monitor“.
Der „Tafel-Monitor“, ein Forschungsprojekt der Hochschulen Esslingen und Furtwangen, beschränkt sich ausdrücklich nur auf die Interessen der Tafel-Anbieter. Seine Kooperationspartner [2] kommen ausschließlich aus den kirchlichen Verbänden – also von den Betreibern der Tafel-Ausgabestellen. Im Projektbeirat aus Tafel-Praktikern [3] – sitzen Sabine Werth und Vertretern aus Kirchen- und Sozialverbänden sowie Universitäten.
Die Seite der Tafel-„Kunden“ ist in diesem Gremium ebenso wenig vertreten wie die der Tafel-Kritiker. Folglich ist die Zielorientierung auch auf das Fortbestehen des Tafelsystems gerichtet. Sowohl Tafel-Monitor als auch das von Prof. Stefan Selke ins Leben gerufene sogenannte kritische Aktionsbündnis blenden bewusst die Hauptgrundlage jeder Tafel-Kritik aus, nämlich – abgesehen von zahlreichen mittlerweile beteiligten Branchen wie Automobilindustrie, Postdienstleistern, Elektronik- und Einzelhandels-Konzernen -, den wirtschaftlichen sowie profitablen immateriellen
Nutzen für die Lebensmittelindustrie:

  • Kosteneinsparung mittels Biomüll-Entsorgung durch die Tafeln,
  • Steuergeschenke durch Spendenquittungen für das Entsorgte und
  • kostenlose Image-Werbung.

Absurder Weise siedelt der Tafel-Monitor auch die Tafeln bereits „im Netz der Hilfsorganisationen“ und im „Wohlfahrtsmix“ an und präsentiert unter den zahlreichen Tafel-„Optimierungs“-Zielen beispielsweise „für die Träger und Interessenvertretungen von Tafeln die erhöhte Transparenz

  • hinsichtlich des Gebrauchswertes des Angebotes,
  • auch in Hinblick auf die Öffentlichkeitsarbeit der Tafeln,
  • sowie die Basis für eine fundierte Diskussion der Funktion und
  • Position der Tafeln im bundesdeutschen Wohlfahrtsmix“

Und nach der am Anbieter-Nutzen orientierten Marktforschung des „Tafel-Monitor“ formuliert dann auch das Aktionsbündnis als erstes Ziel ein kritisches öffentliches Bewusstsein über den Zusammenhang von Sozialstaatsabbau und Tafeln (…) zu befördern“, eine Zielvorgabe, die pikanter Weise eine erstaunliche Nähe zur Ablenkungsstrategie des Bundesverbandes der Tafeln in seiner Presseerklärung vom 20. Juni offenbart, wo es heißt:
„Sozialpolitik muss endlich handeln!“,
so als handelten die Tafeln als selbstlose Gutmenschen, um dem Sozialstaat unter die Arme zu greifen. Dabei wäre es – wenn der Wohltäter-Drang tatsächlich so groß wäre – für die Player im Tafelsystem ein leichtes aus diesem – dem „Nestle-Prinzip“ ehemaliger Dritt-Welt-Entmündigung – vergleichbaren System auszusteigen und auf Basis der bestehenden Strukturen die Privatisierung in Arbeitslosen-Hand voran zu treiben – das Almosen-Empfänger-System also in tatsächlich selbstlose, praktische Hilfe zur Selbsthilfe umzuwandeln.
Stattdessen, stellt die Hartz4-Plattform fest, bauen nicht nur die Tafeln ihr bestehendes System mit Beschleunigung aus – sie vernetzen sich zunehmend mit anderen Bereichen der Armutsindustrie zu eigener, profitabler Wirtschaftsmacht. So ist beispielsweise Sabine Werths Berliner Tafel Stiftung [4] in Berlin [5] . Goldnetzgründerin, Gisela Pfeifer-Mellar, ist stellvertretende Vorstands-Vorsitzende von Werths Stiftung. Und Goldnetz wiederum soll inzwischen zu den größten Arbeitgebern im Berliner Bezirk Mitte gehören – im Angebot Sozialmärkte und vor allem Fortbildungen auf Rechnung von Bildungsgutscheinen der Bundesagentur für Arbeit.
Das Unternehmen empfiehlt sich auf seiner Website mit den Angeboten: „Entwicklung und Umsetzung von Beschäftigungs- und Qualifizierungs-Projekten im Rahmen der Arbeitsförderungs-, Bildungs- und Sozialpolitik ..Im Wesentlichen sind das die Instrumente und Programme des SGB II und III, beispielsweise .  Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwands-Entschädigung … Arbeitsgelegenheiten mit Entgelt und berufliche Weiterbildung“ – d.h. 1€-Jobs und Mini-Jobs.
Inzwischen hat das Aktionsbündnis zwar den Namen Sabine Werth sowohl von seiner Startseite als auch von der Mitgliederliste gelöscht. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass deshalb die „Mutter der Tafeln“ dort keine zentrale Rolle mehr spielen wird. An vollmundigen Erklärungen und dem Selbstbewusstsein, in den unterschiedlichsten Initiativen, in allen Gassen also unterwegs zu sein, mangelt es ihr nicht. Bereits im taz-Interview vom 19.12.2010 hatte sie sogar gemeint, das nötige „Charisma“ zu besitzen, um soziale Proteste in Gang zu bringen. Und am 26.05.2011 erklärte sie auf einer Veranstaltung der Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen Berlin: „ich bin ganz bestimmt Trägerin des Ehrenamts-Gens, ganz sicher“ und: Menschen, denen „das am Arsch vorbeigeht, sind Menschen mit denen ich nichts zu tun haben will“.

MedienGuerilla

Neben der Hartz4-Plattform hat sich inzwischen auch das Soziale Zentrum Höxter, für das Thomas und Margit Marion Mädel am Berliner Treffen teilgenommen haben, von dem „kritischen Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln“ verabschiedet.

[1] armutsnetzwerk.de/index.php

[2] http://www.tafelforum.de/tafel-monitor/kooperationspartner.html

[3] http://www.tafelforum.de/tafel-monitor/projektbeirat.html

[4]http://www.tafelforum.de/tafel-monitor/projektbeirat.html

[5] http://www.goldnetz-berlin.org/index.php?id=unternehmen Hartz4-Plattform die Hartz IV-Lobby Fon 0611-1721221 Mobil 01525-3520721 info@hartz4-plattform.de www.hartz4-plattform.de www.hartz4-beratung.de

VON: HARTZ4-PLATTFORM

quelle http://www.scharf-links.de/88.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=26722&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=08e6ca4524

foto MedienGuerilla

blogbeiträge

Die Tafeln müssen weg

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