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Eilmeldung! Mann zündet sich in Jobcenter an

Lebensgefährlich verletzt –

In einem Jobcenter im südhessischen Mörlenbach hat sich ein Mann mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet. Der 32-Jährige erlitt lebensgefährliche Verbrennungen.

beitrag lesen http://hessenschau.de/panorama/mann-zuendet-sich-in-jobcenter-in-suedhessen-an,jobcenter-moerlenbach100.html

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mq1

das ist kein Einzelfall

https://mantovan9.wordpress.com/2012/10/21/nachruf-marius-32-jahre-alt-ist-tot/

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Update – Abschied

zur Erinnerung – „Meine Reise zum Ende der Welt“ 

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endlich hat der unbekannte einen namen

 

Zur Erinnerung an Horst Robert B.:

Im September 2011 stürzte sich der 55jährige Diplom Designer Horst Robert B. im portugiesischen Sagres von einer Klippe in den Tod. Horst Robert B. war mit seinen letzten finanziellen Mitteln in den Urlaub gefahren und hatte seinen Suizid selber auf seinem Blog publik gemacht. In seinem letzten Eintrag berichtet er über Missgeschicke, fehlende Perspektiven sowie über zermürbende Auseinandersetzungen mit einem Mitarbeiter des Finanzamts Charlottenburg und einem Sachbearbeiter des Jobcenters Kreuzberg. Wir werden die Erinnerung an Horst Robert B. wach halten.
Mit Anteilnahme und Trauer – das „Auf die Strasse“ Team.
Mit Dank an Barbara Meinberg für Initiative und Recherchen.

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Deutsche Krisenpolitik: „Kalte Herzen, kaltes Blut. Eiskalt!“

Unbenannt

zitat zum thema: »Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.« Warren E. Buffett

schwerpunkt finanzkrise:

Na, Ihr Pseudochristen in der CDU/CSU – vergesst ja nicht, an Ostern Buße zu tun für die Menschenleben, die Ihr Eurer Austeritätsideologie opfert

Was jetzt in einer Studie der Fachzeitschrift „Lancet“ berichtet wird, konnte man alles wissen: in Folge der sinnlosen weil erfolglosen Sparversuche mit der Krise wird bei der Gesundheitsversorgung gespart, Menschen verzweifeln wegen Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit, die Selbstmordrate unter Rückgriff auf Drogen steigt. SpiegelOnline berichtet unter der Überschrift „Euro-Krise kostet Menschenleben“ über die Ergebnisse der Studie. Albrecht Müller.

Beitrag als Audio-Podcast –
http://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/130327_Ostern_NDS.mp3
zitat: „Zeit des Zorns“http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13886
 
tragische krisen-„selbst“-morde:
http://uhupardo.wordpress.com/2012/11/09/frau-sturzt-sich-kurz-vor-zwangsraumung-aus-dem-vierten-stock-in-den-tod/
http://uhupardo.wordpress.com/2012/04/05/griechischer-rentner-erschiesst-sich-vor-dem-parlament-wegen-krise/
Hungertodhttps://mantovan9.wordpress.com/2013/02/02/update-lebst-du-noch-oder-hartzt-du-schon/
 
suizid-statistik:
http://de.wikipedia.org/wiki/Suizid#Statistik
Finanzkrise: Selbstmord als letzter Ausweg 
http://de.rian.ru/opinion/20120911/264401293.html
 
informationen zum thema – aktuell
Die Protestkultur der Zyprioten http://www.heise.de/tp/artikel/38/38853/1.html
Zyprischer Fallout http://www.heise.de/tp/artikel/38/38846/1.html
Endstation Zypern http://www.heise.de/tp/artikel/38/38847/1.html
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/28/europaeer-koennen-sich-deutsche-produkte-nicht-mehr-leisten/
http://www.griechenland-blog.gr/2013/03/deutsche-reissen-sich-um-schwarzgeld-aus-zypern/12684/
Deutschland gegen Europa
 
blogbeiträge:
https://mantovan9.wordpress.com/2013/03/26/zypern-pannen-pleiten-pech-und-propaganda/
https://mantovan9.wordpress.com/2013/03/24/schwerpunkt-zypern-krise/
https://mantovan9.wordpress.com/2013/03/19/heute-zypern-und-morgen-wir/
 

Systematischer Irrsinn – Zocken bis der Staat hilft – Dokumentation Finanzkrise_

epilog: Staatsgeheimnis Bankenrettung
http://www.youtube.com/watch?v=HrptpTTs3oM&feature=player_embedded

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UPDATE: Lebst Du noch, oder „hartzt“ Du schon?

willkommen

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H4: Eine Liste von Leichen

VON realasmodis

„Wenn wir in einem Sozialstaat leben, der so sozial ist, dass diejenigen, die auf ihn angewiesen sind, reihenweise Selbstmord begehen, dann kann doch etwas mit diesem Sozialstaat nicht stimmen!“ (Eigene Erkenntnis) Im Web bin ich über einen Beitrag zum „Gedenken an die Hartz-IV-Opfer“ gestolpert. Es handelt sich dabei um die Toten, die bisher bekannt geworden sind – m. E. aber nur die Spitze eines Eisberges. Die im o. e. Beitrag aufgeführte Liste der Fälle ist verlinkt, allerdings geben die Links nicht viel her. Ich habe mir daher mal im Verlauf der vergangenen Tage ganz viel Arbeit gemacht und besagte Liste Stück für Stück neu recherchiert. Einige der gelisteten Vorfälle habe ich NICHT bestätigen können. Die fehlen in meiner Liste. Dafür fand ich andere, die im o. e. Beitrag nicht enthalten sind. Die habe ich neu mit aufgenommen. Das Resultat findet ihr hier.

03.08.2004: Arbeitsloser erhängt sich in seiner Wohnung in Burghausen. [Quelle]

10.11.2004: Ein 51jähriger Fernmeldehandwerker aus Sachsenheim – ehemaliger H4-Empfänger und statistikbereinigt – begeht Suizid, indem er mit seinem Auto in den Haupteingang der regionalen Arbeitsagentur Bietigheim-Bissingen rast und sich selbst in die Luft sprengt. [Quelle]

02.12.2004: Eine 41jährige, frühere H4-Empfängerin, statistikbereinigt, wird in einem Hochhaus in Farmsen verhungert aufgefunden. [Quelle]

28.01.2005: In H4 abgerutschter, arbeitsloser Familienvater begeht nach Differenzen mit dem zuständigen Jobcenter in Höxter Suzizid durch Erhängen. [Quelle]

31.01.2005: In Berlin vergiftet sich das Ehepaar Stahl durch Autoabgase; ihr Abschiedsbrief besagt „Lieber tot als arm!“ [Quelle]

23.02.2005: In Potsdam-Babelsberg erfriert der arbeitslose, 41jährige Maler und Familienvater Andreas H., nachdem er sich den Hausdurchsuchungen seitens der BA-Behörden verweigerte und es zur Zwangsräumung seiner Wohnung kam. [Quelle]

13.07.2005: 38jähriger Arbeitsloser in Pockau/ Sachsen begeht Selbstmordversuch durch Selbstverbrennung. [Quelle]

29.11.2005: In Schwerfen (Eifel) erschießt sich eine 48jährige Arbeitslose wegen Zwangsräumung. [Quelle]

18.08.2006: In Frankfurt (Oder) springt der arbeitslose Tim S. vor den Augen des Gerichtsvollziehers aus dem Fenster und in den Tod. [Quelle]

20.08.2006: Der 54jährige Uwe N., Ort unbekannt, begeht Selbstmord wg. Arbeitslosigkeit – achtung, diese Quelle ist NICHT verifizierbar! [Quelle]

19.04.2007: Die zuständige ARGE in Speyer macht Sascha K. zum Statistikbereinigten und lässt ihn verhungern. [Quelle]

16.07.2007: Der 47jährige Invalide, Frührentner und Familienvater Detlef Rochner (Journalist) springt aus dem 10. Stock eines Hochhauses in Berlin-Lichtenberg, weil er seitens der Behörden keinerlei Hilfe erhält und auch Wowereit für ihn keinen Finger rührt. [Quelle]

20.11.2007: Die Hartz-IV-bedingte Stromsperre zwingt eine Frau in Neumarkt St. Veit zur Verwendung von Kerzen; es kommt dadurch zum Wohnungsbrand und die Frau verbrennt. [Quelle]

13.12.2007: Der 58jährige, frühere Außendienstmitarbeiter Hans-Peter Z., arbeitslos und statistikbereinigt, verhungert zwischen Stehberg und Dingberg nahe Uslar. [Quelle]

07.12.2008: Mittellos gewordener Architekt erschießt sich in München wegen Zwangsräumung. [Quelle]

08.12.2008: In Taufkirchen bei München tötet die arbeitslose Silvia W. ihren Sohn und sich selbst wegen Zwangsräumung. [Quelle]

31.10.2009: Der 30jährige Fabian Rappel aus Aichach, Maschinenbauingenieur, begeht nach Schikanen und Demütigungen durch das zuständige Jobcenter Selbstmord. [Quelle]

19.05.2011: Die arbeitslose Christy Schwundeck wird im Jobcenter Gallus, Frankfurt/Main, von der Polizei „in Notwehr“ erschossen, nachdem ein Antrag abgelehnt wurde und sie in ihrer Verzweiflung zum Messer griff. [Quelle]

07.08.2011: In Saarbrücken–Burbach verhungern eine arbeitslose Frau und ihr zweijähriges Kind, nachdem die Leistungen zwecks Statistikbereinigung eingestellt worden sind. [Quelle]

15.09.2011: Ein Arbeitsloser aus Berlin begeht wegen der Schikanen und Nötigungen seitens des Jobcenters Kreuzberg in Portugal Selbstmord durch Klippensprung. [Quelle]

04.07.2012: In Karlsruhe erschießt ein arbeitsloser Mann im Rahmen eines „Mitnahme-Suizids“ sich selbst und vier Geiseln während einer Zwangsräumung. [Quelle]

10.09.2012: Nach Totalsanktion zwecks Statistikbereinigung verhungert eine 55jährige Arbeitslose in Halle/Saale. [Quelle]

26.09.2012: Die Jobcentermitarbeiterin Irene N. wird im Jobcenter Neuss von dem verzweifelten, dreifachen Familienvater und Arbeitslosen Ahmet S. erstochen. [Quelle]

13.10.2012: In Berlin überschüttet sich der 32jährige, arbeitslose Marius vor dem Reichstagsgebäude mit Benzin, zündet sich an und ersticht sich. [Quelle]

02.11.2012: In Thüringen sterben ein Vater und seine drei Kinder durch Kohlenmonoxidvergiftung, nachdem es – bedingt durch Arbeitslosigkeit – zur Stromsperre gekommen war und sie zur Benutzung eines Notstromaggregat gezwungen waren. [Quelle]

28.11.2012: In Höxter erhängt sich der 43jährige, arbeitslose Jörg G. aus Verzweiflung in seiner Wohnung. [Quelle]

05.12.2012: Der 62jährige Arbeitslose, Udo S., zündet in Berlin-Lichtenberg sein Haus an und springt aus dem Fenster in den Tod. [Quelle]

Es existiert bei uns keine offizielle Suizid-Statistik und ergo auch keine Statistik, die Auskunft über die Selbstmorde nach der Einführung von Hartz-IV geben könnte. Warum eigentlich nicht? Ich denke, weil es politisch nicht erwünscht ist. Es könnte nämlich gewisse Lügner sehr schlecht aussehen lassen. Solange keine amtliche Statistik da ist, ist es ja auch sehr leicht, alles mit „bedauerlichen Einzelfällen“ und „psychisch gestörten Personen“ abzuwiegeln. Auffällig ist auch, dass die Suizide gerade nach der Hartz-IV-Einführung nicht mehr statistisch erfasst werden. Die Erfassung endete 2006/2007, als Hartz-IV sich eingespielt hatte. Warum eigentlich endete ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt die Erfassung? Zufall? Würde ich zwar gerne glauben, aber … Ein interessanter Gedankengang, nicht wahr?

Doch die Fülle der bekannt gewordenen Fälle – auch wenn sie wahrscheinlich nur die Spitze eines Eisberges darstellen, vgl. HIER – reicht doch eigentlich auch ohne amtliche Statistik schon mehr als nur aus. Sie belegt nämlich, dass wir in einem Unrechtssystem leben. Ein Unrechtssystem, das die Menschen so verzweifelt macht, dass sie nur noch die Selbsttötung als Ausweg sehen. Ein Unrechtssystem, das von 429 so genannten „Volksvertretern“ unterstützt wird und das dennoch lt. gewissen Personen immer „noch nicht genug Leidensdruck“ beinhaltet. Ich will es hier einmal ganz klar sagen: Für mich sind solche, H4-befürwortenden Leute KEINE Schreibtischtäter mehr! In meinen Augen sind das Mörder, die vor Gericht gestellt gehören! Aber keiner stellt sie vor Gericht. Stattdessen stellen sie sich zur (Wieder-) Wahl. Und dazu fällt mir nur noch eins ein: Nur die dümmsten Schweine wählen ihren eigenen Metzger! Und bevor mich wieder irgenwer von der NLPD von der Seite anquatscht:

Hartz-IV ist vorsätzliche, bewusste und beabsichtigte Menschenrechtsverletzung! Hartz-IV ist Todesstrafe durch die Hintertür, steht über dem GG und ist jeder Demokratie absolut unwürdig! Jede Partei, die Hartz-IV unterstützt oder auch nur toleriert, ist für mich absolut unwählbar, weil sie antidemokratische Zustände befürwortet!

Wer angesichts dieser Liste von Leichen immer noch behauptet, Hartz-IV sei alternativlos, ist m. E. gut beraten, wenn er bzw. sie sich einmal Art. 1 (1) GG durchliest und darüber nachdenkt! Denn: „Jeder Mensch, der selbst Hand an sich legt, der sich selbst umbringt, wird ermordet – ermordet von einem grausamen, unmenschlichen System, einer kaltherzigen, vergesslichen, hektischen Gesellschaft!“

VON realasmodis

QUELLE http://realasmodis.blog.de/2013/02/01/h4-liste-leichen-15488090/

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MEHR ZUM THEMA

HARTZ-IV HUNGERTOD!_

BLOGBEITRÄGE

https://mantovan9.wordpress.com/2012/09/13/hartz-iv-todesfall-im-stillen-gedenken-und-lauter-anklage-gegen-ein-unmenschliches-system/

https://mantovan9.wordpress.com/2010/09/23/lebst-du-noch-oder-%e2%80%9ehartzt%e2%80%9c-du-schon/

https://mantovan9.wordpress.com/2013/01/04/hartz-iv-ist-menschenfeindlich-und-totet/

https://mantovan9.wordpress.com/2012/08/15/medien-feiern-hartz-iv-wir-gedenken-der-opfer/

https://mantovan9.wordpress.com/2011/05/20/hartz-iv-aktuell-psychologische-kriegsfuhrung-im-jobcenter-und-die-folgen/

http://www.myvideo.de/watch/4473207/der_sozialstaat_ist_tot

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EPILOG:

SOLIDARITÄT!

SCHAU NICHT WEG !

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UND DAS PARLAMENT SCHWEIGT

DIE VERANTWORTLICHEN SCHWEIGEN !

Suizid vor dem Reichstag am 13. Oktober 2012

Kondolenz von Fanny aus Bittenicht

Mir tut es leid.
Mir tut es so leid, dass das Leben eines Menschen, Marius‘ Leben, zu geben, nicht einmal genügt, um ein paar Worte, eine Tat, irgendetwas aus den düsteren Gestalten in dem Gebäude auf dessen Treppen er sich sein Leben nahm, heraus zu bekommen.
Nichts, sie schweigen. Sie verstecken sich und gebieten anderen, sich hinter einem Gebot zur Zurückhaltung bei Selbsttötungen zu verschanzen, das in diesem Falle niemals greifen dürfte.
Ich schäme mich, ich habe Angst.
Marius, nun leidest Du nicht mehr. Ich werde Dich nicht vergessen. Wäre ich noch nicht wach, Du hättest mich aufgeweckt.
Mein Beileid für alle, die ihn liebten und mochten.

Kondolenz von Joel aus Frankreich

Guten Abend.
Meine Frau und ich waren da.
Wir haben Marius am Boden gesehen. In Flammen. 20-30 Meter von uns. Er schrie, er schrie Feuerschreie. 19 oder 20 Menschen sind zu ihm gerannt, mit Jacken, um das Feuer zu löschen.
Wir haben nie gedacht, dass er 30 Minuten später nicht überleben würde.
Ich möchte unsere tiefe Kondolenzen an seiner Familie bringen.
Es ist so traurig, dass keine Worte existieren, um diese Traurigkeit zu benennen.
Ich hoffe, dass endlich die reichen Menschen dieser Welt verstehen würden, dass etwas irgendwie nicht klappt auf dieser Welt.
Wieviele Tote braucht ihr noch? Wieviel Schmerzen? Wieviele Traurigkeit?

VERANTWORTLICHE SCHAUEN WEG  – SCHAU DU NICHT WEG!

AUF EIN WORT http://www.kondolenzbuch-online.de/cgi-bin/2012/books/000257.pl

FOTOMONTAGE http://www.atase.de/blog/ehrfurcht-vor-dem-leben/berlin-suizid-vor-dem-reichstagsgebaude-am-globalnoisetag/#update

„EMPÖRT EUCH – WEHRT EUCH – ES IST NIE ZU SPÄT!“

http://www.youtube.com/watch?v=Qtqjqs_AuFg

 

INFORMATIONEN ZUM THEMA

BLOBEITRÄGE https://mantovan9.wordpress.com/2012/10/21/nachruf-marius-32-jahre-alt-ist-tot/

AKTUELL – RATTENFÄNGER OUTEN

https://www.facebook.com/eu.prasident/photos_stream#!/photo.php?fbid=456553844385819&set=a.397334350307769.85798.100000936213873&type=1&theater

UND http://www.echte-demokratie-jetzt-hamburg.de/2012/10/18/raven-gegen-wohnungsnot/

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NACHRUF! Marius, 32 Jahre alt, ist tot

von Bertolt Brecht

VON Elisabeth Kuhnle

Am 13. Oktober 2012 zündet sich ein junger Mann auf den Stufen des Reichstagsgebäudes in Berlin selbst an, dann sticht er sich mit einem Messer in die Lunge. Kurz darauf stirbt er an diesem Ort, vor den Augen vieler anderer Menschen.

Marius, 32 Jahre alt, ist tot.

Was trieb ihn in den Suizid?

Die Tat hat rein persönliche Hintergründe -. das ist die offizielle Version.

Erinnerungen an Tunesien, wo die Selbstverbrennung eines Mannes heftige Unruhen auslöste, die den arabischen Frühling einläuteten, werden wach.

Am 17. Dezember 2010 begannen in Tunesien Proteste gegen die Regierung von Staatsoberhaupt Zine el-Abidine Ben Ali, nachdem der Gemüsehändler Mohamed Bouazizi mit seiner Selbstverbrennung gegen Demütigungen protestierte.

Innerhalb weniger Wochen kam es zu landesweiten Massenunruhen, die in den nächsten Monaten auf etliche Staaten in Nordafrika und dem Nahen Osten übergriffen.

Doch die Tat von Marius in Berlin hat einen rein persönlichen Hintergrund. – Ist das wahr? Kann das sein?

Der Tathergang wird in den meisten offiziellen Medienberichten umgedreht – Marius soll sich zuerst mit dem Messer verletzt und dann angezündet haben. Er hat einen Abschiedsbrief geschrieben – darin soll stehen, dass es rein persönliche Gründe sind, die ihn in den Selbstmord treiben.

Der Abschiedsbrief von Marius, das Vermächtnis! – könnte verstehen helfen

Bilder und ein Video, die Marius zeigen, werden von der Presse gelöscht.

Menschen, die Marius persönlich kannten, melden sich zu Wort – keiner glaubt an etwas anderes als ein politisches Motiv für seine Selbsttötung, ein eindrückliches politisch-motiviertes Zeichen.

Marius war Teilnehmer des Zeltmarsches der aCAMPada 2011 in Berlin gewesen.

Auf dem zweiten Bildungsweg hat er sein Abitur gemacht.

Ein Teilnehmer der Abiturfeier erlebte ihn als lebensfrohen Menschen.

Er schreibt:

“Doch auch wenn mir seine Gründe nicht bekannt sind, sind der Ort die Art und die Zeit eindeutige Zeichen.”

….. und wenn eine Presse oder Polizei dies

in einer verachtenden Ignoranz nicht wahrnimmt zeigt es vielleicht auch das worauf Marius auch mit der Form seines Todes hinweisen möchte. Ich werde meine Augen davor nicht verschliessen und bin traurig das ich ihm nicht wieder begegnen kann. Auch wenn ich ihm nur kurz begegnet bin ist es für mich Herzlichkeit Offenheit Lebensfreude die von uns als Marius gegangen ist.“

In Marburg, wo Marius studieren wird, findet er keine Wohnung. Er muss in einer Notunterkunft leben.

An diesem 13. Oktober in Berlin gibt es vor dem Reichstag eine Demo von vielen Hundert Menschen, die sich versammelt haben, um für das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) zu demonstrieren – gegen die Einflussnahme der starken Lobby der großen Energiekonzerne.

Zwischen 10 und 13 Uhr findet die Veranstaltung auf dem Platz der Republik statt.

Zwischen 11 und 13 Uhr findet zeitgleich der Demonstrationszug zum Global Noise Day statt, der vom Axel-Springer-Haus zum Neuköllner Hermannplatz führt. Ab 13 Uhr dann findet auf dem Neuköllner Hermannplatz eine Großveranstaltung statt, um gemeinsam laut zu sein „gegen die autoritäre Krisenpolitik der Bundesregierung und der Troika, gegen deren restriktive Sparprogramme, die breite gesellschaftliche Teile in Südeuropa in Arbeitslosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit stürzt. Wir wollen die Frage stellen nach unseren Protesten und einzelnen oder kollektiven Alltagskämpfen, gegen steigende Mieten, gegen das Jobcenter, gegen die Kürzung von Geldern für soziale Einrichtungen.“

Auch in Griechenland haben sich Menschen aus Verzweiflung verbrannt, nachdem dort das System kollabiert ist. Die Selbstmordrate ist dort seitdem enorm gestiegen.

Um 15 Uhr beginnt die Demonstration zum Abschluss des Flüchlingsmarsches auf dem Oranienplatz, mehrere Tausend Menschen sind gegen Unterdrückung und Ausbeutung und für mehr Menschlichkeit zusammen unterwegs. Sie ziehen zusammen zum Reichstag.

Zu dem Zeitpunkt, als Marius sich das Leben nimmt, ist direkt vor dem Reichstag keine Demo – es ist Demo-Pause, aber nur hier. Denn nur wenige Kilometer vom Reichstagsgebäude entfernt hat auf dem Neuköllner Hermannplatz mittlerweile die Großveranstaltung zum Global Noise Day begonnen. Hier werden dieselben Anliegen vertreten, wie bei der aCAMPada 2011, an der Marius selbst teilgenommen hat.

Er war ein politisch bewegter Mensch.

… auch der Flüchtlingsstreik, der am selben 13.10.2012 Tausende Demonstrationen auf die Straße brachte, begann nach einer Selbsttötung eines Menschen, der in einem Flüchtlingsheim lebte.

Später, als Marius schon tot ist, treffen sich vor dem Reichstagsgebäude die vielen Tausend DemonstrantInnen der Abschlussdemo des Flüchtlingsmarsches, der von AsylbewerberInnen ins Leben gerufenen Aktion, um auf die unmenschlichen Bedingungen ihres Lebens in D hinzuweisen – und die dagegen demonstrierenden AnhängerInnen von Pro Deutschland, einer neuen rechtsradikalen Front im Land – laut Medienberichten waren dies gerade mal ein Dutzend Personen.

Ein starkes Polizeiaufgebot verhindert, dass sich beide Gruppen direkt begegnen.

Global Noise, um auf all das Unrecht, die Unmenschlichkeit im System, in der Gesellschaft hinzuweisen – später dann Rechtsradikale gegen AsylbewerberInnen.

Dazwischen Marius, der einen leisen Tod stirbt. Einen leisen, doch spektakulären Tod, an einem prominenten Ort, vor den Augen vieler.

Eines der drängenden Probleme im Umgang der Behörden mit AsylbewerberInnen ist die akute Unterkunftsnot – es gibt viel zu wenig Unterkünfte, und viele Menschen wollen keine AsylbewerberInnen in ihrer Nachbarschaft wohnen haben. Zudem verbietet die Residenzpflicht den AsylbewerberInnen, sich frei im Land zu bewegen – sie sind an die direkte Umgebung ihrer dürftigen Unterkünfte regelrecht gefesselt, sofern sie sich nicht strafbar machen wollen.

Für Marius war ein drängendes Problem, dass er keine Wohnung in Marburg, seiner Studienstadt, finden konnte – keine Wohnung, kein Zimmer – es blieb nur eine Notunterkunft. Er war obdachlos – wie sollte er studieren? Wie lange würde es möglich sein, in der Notunterkunft zu bleiben? Was für Konsequenzen hatte seine Obdachlosigkeit für ihn als Studenten?

Er hatte einen überaus großen Einsatz gebracht, um die Hochschulreife zu erlangen, auf dem zweiten Bildungsweg nachzuholen – lernen, pauken, Abschluss-Prüfungen machen, nebenzu arbeiten, sich den Lebensunterhalt verdienen – und nun?

Was immer ihn getrieben haben mag, sich den Qualen einer Selbstverbrennung auszusetzen, es ist eine Katastrophe. Es ist eine Katastrophe, dass ein junger Mensch, Anfang Dreißig, sich freiwillig das Leben nimmt. Es ist kein Alltag, solche Tragödien sind nie Alltag, auch und gerade, weil ihre Zahl beständig zunimmt.

Jean Ziegler sagt: „Jedes verhungerte Kind ist ermordet worden.“ Und er hat so recht!

Wir sehen und wir sagen: „Jeder Mensch, der selbst Hand an sich legt, der sich selbst umbringt, wird ermordet – ermordet von einem grausamen, unmenschlichen System, einer kaltherzigen, vergesslichen, hektischen Gesellschaft!“

Und darum wollen wir verstehen, was Marius getrieben hat –

Marius, wir trauern um Dich.

Wir werden Dein Andenken ehren, indem wir dazu beitragen, jeder Einzelne, an jedem Tag, durch eigene Taten die Gesellschaft warmherziger, offener, solidarischer und gerechter zu machen. Wir werden Dein Andenken ehren, indem wir dazu beitragen, die Wahrheit aus dem Sumpf von Lug und Trug zu befreien.

Ruhe in Frieden, Fremder, Freund, zu früh gegangener Zeitgenosse, froher, leidender, verzweifelter Mitmensch.

Ruhe in Frieden.

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für Marius

Kondolenz von Fanny aus Bittenicht
Mir tut es leid.
Mir tut es so leid, dass das Leben eines Menschen, Marius‘ Leben, zu geben, nicht einmal genügt, um ein paar Worte, eine Tat, irgendetwas aus den düsteren Gestalten in dem Gebäude auf dessen Treppen er sich sein Leben nahm, heraus zu bekommen.
Nichts, sie schweigen. Sie verstecken sich und gebieten anderen, sich hinter einem Gebot zur Zurückhaltung bei Selbsttötungen zu verschanzen, das in diesem Falle niemals greifen dürfte.
Ich schäme mich, ich habe Angst.
Marius, nun leidest Du nicht mehr. Ich werde Dich nicht vergessen. Wäre ich noch nicht wach, Du hättest mich aufgeweckt.
Mein Beileid für alle, die ihn liebten und mochten.

AM ENDE DES REGENBOGENS SEHEN WIR UNS ALLE WIEDER

 

LINKS:

http://www.eeg-aktuell.de/2012/10/wir-tragen-die-energiewende-%E2%80%93-demonstration-in-berlin/

http://www.globalnoise.net/berlin/

http://refugeetentaction.net/index.php?option=com_content&view=article&id=103:demonstration-in-berlin-am-13-oktober&catid=2:uncategorised&Itemid=132&lang=de

https://www.facebook.com/ThomasRossiRassloff

http://www.flickr.com/photos/rassloff/sets/72157631759954774

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/polizei-verhindert-begegnung-beider-demos-pro-deutschland-provoziert-bei-asylbewerber-demo/7251652.html

http://momentum-kongress.org/eroffnungsrede-von-barbara-blaha

http://www.atase.de/blog/

BLOGBEITRÄGE https://mantovan9.wordpress.com/2012/10/18/wir-fordern-die-ganze-wahrheit-uber-den-suizid-von-marius/

und  https://mantovan9.wordpress.com/?s=marius+s

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EPILOG: POSTUM

„Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an.

Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich.“

von Bertolt Brecht

 

Konstantin Wecker- Empört euch !

dieter thomas

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Wir fordern die ganze Wahrheit über den Suizid von Marius

„Vor dem Berliner Reichstag hat sich am 13.10.12, dem GlobalNoise-Tag, ein Mann das Leben genommen. In den Medien wurde übereifrig betont, dass der Freitod keine politische Handlung war“

Suizid vor dem Reichstag am 13. Oktober 2012

TEXT IN FACEBOOK AUFGELESEN

von Er KaEm

Was in anderen Ländern über offene Repression und Zensur erreicht wird, nämlich das totschweigen gewisser Missstände, wird in diesem Land durch eine äußerst perfide und gemeine weil extrem subtile und für „Laien“ kaum bemerkbare Art von Gehirnwäsche erzielt, die dafür sorgt, das Missstände sich so zu sagen „von allein“ totschweigen und selbst die betroffenen oft nicht bereit sind diese öffentlich anzuzeigen…

es ist diese seltsame Mischung aus Psychologisierung und Individualisierung die seit den 90ern massivst betrieben wird:

„Jeder ist für sein Glück, für seinen Erfolg, für sein Wohlergehen selbst verantwortlich – und wenn´s nicht klappt, dann ist nicht etwa das system dran schuld sondern der Betroffene selbst.

Er hat einfach nur nicht richtig gewünscht oder gearbeitet oder seine Persönlichkeit gecoacht oder optimiert…

also ab mit ihm zum Coach, zum BurnOut Berater oder zum Psychologen. Und die ganz großen „Looser“, die absoluten verlierer am besten in die Klapse und mit Psychopharmaka ruhiggestellt.“

Und diese mauer des selbsverordneten Schweigens gilt es, zu durchbrechen…

textquelle Er KaEm

mehr zum thema

fotomontage http://www.atase.de/blog/ehrfurcht-vor-dem-leben/berlin-suizid-vor-dem-reichstagsgebaude-am-globalnoisetag/#update

http://www.schweizmagazin.ch/news/ausland/11671-Deutscher-zndet-sich-vor-Reichstag—tot.html

lobby-medienbeiträge zum thema

Mann stirbt nach Selbstanzündung vor dem Reichstag

hier lesen http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta%2Fpage&atype=ksArtikel&aid=1350111662865

Selbstmord, weil er obdachlos wurde?

„Was in ihm vorging, steht in einem Abschiedsbrief. Über den Inhalt schweigt die Polizei, sagt nur: „Es sind persönliche Gründe.“ Einer davon könnten seine üblen Studienbedingungen sein. Martin G. hatte sein Abi in der Erwachsenenbildung nachgeholt, wollte Lehrer werden. Er fand  keine Wohnung. Die gibt es in der westdeutschen Uni-Stadt, in der er studierte, kaum zum erschwinglichen Preis. Eine örtliche Zeitung berichtete, dass er und über 20 weitere Studenten in eine Notunterkunft mussten.“

weiterlesen http://www.berliner-kurier.de/polizei-prozesse/todesdrama-vorm-reichstag-selbstmord–weil-

UND http://www.berliner-kurier.de/polizei-prozesse/vor-den-augen-hunderter-besucher-er-zuendete-sich-vor-dem-reichstag-an,7169126,20589342.html

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/vor-den-augen-hunderter-menschen-mann-zuendet-sich-vor-dem-reichstagsgebaeude-an/7251312.html

informativer link zum thema wohnungsnot  http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2011-02/studenten-wohnungsnot-2

EPILOG:

VON BERTOLT BRECHT

WEITERE INFORMATIONEN FOLGEN IN KÜRZE –

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